August 27

Finanzierung

Kennt Ihr diese Diskussion, die Kirchen wären ja so übervorteilt durch den Kirchensteuerabzug und und und. Ein Interview mit Bedform-Strohm brachte mich da auf eine ganz andere Spur.  Der Humanistische Verband, ein ganz großer Freund der Kirhen, erhält seinen überwiegenden Teil der Finanzen aus… tatataaa – aus Steuermitteln. Aber klar, dass ist ja was ganz anderes. Zu gute halten muss man ihnen, dass sie selber veröffentlichen, zehnmal so viel Förderung wie Mitgliedsbeiträge zu bekommen. Moment, ich muss mal kurz die Hände von der Tastatur nehmen, um den Mund wieder zuzuklappen. Okay, sie fordern Gleichberechtigung mit den Kirchen. Die sollten wir mal einfordern. Bei circa 3.000 Mitgliedern circa 500 TEUR Förderung macht pro Mitglied circa 166 EUR. Unsere Gemeinde hat circa 9.000 Mitglieder, das macht circa 1,5 Mio. EUR „Stütze“. Wo kann man bitte den Antrag stellen?

Update: Kirchensteuern sind quasi Mitgliedsbeiträge. Man könnte jetzt noch auf die Idee kommen, die Staatsleistungen an die Kirchen damit zu vergleichen. Nun handelt es sich dabei aber um Schadensersatz für enteignete und bis heute nicht zurückgegebene Grundstücke und Gebäude. Machte man den Vergleich gleichwohl – da reden wir circa 460 Millionen EUR pro Jahr, so die epd. Die NRW-Grünen sprechen von über 500 Millionen pro Jahr. Die beiden Kirchen haben Ende letzten Jahres 46.034.000 Mitglieder zu verzeichnen gehabt. Da kommt man auf 10,86 EUR pro Jahr und Mitglied nimmt man die Zahl der Grünen und auf 9,99 EUR bei der Zahl der epd. Da sind zu den 166 EUR der Humanisten noch leichte Differenzen zu verzeichnen.

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August 25

Ich nehme nichts aus der Messe mit

Ich finde es ja immer wieder interessant, über den nationalen Tellerrand hinauszuschauen. So beispielsweise dieser amerikanische Artikel: Sinnegemäß übersetzt „Ich nehme nichts aus der Messe mit.“ In den frühen 60ern besuchten noch 75 Prozent der amerikanischen Katholischen die Messe, heute sind wir bei 25 Prozent. Der Artikel verweist auch noch einmal darauf, dass es sich um die zweitgrößte religiöse Gruppe in den Vereinigten Staaten handelt.

Die Antwort auf die Frage nach dem Warum ergibt sich aus der Überschrift – die Menschen nehmen nichts aus der Messe mit und bleiben ihr deshalb fern. Der Autor fährt dabei etwas aus der Haut und fragt, wie zur Hölle (in dem Zusammenhang sehr schön) man annehmen könne, etwas aus der Messe zu erhalten. Viele Menschen erwarten eine Show, bei der der Priester der Künstler sei. Aus seiner Sicht könne man auf eine solche Antwort nur die Gegenfrage stellen, was man in die Messe hineingebe.

Die Probleme sind anderswo die gleichen. Der Artikel hätte IMHO auch über Deutschland geschrieben werden können. Der Autor ist zur katholischen Kirche nach einer atheistischen Zeit wieder zurück gekehrt.

Die Gegenfrage des Autors ist gut, da zunächst einmal Gebet, Lobpreis und Fürbitten von den Gläubigen in die Messe hineingetragen werden sollen. Der Kritik mit der Erwartungshaltung einer Show will ich auch gar nicht widersprechen. Trotzdem lässt mich der Artikel mit einem unguten Gefühl zurück. Vielleicht sollte man die Antwort eben doch nicht so einfach hinwegwischen. Wie mein protestantischer Onkel immer so schön sagt – von Show-machen verstehen die Katholiken was. Daran liegt es glaube ich auch nicht. Eine Messe ist eben nicht nur ein Hineingeben. Sondern auch ein Empfangen – wie die Kommunion. Wer aber spirituell dabei nichts empfängt, dem hilft die Kommunion nicht, gleich welcher Form. Und der bleibt irgendwann weg. Pech gehabt zu sagen, hat wenig mit der Verkündigung der Frohen Botschaft zu tun, zu der wir alle beauftragt wurden.

Die Liturgie ist ein festes Gerüst und kein Gefängnis. Lasst uns Mut haben, auf diesem Gerüst aufzubauen und zu sehen, wie wir Menschen erreichen können, die bis jetzt keine Kraft aus der Messe schöpfen. Lasst uns mit denen, die kommen reden, was sie begeistert und was nicht. Schauen, was bei anderen läuft und wie sie Menschen begeistern. Mut haben haben, etwas zu bewegen. Oder wie der Heilige Vater auf dem Weltjugendtag gesagt hat – aufhören bequem zu sein und aus dem Sessel aufstehen. Und ja, vielleicht sollte öfter auch (!) die Frage gestellt werden, was Du zur Messe beiträgst.

Update: Der Heilige Vater hat das Schreiben „Vultum Dei Quaerere – über das kontemplative Leben in Frauenorden“ veröffentlicht. Und das heißt es in Artikel 4 § 2 (Seite 41):

Die gemeinschaftlichen Gottesdienste wird man hinsichtlich der Frage beurteilen, ob sie wirklich eine lebendige Begegnung mit dem Herrn darstellen.

Diese Frage stellt sich nicht nur für Frauenorden.

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August 24

Jüdische Rundschau

Eigentlich kennt man das ja nur aus der ADAC-Werbung für Erotik-Artikel: „Kommt in neutraler Verpackung.“ Okay, kann man irgendwie verstehen. Erschreckend ist aber der Hinweis auf die Möglichkeit, sich die Jüdische Rundschau ins Haus kommen zu lassen: „…kommt direkt zu Ihnen per Post in einem neutralen Briefumschlag“. Das ist bitter. Ich unterstelle, der Hinweis wird nicht umsonst kommen. Oft genug kann man sich immer noch nicht angstfrei dazu bekennen, Jude zu sein. Ich wiederhole meinen Vorschlag: Als Solidaritätsbekundung Kippa tragen, mit L’chaim begrüßen etc. bis das so zur Normalität geworden ist, dass kein gläubiger Jude mehr Sorge tragen muss, sich zu bekennen.

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August 23

Priestermangel

Über den Priestermangel ist ja schon so einiges gesagt und geschrieben worden. Der Artikel von P. Adrian Kuhnert SJ lohnt sich, auch wenn man vermeintlich alles zu dem Thema schon gehört hat. Mir ist zwar zugegebenermaßen nicht in allen Teilen klar, wie seine Alternative ausschaut. Aber vielleicht besuche ich mal einen seiner Lobpreis-Nachmittage und frage ihn das mal direkt..

Update: Doch noch einen Artikel. Passt hierher. Lesen. Jetzt.

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August 23

Lesch – Ick liebe Dir

Ich trage ja eine tiefe Bewunderung für Harald Lesch. Diese beiden Videos haben meine Begeisterung weiter gesteigert..

Harald Lesch beschäftigt sich mit dem Wahlprogramm der AfD. Wissenschaftlich, aber es hat schon was von Kabarett.

Und wie zu erwarten, gab es „freundliche“ Reaktionen darauf. Die werden nicht vorenthalten:

Auf diese Perlen bin ich hier gestoßen.

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August 22

Islamkritiker fordern Säkularisierung

Nach einem gedruckten Bericht der epd ließe sich Fanatismus nach Auffassung der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad verhindern, wenn eine völlige Trennung zwischen Religion und Staat vorliege. Dazu zähle unter anderem ein Kopftuchverbot für Grundschullehrerinnen und religionsunmündige Schülerinnen. Weitere Islamkritiker schlossen sich dieser Erklärung an.

Mal abgesehen davon dass ich mich frage, warum dies wenn dann nur für Grundschullehrerinnen und nicht für alle Lehrerinnen gelten sollte. Ein Blick nach Frankreich zeigt klar, wie sehr dieses Konzept aufgeht. Das kommt dabei raus, wenn man an Bildung spart..

Update: Bedford-Strohm würde ich mich da ja ganz und gar anschließen.

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August 22

Priestermangel

In der neuen Passauer Presse erschien ein Artikel über Priestermangel. Leider erhält man offen nur eine gekürzte Version. Inhaltlich geht es darum, dass unter anderem das Erzbistum München-Freising den Mangel durch den „Import“ von ausländischen Priestern ausgleicht. Diese kommen überwiegend aus Indien. Die KNAA zitiert in einer Printausgabe einen wichtigen Satz: „Die einst von uns Missionierten müssen nun zu uns kommen, um die Glaubensbasis zu erhalten.“ Nun, vielleicht führt das zu mehr Demut in Mitteleuropa und man erkennt, dass man nicht der Nabel der Kirche ist, sondern nur ein Teil dessen. Das hielte ich nicht für schädlich. Und wenn man das in der Zusammensetzung des Konsistorium sähe, wäre das auch schön.

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August 19

Wahrheit

Ich habe ja schon mein Problem mit Artikeln die einzige Wahrheit postulieren und sich auch nicht zu schade sind, ein abweichendes Umfeld ausdrücklich für fehlerhaft zu erklären. Gleichwohl ist dieser Artikel über die Geschichte des Zölibats lesenswert.

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August 13

Aufschwung

Der Aufschwung kommt. Nein, vielmehr ist er da. Die gängigen Blätter reden ja nur vom Wirtschaftsaufschwung. kath.net berichtet jetzt von einem Aufschwung ganz anderer Art: Das Zisterzienserstrift Heiligenkreuz hat so viele Mönche wie noch nie. Während Die Welt vom stärksten Aufschwung seit 1987 berichtet, kann P. Wallner von der größten Welle seit dem Mittelalter berichten. Da kommt wahre Freude auf. Mögen die anderen Orden einen ähnlichen Aufschwung erleben.