November 22

Kondome

Die Medien dürfen sich glücklich schätzen, dass Ihr Lieblingsthema in Bezug auf die katholische Kirche vom Papst selbst wieder in die Schlagzeilen transportiert wurde: Sexualität. Klar, Sex sells. Der Papast führt aus, dass die Verwendung von Kondomen in begründeten und außergewöhnlichen Fällen vertretbar sei. Nicht dahin gehend es sei okay, sondern aus verschiedenen moralischen Übeln das kleinste.

Der Spiegel hatte nun ein echte Problem. Es fiehl ihm sichtlich schwer, jetzt noch mal gegen die Kirche auszuholen. Da musste doch schon in die Trickkiste gegriffen werden: Ohne Quelle zitierte der Spiegel kreuz.net. Dank Tante google findet sich ja der Autor eines Zitates meist recht schnell. Der Spiegel hatte guten Grund seine Quelle nicht zu zitieren. Andernfalls wäre vielleicht noch mehr aufgefallen, wen er da zitiert. Es geht hier nicht um einen Aufschrei in konservativen Internetforen, wie der Spiegel schreibt. kreuz.net zog über die Aussagen des Papstes in der üblichen flachen und polemischen Art her. Nicht umsonst hat die linkliberale Deutsche Bischofskonferenz und der auch so wenig konservative Vatikan sich ausdrücklich von dieser Plattform distanziert. Wie reden also über einen kleinen Mob, mit dem die Kirche nichts zu tun haben will. Damit nicht zu viel gutes dem Leser an der Kirche hängen bleibt, zog der Spiegel gleich noch einen zweiten Artikel aus der Schublade. Endlich erfahren wir – mal wieder – das (fast) alle Priester verkappte Homosexuelle sind. Alles klar.

Jetzt mal wieder entspannt zurück gelehnt frage ich mich – kommt mir irgendwie bekannt vor. Gab es da nicht schon mal eine Ausnahme vom Kondom-Vebot für den Fall, dass einer der Ehepartner infiziert sei? Mithin ein begründeter Ausnahmefall in einer außergewöhnlichen Situation? Die Diskussion in den Medien ist nicht wirklich neu. Aber egal. Sex sells.

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November 16

Hasenhüttl

Wie die Zeit berichtete, ist der suspendierte Priester Hasenhüttl aus der Kirche ausgetreten. Hasenhüttl veranstaltete beim ökomenischen Kirchentag 2003 ein gemeinsames Abendmahl mit Protestanten. Der damalige Trier Bischof Marx (jetzt Bischof von München und Freising und in den Kardinalsrang erhoben) entzog Hasenhüttl die Lehrbefugnis und suspendierte ihm vom Priesteramt. Das führte zu überraschten Stimmen. Dies wiederum hatte mich seinerzeit überrascht (na ja, nur bedingt..): Die Bischofskonferenz hat vor dem Kirchentag noch einmal ausdrücklich klar gestellt, dass ein gemeinsames Abendmahl / Eucharestie nicht in Betracht komme. Nun mag man dazu stehen wie man will – fest steht jedoch, dass Hasenhüttl wie jeder andere Priester seinem Bischof bei der Weihe Treue geschworen hat. Verbietet der Bischof als Arbeitgeber klar und unmißverständlich eine Handlung, dann möge sich niemand wundern, wenn das Konsequenzen nach sich zieht. Das diese hart ausfielen darf in Betracht der Gewichtigkeit der Eucharestie ebenfalls nicht wirklich erstaunen.

Nun „beschwert“ sich Hasenhüttl, in dem zitierten Artikel: „Ich bin als unerwünschte Person nur als Steuerzahler willkommen“, sagte Hasenhüttl. „Alles andere, jeder Vortrag und jede Tätigkeit in einer kirchlichen Institution, wird mir versagt“.

Herr Hasenhüttl – da waren sie wohl zu lange mit der kirchlichen Lehrerlaubnis gesegnet. Dieses Recht wird auch jedem Laien versagt. Ganz ohne Suspension von Amt und Würde. Ich will nun nicht gegen die Notwendigkeit der kirchlichen Lehrerlaubnis angehen. Vielmehr hat Hasenhüttl da scheinbar manches aus dem Blick verloren. Irgendwie hatte ich das Gefühl aber schon 2003..

 

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September 9

Bücherverbrennung

Heinrich Heine war sehr weitsichtig, als er 1823 schrieb: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Auch er litt schon unter der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Vielleicht bin ich als Deutscher immer mit diesem Zitat im Hintergrund gerade so allergisch, wenn es um das Verbrennen von Büchern geht.

Wie sich ja durch die Presse zieht, will vorher in der Bedeutungslosigkeit stehende amerikanische Pastor Terry Jones pünktlich zum 11. September Korane verbrennen. Aus seiner Sicht sei dies ein Werk des Satans und schon in der Apostelgeschichte stünde, solche Bücher müssten verbrannt werden. Steht das denn da so? Ein Blick in das 19. Kapital der Apostelgeschichte (Vers 1 bis 22) zeigt – ja, da wurden Bücher verbrannt. Aber – die Bekehrten brachten ihre Bücher und verbrannten sie. Es wurden also keine fremden Werke genommen und zerstört. Vielmehr haben diejenigen, die den rechten Weg fanden aufgeräumt.

Das überrascht nicht. Es ist nicht nur die Essenz der Bergpredigt, dass eine Umkehr von innen kommen muss. Was Jones da macht, widerspricht klar der Schrift und lässt sich mit Jesus Worten in nichts rechtfertigen (einzig das „Aufräumen“ vor der Synagoge ginge in diese Richtung). Der Vatikan hat sich bezüglich Jones auch klar positioniert.

Was dabei auch nicht überrascht: Die Medien zitieren teilweise sogar diese Stelle aus der Apostelgeschichte. Sie verschweigen aber, dass in der Form wie Jones es anführt so da nicht steht. Schade. Vielleicht sollte manch ein Journalist doch einfach mal zur Bibel greifen.

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August 31

Statistik

Wie unterschiedlich man Statistiken lesen kann… Die Seitel kath-info.de lässt verlautbaren, dass von 1950 zu 2009 die evangelische Kirche nur 18 Millionen Mitglieder vorloren habe, die katholische Kirche aber nur 1,7 Millionen Mitglieder. Deutlicher: Die EKD hatte einst 42,2 Millionen Mitglieder und schrumpfte um 42,7% auf 24,2 Millionen; die katholische Kirche hatte 1950 23,2 Millionen und ist um 7,3% auf 23,2 Millionen gewachsen.

Dabei konnte die Plattform nicht umhin, der evangelischen Kirche nahezulegen, dass Zölibat einzuführen und sich gegen Abtreibungen einzusetzen. Wer mich kennt, weiß, dass ich sowohl Befürwortet des Zölibats als auch Abtreibungsgegener bin. Letzteres den evangelischen Mitschwestern und -brüdern nahezulegen, ginge ich noch konform. Beim Zölibat kann man aber wahrlich geteilter Auffassung sein (jedenfalls gab es das bei den Urchristen unstreitig nicht). Neben diesem aus meiner Sicht unnötigem Rat fragte ich mich – stimmen diese Zahlen?

Zunächst fand ich keine Zahlen für 1950. Doch fand ich auf dem Portal der katholischen Kirche Deutschland, dass seit 1974 die Mitgliederzahlen in der katholischen Kirche beständig sinken. Für vier Jahre gab es zwischenzeitlich einen Trend zu sinkenden Austrittszahlen, seit 2007 nehmen diese wieder zu. Dafür gibt es zwei Gründe: zum Einen der demographische Wandel zum Anderen mehr Aus- als Eintritte.

Auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz wurde dies mit einer Statistik von 1990 bis 2008 bestätigt. Die Zahl der Katholiken ging in diesem Zeitraum um rund drei Millionen zurück. Erstaunlicher fand ich bei dieser Statistik, dass gleichzeitig auch die Zahl der Gottesdienstbesucher zurück ging. Ich hätte ja eher erwartet, dass die unstetigen Geister die Kirche verlassen und der „harte Kern“ bleibt, den es allsonntäglich auch in die Kirche zieht. Hier wäre Ursachenforschung doch mal interessant.

Und dann konnte ich die Zahlen auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung zumindest für die katholische und indirekt für die evangelische Kirche bestätigt finden. Die Bundeszentrale liefert eine passende Erklärung gleich mit: Grund sind die Zuzüge. Aus aktuellem Anlass stelle ich mir die Frage, Herr Sarrazin, ob es der katholischen Kirche gerade durch die Migranten noch so gut geht (die Kirchensteuern hängen damit ja zusammen).

Ergo: Es gibt keinen Grund auf die evangelischen Geschwister zu zeigen. Auch wenn diese von den Austritten etwas mehr betroffen sind als wir, verdanken wir Zuzügen die Stabilität und nicht, weil wir so toll sind (sind wir natürlich trotzdem 😉 ).

Wir sollten uns mit den evangelischen Geschwistern also zusammen setzen und über eine neue Evangelisierung nachdenken, als diesen schlaue Ratschläge zu geben.

 

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August 18

Unterschiedliche Erfahrungen

so unterschiedlich können Erfahrungen sein. Der Catholism Wow-Blog und daran anknüpfend der Blog St. Dymphnas Gedankenwelt berichtet über Phrasen oder Wortgruppen, mit denen man „für immer aus dem Familienmeßkreis ausgeschlossen“ wird. Während Catholism Wow wohl eher von liberalen Geistern umringt wird, scheinen es bei St. Dymphnas doch eher die Jünger zu sein, die bei kath.net die überwiegenden Kommentare verfassen.

Mein reales Umfeld zuckt eher bei Begriffen wie Escriva als bei ZdK und wird ehr von „Armut Keuschheit Gehorsam“ gereizt als mit „für die Handkommunion“. Beim virtuellem Umfeld bin ich mir da nicht mehr so sicher…

Und wenn ich so recht darüber nachdenke frage ich mich, ob nicht mancher Konservativ ist und im anonymen Netz das auch auslebt, in der realen Welt aber lieber den liberalen mimt, weil man Konservativer gut anecken kann. Solange wir nicht in die Köpfe schauen können (vielleicht hat ja Schäuble schon was im Plan, wäre für sein jetziges Amt auch gut), werden wir es wohl nie wirklich erfahren.

 

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August 13

Aufschwung

Der Aufschwung kommt. Nein, vielmehr ist er da. Die gängingen Blätter reden ja nur vom Wirtschaftsaufschwung. kath.net berichtet jetzt von einem Aufschwung ganz anderer Art: Das Zisterzienserstrift Heiligenkreuz hat so viele Mönche wie noch nie. Während Die Welt vom stärksten Aufschwung seit 1987 berichtet, kann P. Wallner von der größten Welle seit dem Mittelalter berichten. Da kommt wahre Freude auf. Mögen die anderen Orden einen ähnlichen Aufschwung erleben.

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August 3

Wo Bücher brennen

Die amerikanische Kirche Dove World Outreach Center kam jetzt auf die überragende Idee, pünktlich zum 11. September eine öffentliche Koran-Verbrennung zu zelebrieren. CNN berichtete. WTF – Bücherverbrennung – schoß es mir zuerst durch den Kopf. Da haben wir Deutschen ja mannigfaltige Erfahrung, sowohl mit der Verbrennung der Bücher, Dichter die anmerkten, dass hiernach auch Menschen brennen und Denkmälern (Berliner Bebelplatz, sehenswert!), die uns an diesen Wahnsinn erinnern und mahnen.

Es scheint ein Merkmal der Geschichte zu sein, dass daraus nicht gelernt wird…

Und wieder frage ich mich an dieser Stelle, wie man mit Ausrichtung auf das Neue Testament ernsthaft Bücherverbrennung oder andere Akte der Gewalt rechtfertigen will. Geschweige denn, aus dem Neuen Testament eine Forderung dafür ableitet.

Ach ja genau – war da nicht was mit praktizierter Nächstenliebe? Und wer dem Islam unaufgeschlossen gegenübersteht, möge über die geforderte Feindesliebe mal nachdenken.

Die katholische Perspektive: Entgegen mancher Unkenrufe sind seit dem II. Vatikanischen Konzil andere Religionen zu respektieren. Das die Verbrennung religiöser Schriften ausschließt, ist selbstredend.

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Juli 29

Claus Hipp und das Werk Gottes

Der bekannte Produzent der gleichnamigen Kindernahrung Prof. Claus Hipp sprach in einer Tagungsstätte des Opus Dei (zu deutsch: Werk Gottes). Dies gab die Personalprälatur auf Ihrer Homepage bekannt. Hipp hat vor über zehn Jahren in einem Unternehmen eine Ethik-Charta eingeführt. Hiernach habe sich die Unternehmensführung zu richten.

Danach soll unter anderem Müttern die Möglichkeit gegeben werden, Ihre Kinder mindestens im esten Jahr selbst zu versorgen. Hier sei ein Umdenken im Sinne der Kinder erforderlich, „die sich nicht wehren können“. Ferner sei bei den Arbeitszeiten das Familienleben und die Kindererziehung besonders zu berücksichtigen.

Beruflich bedingt habe ich des öfteren Gelegenheit, Unternehmer auf Ihre Position zu diesen Fragen anzusprechen. Allzuoft höre ich dann, aus Kostengründen könne hierauf keine wirkliche Rücksicht genommen werden (Familie ist privat).

Dem Unternehmen Hipp kann nun keine Erfolglosigkeit bescheinigt werden. Liegt der Erfolg nicht vielleicht auch in der Beachtung der katholischen Soziallehre begründet? Dem Gläubigen mag das damit verbundene Wirken des Heiligen Geistes damit verbinden. Der Nicht-Gläubige möge bedenken, dass zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter besser arbeiten, weniger krank sind und die – in den Kosten IMO meist völlig unterschätzte – Fluktuation deutlich geringer ist.

Wirtschaftlicher Aufschwung durch Beachtung der katholischen Soziallehre?

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Juli 27

Angriff auf die Menschenwürde – Tagesspiegel

Malte Lehming hat im Tagesspiegel einen Kommentar zum Standpunkt der katholischen Kirche und der Menschwerdung geschrieben.

<schnipp>

Menschliches Leben beginnt, wenn Ei und Samen miteinander verschmelzen. Auf diesem Standpunkt steht die katholische Kirche.

</schnapp>

Bis dahin soweit richtig.

<schnipp>

Der Glaube, dass das Leben bereits mit der Verschmelzung von Ei und Samen beginnt, ist reichlich exotisch – jedenfalls historisch betrachtet und weltweit gesehen.

</schnipp>

Herr Lehming, die katholische Kirche beherbergt über eine Milliarde Gläubige. Sicherlich gehen nicht alle mit der Lehre konform. Aber dann seien evangelische Richtungen, die diese Meinungen teilen, hinzugezählt. Da von „weltweit“ „exotisch“ zu sprechen mutet exotisch an. Könnte es sein, dass der Verfasser hier über den Berliner Tellerrand nicht hinausgeschaut hat?

<schnipp>

Was sind die Konsequenzen dieser Überzeugung? Eine kleine absurde am Rande: Wenn der Mensch vollwertiger Mensch ist mit der Verschmelzung von Same und Ei, ist er ungefähr neun Monate älter, als in seinem Pass steht. Er dürfte also neun Monate früher seinen Führerschein machen und sich neun Monate früher pensionieren lassen.

</schnapp>

Ein Lächeln konnte ich mir über diesen Blödsinn nicht verkneifen. Selbst wenn wir uns alle in dieser Frage grün wären – das Gesetz knüpft hier an die Geburt an (ein Blick ins BGB hilft weiter). Das hat mit der Frage wann das Menschsein beginnt zunächst wenig zu tun. Sprich: Auch wenn wir uns einig wären – änderte sich daran nichts.

<schnipp>

In ihrer rigorosen Ausprägung führt die katholische Moral zu Konsequenzen, die sich nicht mehr mit den ethischen Empfindungen der Mehrheit der Bevölkerung deckt. Adäquater scheint das Konzept einer gestaffelten Schutzwürdigkeit des Menschen zu sein. Es ist wirklichkeitsnäher, weil sich unsere moralischen Empfindungen darin besser widerspiegeln.

</schnapp>

äh, ja und? Darf ich im Umkehrschluss daraus die Forderung ableiten, die katholische Moral habe sich nach der Masse zu richten? Urg. Dann müssten wir auch die Todesstrafe befürworten.. Interessant ist auch, dass der Autor mit „uns“ seine moralischen Empfindungen (hört sich nach ungesteuertem Reflex an) schön verallgemeinert. Ich bin nicht uns. Oder jedenfalls nicht er. Vielleicht ist er auch nicht uns. Oder so.

Und jetz kommt der Knaller:

<schnipp>

Jegliches Werten und Gewichten, Abwägen und Berechnen aus der moralischen Debatte zu verbannen – wo die Menschenwürde berührt ist, zählen solche Argumente nicht, sagen Katholiken -, zeugt von einer tief sitzenden Angst. Es ist die Angst vor dem Verlust der Maßstäbe und dem Triumph der Willkür.

</schnapp>

Mal ganz unter uns Betbrüdern.. war da nicht was von „Die Würde des Menschen ist unantasbar“? Ja, wenn die Menschenwürde angegriffen wird, überkommt mich Angst. Das ist für mich keine Frage ob katholisch oder nicht. Ich hoffe, die Angst überkommt auch Nicht-Katholiken. Ich will ja nicht wissentlich in die Godwin-Falle tappen – aber ja, wir haben da historisch allen Grund zu (auch außerhalb von Deutschland, Rettung vor Godwin) bei einem Angriff der Menschenwürde mit Angst zu reagieren. Aber nicht mit Angst und Verzweiflung. Sondern mit einem aus der Angst geborenem Mut, aufzustehen.

Die Frage die offen bleibt, wann ist ein Mensch ein Mensch.

Und so lange ich kein Abgrenzungskriterium höre, dass nicht einer Willkür geboren ist (dritter Monat ist Willkür, könnte ja auch der dreieinhalbte sein) – im Zweifel für den werdenden Mensch. Lehming vertritt den Ansatz, der Schutz müsse stufenweise aufgebaut werden. Aber warum ein werdendes Kind nach x Tagen schutzwürdig ist, nach x-1 Tagen aber nicht – da ist mir die Erklärung der „ethischen Empfindung“ doch ganz schön dünn. Darf der Schutz, der peu á peu aufgebaut wird auch wieder stückchenweise zurückgebaut werden?

 

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