Februar 20

kein Rost

In der Laudes zum heutigen Stundengebet heißt es im Benedictus-Antiphon:

Sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Rost noch Motten sie zerstören.

Das ist doch mal eine Ansage. Fernab von dem Jetzt-Leben, Jetzt-sich-selbst-verwirklichen, Auskosten-bis-zum-Schluss, Feiern-als-ob-es-kein-morgen-gäb.. kein was? Vielleicht wäre manche Feier entspannter, manches Person geruhsamer und manches Leben lebenswerter, wenn sie wüssten: Danach ist nicht Schluss. Nach dem Tod gibt es noch etwas. Du brauchst nicht versuchen, alles jetzt und sofort zu machen, als ob es kein Morgen gäbe. Gibt es nämlich.

Aber eine alte Weisheit sagt, man könne nichts mitnehmen. Nichts materielles, weshalb es ja auch Sinn macht, dies rechtzeitig zu verteilen (und manchmal lässt mich mein Beruf ja nicht los.. es hilft auch Erbstreitigkeiten zu vermeiden). Kann man wirklich nichts mitnehmen? Nein. Wenn am Tag des Jüngsten Gerichts über uns gerichtet wird – dann haben wir unsere Taten mitgenommen. Wir nehmen nichts materielles mit, wir nehmen ideeles mir. Und davon eine ganze Menge.

Die Fastenzeict ist ein guter Anlass, sich mal zu überlegen, womit man denn sein Päckchen schnüren möchte und was man lieber hier lässt (oder im Beichtstuhl). Denn beim Herrn rostet nichts und wird auch nicht zerfressen. Dort strahlt das Licht des Herrn.



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Veröffentlicht20. Februar 2010 von bengoshi in Kategorie "Glaubenspraxis