März 31

Oral- und Mundkommunion

Ich habe gerade auf kath.net während des Mittagessens ein wenig gestöbert. Und da viel mir zum wiederholten male die Anzeige des FE-Medienverlags zum Werk von Monika Winter Handkommunion oder Mundkommunion – ein Denkanstoß zum Empfang der heiligen Eucharestie auf. Okay, ich habe mir die Frage so in der Schlange stehend auch schon so einige male gestellt. In der St. Hedwig Kathedrale sah ich bei einem Gottesdienst, wie sich eine junge Frau vor den Priester kniete, um die heilige Eucharestie in Form der Mundkommunion zu empfangen. Dem Priester ging ein seelige Lächeln über das Gesicht. Okay, also schließt sich die Frage auch an – stehend oder kniend.

Dabei fällt mir dann immer der Blogeintrag von Bruder Lukas ein. Und ich muss immer an die Schnapper und die Frösche denken 😉

Die Bibelstellen die von den Verfechtern der Mundkommunionisten (wie auch immer die heißen mögen) zitiert werden, überzeugen mich nicht. Im Übrigen: Hat Jesus auf das letzte Abendmahl vorher dergestalt hingewiesen, dass er über die Form sprach? Und hat er den Aposteln das Brot in den Mund gelegt? Es klingt komisch und im es steht nicht in der Schrift. Das es da nicht steht, hat für mich auch einen klaren Grund – entweder war es den Verfassern so klar, dass sie es nicht erwähnenswert fanden (wer legt anderen Essen in den Mund? das wäre erwähnt worden) oder es wurde diesem keine Bedeutung beigemessen. Dann gibt es auch kein besser oder schlechter, sondern zwei gleichwertige Formen.

Im Übrigen: Die Mundkommunion stammt aus einer Zeit vor dem zweiten Vatikanum. Da trugen die Priester noch Handschuhe. Vielleicht für den Fall, dass doch mal einer zu früh zuschnappt.

 

 

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März 28

Alpha Kurs III

Es war an der Zeit für den dritten Teil des Alpha-Kurses. Arbeitsbedingt konnte ich die zuvor liegende Messe der Gemeinschaft Chemin Neuf nicht besuchen.

Diese findet immer donnerstags Abend statt und kann ich an dieser Stelle nur empfehlen. Es ist der lebende Beweis, welche Breite sich in der una sancta trotz Einheit möglich sind.

Wie wichtig etwas ist, merkt man oft erst, wenn es fehlt. Und so ging es mir hier auch: Die Messe führt gut zum Kurs hin.

Thema das dritten Abends ist Was kann mir Gewissheit im Glauben geben?. Wie immer ging es mit einem Abendessen los. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich die vielen Helfer im Hintergrund den Kurs in dieser Form ermöglichen. Ein Hoch für dieses Engagement. Es gab leckere Spinat-Nudeln. Die Tische sind gedeckt, es ist alles bereitet. Während die Teilnehmer in den Kleingruppen sind, räumen die Helfer wieder auf. Es wird offensichtlich alles getan, damit die Teilnehmer Gäste sind.

Das Thema löste in mir Assoziationen zu Themenkreisen wie Gottesbeweise auf. Mir gingen dabei sowohl die eher philosophischen Betrachtungen wie der ontologischen Gottesbeweis wie auch der pragmatische Ansatz der Kreationisten durch den Kopf. Eigentlich hätte mir jedoch klar sein müssen, dass es genau darum nicht geht. Der Alpha-Kurs zielt auf eine Glaubenserfahrung und nicht auf eine theologische Erkenntnis ab. Hier dürfte IMO auch ein Erfolg seines Erfolges liegen.

Es geht vielmehr um die Frage, wie ich zum Glauben finde. Tolles Thema, nur hätte ich mir unter der Überschrift etwas anderes vorgestellt.

Der Vortrag wurde diesmal von Pater Jäger CN gehalten. Aufgehängt wurde das Thema an dem Gemälde von Holman Hunt Das Licht der Welt. Es ist in der St. Pauls Cathedral in London zu sehen. Das Bild zeigt Jesus, der vor einer von Efeu zugewachsenen Tür steht. Die Besonderheit an der Tür ist, dass es an einer Klinke mangelt. Jesus steht vor unserer Tür, wir müssen nur öffnen, um ihn herein zu lassen. Er wartet auf der Tür vor uns. Wir müssen uns von diesem Kraut vor der Tür befreien, damit wir sie sehen.

Lassen wir Jesus herein, werden wir vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser verändert uns. Zum Einen verändern wir uns. Liebe und Freude erfüllen uns. Die Frucht des Heiligen Geistes beginnt in uns zu erwachen. Innere Ruhe erstrahlt ins uns, wenn wir dem Heiligen Geist Platz schaffen und lassen.

Zum Anderen erfahren wir Gewissheit über Gott (hier kommt der Titel zum Tragen). Mit dieser Erfahrung verhält es sich IMO wie mit der Verliebtheit. Wer sich nicht erfahren hat, dem ist kaum zu vermitteln, was es ist. Wir werden irgendwas von Schmetterlingen und so erzählen, aber recht schnell werden wir merken, dass das es nicht zu vermitteln ist. Man kommt zu dem Schluss: Wenn es soweit ist, weißt Du wovon wir reden. Genauso verhält es sich mit dem Glauben. In Worte ist es nicht recht zu fassen und jeder erfährt es auf seine Weise. Eines ist jedoch klar: Wer es einmal erfahren hat, für den ist sonnenklar, dass es die Liebe bzw. Gott gibt. Und auch wenn wir lange nicht verliebt waren, mögen wir am verzweifeln sein, aber wir sind uns der Existenz gleichwohl gewiss. Das gilt auch für die Erfahrung mit Gott. Wer ihn erfahren hat, ist sich seiner Existenz gewiss. Das Koordinatensystem verschiebt sich und die Fragen ändern sich. Weg vom „ob“ er existiert, mehr hin zum „wie“ können wir uns ihm (gegebenenfalls wieder) nähern.

Der Abend schloss nach dem Kleingruppengespräch gefühlt wieder viel zu früh um 22 Uhr mit einem Gebet.

 

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März 21

Alpha Kurs II

Am Donnerstag war es wieder soweit, Alpha-Kurs II. Das Thema wog diesmal deutlich schwerer als beim letzten mal: Warum starb Jesus.

Meine erste Assoziation war, dass der Kurs von einem Anglikaner bzw. Protestanten stammt: Wäre er Katholik, hätte er vielleicht eher auf die Auferstehung geschaut als Kreuzigung… Die Auferstehung ist natürlich nicht ohne Kreuzigung möglich, aber gerade die Auferstehung ist das wunderbare, die Überwindung des Todes. Sie zeigt uns, dass mit dem Tod das Leben nicht vorbei ist. Das unser Leben nicht nur aus dem hier und jetzt besteht, lässt das eigene Koordinatensystem verändern, wenn man sich diese Tatsache vor Augen führt und sacken lässt.

Um die Kreuzigung zu verstehen, muss man in Begriff der Sünde eintauchen. Was ist Sünde und was hat sie für Folgen? Diese Begrifflichkeit ist IMHO besser von hinten aufzuzäumen: Die Sünde führt zu einem Abstand von Gott, durch sie entfernt man sich von ihm. Sünde kommt von absondern. Sünde ist also all das, was uns von Gott entfernt. Was das ist, erfahren wir von Jesus. Genauso erfahren wir von ihm, wie wir uns zu verhalten haben, siehe hierzu insbesondere die Bergpredigt (Mat 5-7). Das die Sünde uns von Gott entfernt, spüren wir gleichsam in menschlichen Beziehungen: Streiten wir uns mit jemanden, entfernen wir uns von ihm körperlich als auch gefühlsmäßig. Genauso entfernen wir uns von Gott.

Was hat es jetzt nun mit der Kreuzigung auf sich? Die Sünde wurde von Jesus durch die Kreuzigung hinweg genommen. Er hat unsere Schuld auf sich geladen, damit wir den Weg zu Gott finden. Man kann sich das auch als Schuldübernahme vorstellen: Ein guter Freund von uns hat Schulden, wir übernehmen sie, um sie von ihm zu nehmen. Jesus hat durch seinen Tod für unsere Sünden bezahlt.

Warum aber sagte Jesus am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mat 27, 46). Da landeten wir in der Kleingruppe wieder bei der durchaus spannenden Trinitätsfrage. Wenn Jesus Gott ist, wie kann er sich dann von sich selbst verlassen? Hier steckten wir dann leider etwas fest. Ich wühlte im Nachgang mich durch etliche Bücher um die Lösung Gumbels Fragen an das Leben – das Gute liegt so nah 😉 Als Jesus am Kreuz hing, nahm er alle unsere Sünden auf sich. Hierdurch wurde er von Gott, dem Herrn getrennt. Als ich das las, wurde mir diese Szene deutlich.

Erfahrung für mich aus diesem Abend (und durch die Nachbearbeitung): Die Kreuzigung hat für mich eine neue, besondere Bedeutung gewonnen. Ich kann umso mehr verstehen, warum der Karfreitag bei Protestanten einen Stellenwert hat, der uns dem Ostersonntag zusteht. Auch das Überdenken über den Begriff der Sünde war bereichernd und hat in die Tiefe dieser Begrifflichkeit ein wenig schauen lassen. Eine gute Anregung für neue Gedanken.

 

 

 

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März 9

Alpha Kurs I

Ich habe letzte Woche einen Alpha-Kurs in unserer Gemeinde begonnen. Ich hatte im Vorfeld bereits einiges darüber gelesen, auch kritisches. In Vorbereitung zum Kurs begann ich, das Werk des Gründers Nicky Gumbel Fragen an das Leben zu lesen. Bevor ich meinen ersten Kurs-Abend beginnen konnte, rief ich noch einen Verwandten an, um zum Geburtstag zu gratulieren. Ich berichtete, dass ich sogleich einen Alpha-Kurs besuche. Ohje, dort wird der Heilige hervorgeholt und es sei evangelikal, hörte ich. Dies kam mir sehr bekannt vor, aber da wollte ich meine eigenen Erfahrungen machen. Da es sich überdies um eine katholische Gemeinde handelt, sah ich dem Einwand evangelikal gelassen entgegen (ob das auch wirklich ein Kritik-Punkt wäre, sei mal dahingestellt).

Direkt vor dem Kurs gibt es die Gemeinschaftsmesse der Gemeinschaft Chemin Neuf. Eine gute Einstimmung und Vorbereitung. Gestärkt durch die heilige Messe konnten die Spiele beginnen..

Der Kurs beginnt mit einem Abendessen im Gemeindesaal. An meinem Tisch saßen vier weitere Personen, wovon eine Frau der Gemeinschaft Chemin Neuf zugehörig ist. Die Tischnachbarn entpupten sich schnell als interessante Mischung. Wir sprachen dabei unter anderem darüber, warum wir den Alpha-Kurs besuchten. Eine Dame erläuterte, sie sei katholisch getauft. Nach einem Exkurs zum Buddismus habe sie den Weg zu den Ursprüngen gesucht. Als ihre Tochter geboren wurde, wollte sie diese christlich taufen lassen. Dabei musste sie überraschend feststellen, dass es nach wie vor keine Möglichkeit der christlichen Taufe gibt, sondern nur eine evangelische, katholische etc. Interessante Vorstellung. Jedenfalls wolle sie hier einen Weg zurück zum Christentum finden oder sich zumindest inspirieren lassen. Ein weiterer Tischnachbar sagte, er lese regelmäßig die Evangelien. Wenn sich alle an den Evangelien hielten, kämen wir Jesus nahe. Nun ja, ich habe noch keine evangelikale christliche Gruppe kennen gelernt, die sich nicht genau das auf die Fahnen schrieben..

Nach dem Abendessen hielt Pater Gerold Jäger CN den Vortrag Wer ist Jesus. Der Vortrag kann IMHO in Gumbel Fragen an das Leben nachgelesen werden (Kapitel 2: Wer ist Jesus). Das war an sich gut; aber da ich das Buch zeitnah vorher las, nahm es für mich etwas an Spannung. Abgekämpft von der Arbeit kam das meiner Konzentrationsstatus allerdings zugute. Sehr positiv war, dass auch zwischendurch kurze Pausen gab – es war bis dahin circa 20 Uhr.

Der Vortrag zeigt auf, dass es keine ernstzunehmenden Zweifel daran gibt, dass es Jesus als historische Person gab. Hiernach geht auf die Frage der Göttlichkeit Jesus ein. Nach Gumbel kann es sich bei Jesus nur um einen gerissenen Betrüger, einen Verrückten oder um Gottes Sohn handeln. Die ersten beiden Möglichkeiten werden dabei erwartungsgemäß ausgeschlossen.

Nach dem Vortrag gab es eine kurze Pause und danach fand man sich in Kleingruppen mit circa acht Personen und zwei Gruppenleitern zusammen. Das Thema des Vortrags wurde aufgegriffen und besprochen. Als der Gruppenleiter Fragen formulierte (Was hast Du beim Vortrag gedacht etc) kam es zuerst zu betretendem Schweigen, was auch zwischendurch immer wieder auftrat. Vielleicht hat es Methode, ich wäre eher versucht gewesen, dem etwas mehr Schwung zu verleihen (der auch da war, um keinen falschen Eindruck zu erwecken). Es gab eine kleine Vorstellungsrunde und die Teilnehmer erläuterten, wie sie zu dem Kurs kamen. Das Buddismus en vogue ist, bestätigte sich insofern, als das auch eine zweite Teilnehmerin andeutete, hier Erfahrungen gesammelt zu haben. Ich hielt mich dabei doch noch zurück, da ich weiß, dass ich bei Thema mit Freuden ins Reden kommen kann.. 😉

Themen die dabei angerissen wurden, waren unter anderen die Trinität. Da habe ich gerade erst etwas zu geschrieben. Ein weiterer Punkt, den ich selbst auch immer wieder spannend finde, war die Thematik Altes und Neues Testament und ihre Beziehung zu einander. Ein Teilnehmer führte an, dass Jesus den neuen Bund geschlossen habe (1 Kor 11,25). Das Alte Testament sei hierdurch hinfällig und habe nur noch die Funktion einer Chronik. Das sehe ich aber anders (wenn ich nicht so gegen künstliche sprachliche Veränderungen wäre, fände ich den Begriff erstes Testament ja angenehmer als den Begriff Altes Testament). Der Konflikt ergibt sich IMHO aus einer Stelle des Matthäus-Evangeliums (Mat 5,17-20): Meint nicht, ich bin gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Nicht um aufzulösen, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen. Denn, amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, soll vom Gesetz nicht ein einziges Jota oder ein einziges Häkchen vergehen, bis alles geschieht. Wer also auch nur eines dieser Gebote auflöst, und sei es das kleinste, und die Menschen so lehrt, der wird der Geringste sein im Himmelreich. Wer aber tut, was das Gebot verlangt, und so lehrt, der wird gross sein im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, werdet ihr nicht ins Himmelreich hineinkommen.

Das heißt für mich: Angesagt ist nicht der Weg des geringsten Widerstandes, keine Kuschelreligion, sondern harter Tobak. Und wir reden hier ja über einen Ausschnitt aus der Bergpredigt, also auch nicht irgendeiner Stelle aus dem Neuen Testament. Die Speisegesetze hob Jesus auf (Damit erklärte er alle Speisen für rein, Mk 7, 19). Aber etwas wie die Beschneidung (Apostelgeschichte 15,6 und Römer 2,25). Und so ganz konsequent sind wir Katholiken (aber auch die Orthodoxen) da nicht: Ein Bischof muss ohne Tadel sein: der Mann einer einzigen Frau […]. (1 Tim 3,1). Nun ja. Die Auflösung dazu habe ich für mich noch nicht gefunden. Der Abend hat mir das Thema aber wieder vor Augen geführt und mir gezeigt, dass ich da noch arbeiten muss.

Der Abend schloss um 22 Uhr mit einem Gebet.

Resümee: Der erste Abend war angenehm und anregend. Ich bin gespannt auf den nächsten Donnerstag, wenn es weiter geht. Das nächste Thema ist Warum starb Jesus.

 

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März 3

Wer ist Jesus? Gedanken zur Trinität

Ich lese gerade Nicky Gumbel Fragen an das Leben. Zu den einzelnen Kapiteln gibt es im Anhang jeweils Fragen zur Reflektion. Zu dem Kapital Wer ist Jesus ist unter anderem die Frage aufgeführt:

Wenn Jesus der Sohn Gottes ist, was bedeutet das dann für Sie?

IMHO eine gute Frage, weil sie die Trinitätslehre tief berührt. Ich hatte mit 19 ein fruchtbares und respektvolles Gespräch mit einem Muslim, der den Christen „vorwarf“, sie seien Polytheisten. Sie glaubten an mindestens drei Götter (Gott Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist) und für den katholischen Zweig müssen man fasst Maria und die Heiligen mit zur Abteilung der Götzenanbetung hinzufügen. Vordergründig hat das schon mal Charme. Aber irgendwie fühlte ich mich da unverstanden 😉 – denn ich glaube nur an einen Gott. Aber es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, wie die Trinität zu verstehen sei. Mal ging es ein wenig weg von der Lehre, mal wieder ein wenig hin. Eine lange Zeit verhielt sich mein Verhältnis zur Lehre wie bei einer Springprozession. Aber man erreicht bei dieser sein Ziel irgendwann, auch wenn Kraft kostet.

Wer oder was war denn Jesus? Der Sohn Gottes – das hieße ja auch, es müsste eine Mutter geben – Maria. Also war Jesus nur ein Halbgott wie in der griechischen Mythologie?

Nein, das ist weder richtig trifft es das, was Jesus sagte.

Er sprach von Gott als seinem Vater – so wie wir es ja heute noch im Vater unser nachsprechen. Er stand mit ihm per Du. Nun ja, dem könnte man ja entgegen setzen, dass wir auch den Begriff Vater im weiteren Sinne verwenden: Vaterland, Herbergsvater, nicht übersetzt den Patre als Mafio-Boss… Nun ist weder Gott noch Jesus ein krimineller 🙂 Jesus-Leben ist sündenfrei..
Vater vielleicht in dem Sinne, dass wir alle Gottes Kinder sind – und damit auch Jesus – und Gott Vater unser Vater im metaphysischen Sinne ist?

Aber wie verhält es sich dann mit der Auferstehung? Das Jesus wieder lebte, dafür gab es etliche Zeugen. Wenn er göttlich war, konnte er nicht sterblich sein (ist unsterblich ein zwangsläufiger Bestandteil des Göttlichen oder umgekehrt schließt Sterblichkeit Göttlichkeit aus?).

Dann überrascht die Auferstehung nicht wirklich. Richtiger wäre wohl: Fortleben auch über einen zeitweiligen physischen Tod hinaus. Okay, Jesus ist göttlich. Dafür sprechen auch die zahlreichen Wunder, die in den Evangelien dokumentiert sind. Wer an dieser Stelle einwirft, dass sich die Zuschauer von Jesus ob ihren geringen Bildungsgrades nur täuschen liesen und alles Tricks waren: So viele liesen sich beständig foppen? Kein Mitwisser hat ausgepackt (spätestens im Rahmen der Christenverfolgung)? Und Jesus war als „normaler“ Mensch seiner Zeit den anderen in Naturwissenschaft und Medizin so viel weiter? Nein, dass klingt ebensowenig überzeugend wie die Behauptung, die Amerikaner hätten die Mondlandung sieben mal im Studio nur gespielt. Auch da haben 30.000 Menschen die daran beteiligt waren, nie ausgepackt und die Russen haben sich einfach mal so vorführen lassen. Sehr glaubhaft.
Mithin, Jesus war göttlich.

Also gibt es zwei Götter.. und da war da noch was mit dem Heiligen Geist (hierzu ein anderes mal)?

Aber sprach Gott, der Herr nicht in den Zehn Geboten: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben?

Also doch nur Gott-Vater?

Jesus ist für mich Gott. Gott ist Jesus. Und auch der Heilige Geist ist Gott.

Für mich ist Jesus nichts anderes als die Mensch gewordene Offenbarung Gottes. Es verhält sich so wie mit dem Wasser: Das gleiche Wasser kann uns einmal gasförmig, einmal flüssig und einmal fest erscheinen. Wir reden aber über das gleiche Wasser. Nur der Agregatszustand hat sich geändert. So verhält es sich für mich auch mit Jesus. Er ist Gott. Nur in einer anderen Form.

Was das für mich bedeutet? Dass das Leben Jesu und seine Worte direkt Gottes Ursprung sind. Hier erfahren wir direkt etwas von Gott, was wir in solcher Form zuvor kaum erfahren haben (beispielsweise aber die Zehn Gebote). Seine Worte haben fundamentalen Wert.

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