März 28

Alpha Kurs III

Es war an der Zeit für den dritten Teil des Alpha-Kurses. Arbeitsbedingt konnte ich die zuvor liegende Messe der Gemeinschaft Chemin Neuf nicht besuchen.

Diese findet immer donnerstags Abend statt und kann ich an dieser Stelle nur empfehlen. Es ist der lebende Beweis, welche Breite sich in der una sancta trotz Einheit möglich sind.

Wie wichtig etwas ist, merkt man oft erst, wenn es fehlt. Und so ging es mir hier auch: Die Messe führt gut zum Kurs hin.

Thema das dritten Abends ist Was kann mir Gewissheit im Glauben geben?. Wie immer ging es mit einem Abendessen los. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich die vielen Helfer im Hintergrund den Kurs in dieser Form ermöglichen. Ein Hoch für dieses Engagement. Es gab leckere Spinat-Nudeln. Die Tische sind gedeckt, es ist alles bereitet. Während die Teilnehmer in den Kleingruppen sind, räumen die Helfer wieder auf. Es wird offensichtlich alles getan, damit die Teilnehmer Gäste sind.

Das Thema löste in mir Assoziationen zu Themenkreisen wie Gottesbeweise auf. Mir gingen dabei sowohl die eher philosophischen Betrachtungen wie der ontologischen Gottesbeweis wie auch der pragmatische Ansatz der Kreationisten durch den Kopf. Eigentlich hätte mir jedoch klar sein müssen, dass es genau darum nicht geht. Der Alpha-Kurs zielt auf eine Glaubenserfahrung und nicht auf eine theologische Erkenntnis ab. Hier dürfte IMO auch ein Erfolg seines Erfolges liegen.

Es geht vielmehr um die Frage, wie ich zum Glauben finde. Tolles Thema, nur hätte ich mir unter der Überschrift etwas anderes vorgestellt.

Der Vortrag wurde diesmal von Pater Jäger CN gehalten. Aufgehängt wurde das Thema an dem Gemälde von Holman Hunt Das Licht der Welt. Es ist in der St. Pauls Cathedral in London zu sehen. Das Bild zeigt Jesus, der vor einer von Efeu zugewachsenen Tür steht. Die Besonderheit an der Tür ist, dass es an einer Klinke mangelt. Jesus steht vor unserer Tür, wir müssen nur öffnen, um ihn herein zu lassen. Er wartet auf der Tür vor uns. Wir müssen uns von diesem Kraut vor der Tür befreien, damit wir sie sehen.

Lassen wir Jesus herein, werden wir vom Heiligen Geist erfüllt. Dieser verändert uns. Zum Einen verändern wir uns. Liebe und Freude erfüllen uns. Die Frucht des Heiligen Geistes beginnt in uns zu erwachen. Innere Ruhe erstrahlt ins uns, wenn wir dem Heiligen Geist Platz schaffen und lassen.

Zum Anderen erfahren wir Gewissheit über Gott (hier kommt der Titel zum Tragen). Mit dieser Erfahrung verhält es sich IMO wie mit der Verliebtheit. Wer sich nicht erfahren hat, dem ist kaum zu vermitteln, was es ist. Wir werden irgendwas von Schmetterlingen und so erzählen, aber recht schnell werden wir merken, dass das es nicht zu vermitteln ist. Man kommt zu dem Schluss: Wenn es soweit ist, weißt Du wovon wir reden. Genauso verhält es sich mit dem Glauben. In Worte ist es nicht recht zu fassen und jeder erfährt es auf seine Weise. Eines ist jedoch klar: Wer es einmal erfahren hat, für den ist sonnenklar, dass es die Liebe bzw. Gott gibt. Und auch wenn wir lange nicht verliebt waren, mögen wir am verzweifeln sein, aber wir sind uns der Existenz gleichwohl gewiss. Das gilt auch für die Erfahrung mit Gott. Wer ihn erfahren hat, ist sich seiner Existenz gewiss. Das Koordinatensystem verschiebt sich und die Fragen ändern sich. Weg vom „ob“ er existiert, mehr hin zum „wie“ können wir uns ihm (gegebenenfalls wieder) nähern.

Der Abend schloss nach dem Kleingruppengespräch gefühlt wieder viel zu früh um 22 Uhr mit einem Gebet.

 


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Veröffentlicht28. März 2010 von bengoshi in Kategorie "Glaubenspraxis