Juli 29

Claus Hipp und das Werk Gottes

Der bekannte Produzent der gleichnamigen Kindernahrung Prof. Claus Hipp sprach in einer Tagungsstätte des Opus Dei (zu deutsch: Werk Gottes). Dies gab die Personalprälatur auf Ihrer Homepage bekannt. Hipp hat vor über zehn Jahren in einem Unternehmen eine Ethik-Charta eingeführt. Hiernach habe sich die Unternehmensführung zu richten.

Danach soll unter anderem Müttern die Möglichkeit gegeben werden, Ihre Kinder mindestens im esten Jahr selbst zu versorgen. Hier sei ein Umdenken im Sinne der Kinder erforderlich, „die sich nicht wehren können“. Ferner sei bei den Arbeitszeiten das Familienleben und die Kindererziehung besonders zu berücksichtigen.

Beruflich bedingt habe ich des öfteren Gelegenheit, Unternehmer auf Ihre Position zu diesen Fragen anzusprechen. Allzuoft höre ich dann, aus Kostengründen könne hierauf keine wirkliche Rücksicht genommen werden (Familie ist privat).

Dem Unternehmen Hipp kann nun keine Erfolglosigkeit bescheinigt werden. Liegt der Erfolg nicht vielleicht auch in der Beachtung der katholischen Soziallehre begründet? Dem Gläubigen mag das damit verbundene Wirken des Heiligen Geistes damit verbinden. Der Nicht-Gläubige möge bedenken, dass zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter besser arbeiten, weniger krank sind und die – in den Kosten IMO meist völlig unterschätzte – Fluktuation deutlich geringer ist.

Wirtschaftlicher Aufschwung durch Beachtung der katholischen Soziallehre?

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Juli 27

Angriff auf die Menschenwürde – Tagesspiegel

Malte Lehming hat im Tagesspiegel einen Kommentar zum Standpunkt der katholischen Kirche und der Menschwerdung geschrieben.

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Menschliches Leben beginnt, wenn Ei und Samen miteinander verschmelzen. Auf diesem Standpunkt steht die katholische Kirche.

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Bis dahin soweit richtig.

<schnipp>

Der Glaube, dass das Leben bereits mit der Verschmelzung von Ei und Samen beginnt, ist reichlich exotisch – jedenfalls historisch betrachtet und weltweit gesehen.

</schnipp>

Herr Lehming, die katholische Kirche beherbergt über eine Milliarde Gläubige. Sicherlich gehen nicht alle mit der Lehre konform. Aber dann seien evangelische Richtungen, die diese Meinungen teilen, hinzugezählt. Da von „weltweit“ „exotisch“ zu sprechen mutet exotisch an. Könnte es sein, dass der Verfasser hier über den Berliner Tellerrand nicht hinausgeschaut hat?

<schnipp>

Was sind die Konsequenzen dieser Überzeugung? Eine kleine absurde am Rande: Wenn der Mensch vollwertiger Mensch ist mit der Verschmelzung von Same und Ei, ist er ungefähr neun Monate älter, als in seinem Pass steht. Er dürfte also neun Monate früher seinen Führerschein machen und sich neun Monate früher pensionieren lassen.

</schnapp>

Ein Lächeln konnte ich mir über diesen Blödsinn nicht verkneifen. Selbst wenn wir uns alle in dieser Frage grün wären – das Gesetz knüpft hier an die Geburt an (ein Blick ins BGB hilft weiter). Das hat mit der Frage wann das Menschsein beginnt zunächst wenig zu tun. Sprich: Auch wenn wir uns einig wären – änderte sich daran nichts.

<schnipp>

In ihrer rigorosen Ausprägung führt die katholische Moral zu Konsequenzen, die sich nicht mehr mit den ethischen Empfindungen der Mehrheit der Bevölkerung deckt. Adäquater scheint das Konzept einer gestaffelten Schutzwürdigkeit des Menschen zu sein. Es ist wirklichkeitsnäher, weil sich unsere moralischen Empfindungen darin besser widerspiegeln.

</schnapp>

äh, ja und? Darf ich im Umkehrschluss daraus die Forderung ableiten, die katholische Moral habe sich nach der Masse zu richten? Urg. Dann müssten wir auch die Todesstrafe befürworten.. Interessant ist auch, dass der Autor mit „uns“ seine moralischen Empfindungen (hört sich nach ungesteuertem Reflex an) schön verallgemeinert. Ich bin nicht uns. Oder jedenfalls nicht er. Vielleicht ist er auch nicht uns. Oder so.

Und jetz kommt der Knaller:

<schnipp>

Jegliches Werten und Gewichten, Abwägen und Berechnen aus der moralischen Debatte zu verbannen – wo die Menschenwürde berührt ist, zählen solche Argumente nicht, sagen Katholiken -, zeugt von einer tief sitzenden Angst. Es ist die Angst vor dem Verlust der Maßstäbe und dem Triumph der Willkür.

</schnapp>

Mal ganz unter uns Betbrüdern.. war da nicht was von „Die Würde des Menschen ist unantasbar“? Ja, wenn die Menschenwürde angegriffen wird, überkommt mich Angst. Das ist für mich keine Frage ob katholisch oder nicht. Ich hoffe, die Angst überkommt auch Nicht-Katholiken. Ich will ja nicht wissentlich in die Godwin-Falle tappen – aber ja, wir haben da historisch allen Grund zu (auch außerhalb von Deutschland, Rettung vor Godwin) bei einem Angriff der Menschenwürde mit Angst zu reagieren. Aber nicht mit Angst und Verzweiflung. Sondern mit einem aus der Angst geborenem Mut, aufzustehen.

Die Frage die offen bleibt, wann ist ein Mensch ein Mensch.

Und so lange ich kein Abgrenzungskriterium höre, dass nicht einer Willkür geboren ist (dritter Monat ist Willkür, könnte ja auch der dreieinhalbte sein) – im Zweifel für den werdenden Mensch. Lehming vertritt den Ansatz, der Schutz müsse stufenweise aufgebaut werden. Aber warum ein werdendes Kind nach x Tagen schutzwürdig ist, nach x-1 Tagen aber nicht – da ist mir die Erklärung der „ethischen Empfindung“ doch ganz schön dünn. Darf der Schutz, der peu á peu aufgebaut wird auch wieder stückchenweise zurückgebaut werden?

 

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Juli 27

Apfelkuchen

… auch wenn so viel Apfelkuchen keiner brauchen kann – es wäre besser gewesen, wenn Eva H. weitergebacken hätte. Vielleicht könnte sie diese ja verkaufen und mit dem Erlös eine Selbsthilfegruppe unverstandener Genies eröffnen. Neben einem Bischof fielen mir da spontan einige Politiker ein, die sich bestens eigenten…

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Juli 26

Nagelprobe bestanden – nix neues

Es gibt so typische Nagelproben: Willst Du beispielsweise wissen, wie weit es mit der Friedenspartei SED PDS LINKE gediehen ist, lässt man einfach mal den Satz fallen, die Bundeswehr hätte die NVA überrollt (spielt IMO überhaupt gar keine Rolle ob dem so sei). Von entscheidender Bedeutung für so eine Fragestellung ist, dass man sich ausreichend Popcorn zur Seite gelegt hat, um das anschließende Spektakel genießen zu können. Soviel also zu der Partei die gegen jeden Krieg ist. Ein weniger beschauliche Veranstaltung (also eher Sandsack zum Agressionsabbau zur Seite legen) stellt es dar, wenn man die Ausländerfreundlichkeit mal hier und da testet. So beim gemütlichen Grillabend oder so. Rezept: Ich finde, die Muslime sollten Bauplatz in der Fläche für Moscheen bekommen, wie er in der jeweiligen Kommune auch für Kirchen verbaut wurde. Nein, das sehe ich nicht so. Aber es ist erschreckend zu sehen, wie schnell sich selbst bei liberalen Geistern bei einem solchen Thema brauner Sumpf breit macht.

Fast langweilig mutet es da an, dass Jesuiten so etwas nicht passiert. Erwartungsgemäß wird fein argumentiert, wie es mit dem Bau der Moscheen sich denn so verhalte. So berichtet Tobias Specker SJ in der Ausgabe 2/2010 des Jesuiten-Magazins. Lesenswert. Manchmal gefällt mir Langeweile.

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Juli 23

Mixa und die unendliche Geschichte

Bischof a.D. Mixa nimmt seinen Altersruhesitz im Kloster Maria Stern Fünfstetten ein. Das Kloster ist ein Altersruhesitz für Nonnen. Ich frage mich da doch – was macht Mixa dann da? Gibt es keinen Altersruhesitz für Mönche? Wäre das nicht passender? Könnte man meinen. Aber dieser Ruhesitz liegt nur eine Dreiviertelstunde von Augsburg weg. Ich hege ja arge Zweifel, ob sich Augsburg damit einen Gefallen tut. Ich würde dort kein Bischofsamt antreten wollen, wenn unter diesen Umständen der Amtsvorgänger noch herumspukt. Es wäre IMHO für alle Seiten besser gewesen, auch räumliche Distanz zu wahren. Der Mensch Mixa könnte besser zur Ruhe kommen und käme nicht in die Versuchung, einem neuen Bischof dazwischen zu funken.

Zumal – willkommen scheint der Skandal-Bischof ja nun wahrlich nicht zu sein. kath.net zitiert die Provinzvikarin Sr. Rauch mit den Worten: „Wir haben ihn nicht eingeladen, sondern sind gebeten worden, ihn bei uns aufzunehmen.“ Herzlich Willkommen..

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Juli 13

Warum britische Monarchen keine Katholiken heiraten dürfen

…auf kath.net las ich jetzt in einem Artikel, dass ein britischer Monarch jeden und alles heiraten darf, so lange er / sie nicht Katholisch ist.

<schnipp>

Bischof Joseph Devine von Motherwell erklärte: «Wenn ein Monarch einen Scientologen, einen Muslim, Buddhisten, Moon-Anhänger und sogar einen Satanisten heiraten darf, nicht aber einen Katholiken, dann läuft hier irgendwas ziemlich falsch.»

</schnapp>

Da ist nix falsch. Nun ja, was soll ich dazu sagen, wenn in der einen Reihe Satanisten, Scientologen, Moon-Anhänger – Anglikaner müssen auch in diese Aufzählung, sind britische Monarchen ja in der Regel – stehen und auf der anderen Seite Katholiken. Das beruhigt mich doch, stehe ich offensichtlich auf der richtigen Seite.

Gut, dass mal jemand geklärt hat, wo oben und wo unten ist.

 

 

und um Missverständnissen vorzubeugen: 😉

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