Dezember 25

Der Bundesgerichtshof und der Glaube

Die Süddeutsche Zeitung berichtete über einen interessanten Strafrechtsfall: Bei einem Tatverdächtigen wurde eine Wanze in seinem Auto montiert. Während er alleine fuhr, führte er ein Selbstgespräch und gestand dabei einen Mord. Die Frage war, ob eine solche Aussage verwertbar ist. Ist sie nicht, wie der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt entschied. Nach dem BGH ist das Selbstgespräch keine Form der Kommunikation, sondern wie ein Gedanke zu behandeln. Und Gedanken sind – das entsprechende Lied dürfte bekannt sein – frei. Soweit so gut. Aber dann wurde es erst richtig interessant:

„Und die Frage, was genau ein Selbstgespräch ist, wird weiter diskutiert werden. Ein Gebet – wenngleich durch die Religionsfreiheit geschützt – sei jedenfalls keines, sondern Kommunikation, hatte Fischer in der Verhandlung angemerkt. Was ihm den Widerspruch eines Rechtsanwalts eintrug: ‚Gott antwortet nicht.‘ Darauf [der Richter] Fischer: ‚Manchen antwortet er.'“

Damit dürfte nunmehr durch ein Bundesgericht festgestellt worden sein – das Gebet ist ein Dialog mit Gott. Vielleicht nicht für jeden, aber für manchen. Dazu fällt mir nur ein: „Suchte und ihr werdet finden.“ (Lk 11,9)

 

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Dezember 6

BPT der Piraten

„Auch für die weltanschauliche Neutralität des Staates sprachen sich die Mitglieder aus. Die Piratenpartei will religiöse und staatliche Belange trennen. Finanzielle und strukturelle Privilegien für einzelne Glaubensgemeinschaften sollen ebenso abgeschafft werden wie die Erfassung der Religionszugehörigkeit durch staatliche Stellen. Kirchenbeiträge sollen nicht mehr durch den Staat eingezogen werden.“ So lautet die Pressemitteilung der Piratenpartei vom 4. Dezember 2011. Ich habe zweimal Piraten gewählt. Beim ersten mal (der letzten Bundestagswahl) war mir schon klar, dass es wohl das letzte mal gewesen sein wird. Berlin habe ich mich aufgrund der Kommentare der SPD und der Grünen nochmal dazu durchgerungen. So sympatisch ich das Engagement finde, so unwählbar sind sie für mich geworden.

Über das bedingungslose Grundeinkommen mag ich gar nichts schreiben. Das halte ich für derart realitätsfremd, dass sich ein Kommentar nicht lohnt.

Mir geht es um das obige Zitat. Trennung von Staat und Kirche – interessant. Geht es hier um Sakularisierung? Nein, hier geht es um eine Zurückdrängung der Kirche. Weltanschauliche Neutralität suggeriert, dass Menschen per se areligiös handeln und denken könnten. Das ist Unsinn. So wie die Entscheidungsfindung eines Atheisten durch seine Weltanschauung gebildet wird, wird sie beim gläubigen Menschen durch seine Religion mitgeprägt. Beides hat seine Berechtigung. Eine weltanschauliche Neutralität ist aber eine Illusion. Hier sollen scheinbare Minderheiten ruhig gestellt werden. Nicht mehr und nicht weniger. Es bestätigt sich mein Vorurteil, dass diejenigen, die am lautesten nach Freiheit und Toleranz schreien, dies am wenigstens durchsetzen (wollen).
Und ja, es gibt ein Band zwischen den Großkirchen und dem Staat – ohne das eine Staatskirche vorläge. Eine Staatskirche läge vor, wenn die Zugehörigkeit Bedingung für staatliche Ämter wäre. Wer ein Problem mit unserem Verhältnis von Kirche und Staat hat, möge daran denken, wie dieses entstanden ist und wie das Resultat aussieht. Die Volkskirchen stellen zwar eine Stimme dar – aber sie sind „ungefährlich“. Wer bei den Begriffen Islamismus und radikale Evangelikale zuckt, sollte dies bedenken.
Mein Augenmerk liegt aber bei der Kirchensteuer. Interessant, dass sich aus kirchenfernen Kreisen Sorge um die Kirchensteuerdaten gemacht wird. Klingt für mich nach Zwangsbeglückung. Wobei ich die Betonung auf Zwang lege. Es gibt einen Professor für Steuerrecht an der FU Berlin, der  bei dem Thema Kirchensteuer immer klar sagt: Gerade die Nichtmitglieder sollten für den Erhalt sein, andernfalls hätte dies eine Erhöhung der Sozialausgaben zur Folge, die sie selbst mittragen müssten. Da liegt der Punkt, der gerne übersehen wird. Das Sozialsystem in Deutschland hat sich da ganz gut eingerichtet. Ich rede nicht von kirchlichen Krankenhäuser oder Kitas, die auch so staatlich finanziert werden. Ich rede von Schulen, die nur teilweise staatlich finanziert werden und bei denen die Elternbeiträge nicht reichen. Ich rede von der Seelsorge. Ich rede von den Kinder-, Jugend- und Seniorenbetreuungen, die zwar vielfach von Ehrenamtlichen übernommen werden, dessen Rahmengestaltung trotzdem kostet.
Warum macht es Sinn, dass dies über den Staat läuft? Weil es effizient ist. Die Finanzämter haben damit de facto keine Arbeit. Denn immer wenn es zu Streitigkeiten kommt, wird der Fall an die Kirche abgegeben. Die Verwaltung lässt sich der Staat bezahlen, auch das wird ganz gerne vergessen. Immer wieder wird sich bei Spendenorganisationen darüber aufgeregt, dass der Verwaltungsapparat zuviel auffrist. Zuwenig kommt von der Spende beim eigentlichen Zweck an. Die Kirchensteuer sorgt für einen effizienten Einzug. Eine ohnehin bestehende Finanzverwaltung zieht ohne ernsthaften Mehraufwand das Geld ein und reicht es weiter. Die Überlegung sollte doch vielmehr dahin gehen, ob wir – in Anlehnung an Italien – die Möglichkeit auch Nicht-Religionsgemeinschaften gewähren. Im Übrigen – das Recht zum Kirchensteuereinzug steht nicht nur der evangelischen und katholischen Kirche zu. Es steht jeder Glaubensgemeinschaft zu, die sich als öffentlich-rechtliche Körperschaft eintragen lässt. Dies ist beispielsweise bei den Alt-Katholiken und vielen jüdischen Gemeinden der Fall. Auch Muslime könnten dies in Anspruch nehmen. Es ist also kein Privileg einzelner Gemeinschaften, wie die Presseerklärung der Piraten vermuten lässt.
Mithin – die Kirchensteuer sorgt für einen effizienten Umgang mit Spendengeldern. Das ist sinnvoll. Bei den Piraten erfahren wir gewohnte linke Ideologie – da geht es nicht um Sinn oder Unsinn. Schade. Jetzt stehe ich wieder fragend vor dem Wahlzettel.

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November 30

Schreibzelle

Das ist doch mal eine tolle Idee – eine Schreibzelle. Das Kloster Fahr stellt Jugendlichen und jungen Erwachsenen für zwei Tage eine Zelle zur Verfügung, um der Suche nach Gott Raum zu schenken. Für einen geringen Unkostenbeitrag finden die Gäste die notwendige Ruhe. Dabei sind schöne Gedanken zu Papier gebracht worden, die unter dem obigen Link eingesehen werden können. Darauf gekommen bin ich über einen Tweet von Abt Martin Merlen. Schade, dass ich dafür schon die Altersgrenze überschritten habe 🙂

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November 22

Predigtverbot

Es geht mal wieder um die Grundstreitigkeiten – diesmal der Vorbehalt der Homilie (Predigt in der Eucharestiefeier) für Kleriker. Das ist im Bistum Chur nicht überall beachtet worden. Daraufhin hat sich der zuständige Bischof in einem Brief an die betreffenden Laien gewandt. Der Brief ist lesenswert – denn wie so oft macht der Ton die Musik. Hierauf erfolgte nach Aussage des Bistums keine Reaktion des Bistums, sondern ein Diakon im Ruhenstand sah sich bemüßigt, den Konflikt in die Presse zu tragen. Dann ging auch das Bistum in die Offensive. Nach dem Lesen des Briefes kann ich dieser Vorgehensweise nichts abgewinnen. Es würde gut anstehen, wenn bei solchen Konflikten die Eskalationen Schritt für Schritt erfolgen. Und da hätte die Annahme des Gesprächsangebot des Bischofs vorangestanden.

Gleichwohl sehe ich dabei zwei andere Mißstände: Zum Einen ein Diakon, der sich darüber beklagt, dass der Bischof  versuche, das Bistum auf „römischen Kurs“ zu bringen. Hat sich der Bischof nicht dazu im Rahmen der Bischofsweihe verpflichtet? Ich konnte dies dem cic nicht entnehmen, habe dies aber noch von der Weihe von Weihbischof Heinrich so im Ohr..

Zum Anderen sehe ich aber zunehmend auf ein Aufklärungsproblem. Konkret im vorliegenden Beispiel: nicht im Schreiben des Bischofs. Das hat sich an Theologen gerichtet und ich unterstelle, dass ihnen die entsprechenden Argumente und Dokumente bekannt sind. Aber in der Veröffentlichung des Bistums wäre es nützlich gewesen. Ich gebe gut und gerne zu,  dass mich das bereits gelesene auch noch nicht überzeugen konnte, warum Laien in der Homilie nicht predigen dürfen.  Aber ich gerne bereit, mich überzeugen zu lassen und „auf den römischen Kurs“ bringen zu lassen. Und so fand ich über die Wikipedia die  „Instruktionen zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester„. Und im Kapitel 3 (Seite 20) kommt es dann:  der scheinbar entscheidende Satzteil ist in Latein, es ist keine Übersetzung beigefügt. Das Ergebnis dieses Satzes: „Daher muss die Homilie während der Eucharestiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein.“ Aha. Nun mag man mich für ungebildet halten, da ich kein Latein gelernt habe. Ja, wäre praktisch gewesen, Aber das Nachholen ist Mühsam und geht nur in kleinen Schritten voran. Das kann aber nicht der Punkt sein. An wen wendet sich eine solche Schrift? Auch an Laien? Dann sollte sie auch für die Mehrzahl der Laien verständlich geschrieben werden. Ich wünsche mir mehr Aufklärung, mehr Kateches von unserer Kirche. Ich bin überzeugt davon, dass viele Laien in vielen Punkten der römischen Ansicht zumindest Charme abgewinnen könnten, wenn die Kirche mehr aufklärte. Und ja – sicherlich obliegt es einem jedem, sich die Informationen zu beschaffen und sich fortzubilden. Aber can. 1032 lässt mich doch vermuten, dass Kleriker eine gewisse „Bringschuld“ tragen..

 

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Oktober 26

Weltbild und der Acker

Der Weltbild-Verlag macht Schlagzeilen: Er verkaufe eroritsche und pornographische Produkte, die 50%ige-Tochter Droemer Knaur prodziere sie sogar. Ferner gebe es esoterische und satanistische Angebote.

Das führt dann zu so netten Überschriften wie „Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen„. Nein, nicht im Spiegel, sondern in der Welt. Da muss ich nicht mehr lange überlegen, was der Papst wohl damit gemeint haben könnte, wenn eine Entweltlichung fordert… Pornos verdammen und gleichzeitig gemäß dem Motto „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) Geld verdienen passt nicht zusammen.

Die Geschäftsführung dazu: „Die Verlagsgruppe Weltbild ist das größte Buchhandelsunternehmen Deutschlands und steht deshalb in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung. Ihr Sortiment erfährt eine ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen der kirchlichen Gesellschafter.“ Ja, bitte, prüfen. Es handelt sich um kein Monopol-Unternehmen, die Beziehbarkeit entsprechender Produkte ist jedem nach wie vor möglich. Aber doch bitte nicht bei Weltbild. Großes Kino fand ich ja den Kommentar einer Weltbild-Sprecherin: „Diese Artikel“ werden „nicht aktiv im Shop beworben, sondern nur passiv vorgehalten“. Erinnert mich arg an Clintons – ich habe nicht inhaliert, also auch nicht gekifft. Danke auch.

Nach den ersten Berichten klickte ich mich auf die Seite. Gab man das Stichwort Erotik ein, wurde man prompt fündig. Da hat mich schon gewundert, was Weltbild auch noch so alles an Esoterik-Gedöhns anbietet. Jetzt hat kath.net veröffentlicht, das man zumindest die Suchwörter Erotik und Porno rausgenommen hätte. Welche eine Leistung. Der Test: Man gebe das Stichwort SM ein und wird wieder prompt fündig. Da frage ich mich schon, ob die Verantwortlichen tatsächlich so entrückt sind, dass sie den Prüfungsauftrag gar nicht ernsthaft wahrnehmen können. Sachliteratur in dem Themenbereich würde ich verstehen, aber hier findet man ein buntes Programm an aufreizender Literatur. Auch unter dem Stichwort Crowley findet sich zahlreiches, was in einer katholischen Buchhandlung nicht liegen muss. Wie gesagt – hier geht es nicht um Zensur. Jeder der will, soll bei amamzon.com, libri.de oder wem auch immer das bestellen können. Aber nicht über die katholische Kirche.

Und müssen die Bistümer indirekt an einer Gesellschaft (Droemer Knaur) beteiligt sein, die auch aktiv produziert? Wenn schon Unternehmensbeteiligungen – wäre es nicht spätestens nach der grünen Rede des Papstes im Bundestag an der Zeit, sich in der ökologischen Landwirtschaft zu engagieren und zu investieren? Derzeit wird das Feld den Anthroposophen überlassen. Ich will Ihnen Ihr Feld nicht wegnehmen, aber ich wäre dankbar dafür, wenn die Bistümer statt in Erotik-Literatur in ungespritze Felder investierten.

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September 15

Wir können die Welt verändern

Das hat sich gelohnt: Erzbischof Reiner Maria Woelki besuchte gestern die Abendmesse unserer Gemeinde. Für einen werktäglichen Gottesdienst war die Kirche ungewöhnlich voll. Dafür zeigte sich – so schön ein gutes Orgelspiel auch sein kann – wie wunderbar die Gesänge sind, wenn keine große Orgel dagegen anspielt. Sowohl Eröffnungs- als auch Abschlussworte waren von Herzlichkeit geprägt. Der Erzbischof sprach auch die Bitte um Nachsicht aus – vieles sei er aus seinem Heimatbistum anders gewöhnt und er muss sich erst einmal in die hier üblichen Verfahrensweisen einarbeiten. Kein Machtwort des Chefs, dass an vorderster Stelle der Gehorsam stünde, wie es noch sein ehemaliger Vorgesetzter Kardinal Meisner in der Antrittsrede Woelkis forderte.

Das Tagesevangelium war Joh 3, 3-17 und die Lesung Phil 2, 6-11. Warum musste Jesus sterben, wie steht es um Nietzsches Satz „Gott ist tot“, gespickt mit einem Zitat von Luther („man kann ihm ja vieles nachsagen, aber nicht dass er nicht gläubig gewesen sei“ 🙂 ). Die Predigt war eine Katechese, die zum Nachdenken anregt. Und die zeigte – hier lohnt es sich zu zuhören! Das war obere Liga und ich hoffe, dass wir davon in Zukunft noch so einiges hören werden.

Am meisten getragen haben mich jedoch die Schlussworte: „Wir können die Welt verändern.“ Erzbischof Woelki erzählte von einem Beispiel gelebter Nächstenliebe, die sich nicht (nur?) auf das morgen, sondern das hier und jetzt auswirkt. Er ermutigte, Christ sein zu zeigen und zu leben. Gerade um die Welt zu verändern.

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September 10

Zitat

Wenige Menschen ahnen,
was Gott aus ihnen machen
würde, wenn sie sich ihm
ganz überliessen.

Ignatius von Loyola

Ich las das Zitat – und irgendwie lässt es mich nicht mehr los. Wie wahr, o, wie wahr.

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September 9

Ansprache im Bundestag

Die Tage kam es nochmal groß im Berliner Tagesspiegel, jetzt habe ich es auch auf domradio gelesen: Die Trennung von Staat und Kirche verbiete es, dass der Papst eine Rede im Bundestag hält. Ist das Ignoranz oder Unwissenheit – der Papst ist der (gewählte!) Vertreter eines von der UN anerkannten Staates. Seit wann dürfen Staatschefs nicht mehr vor dem Bundestag sprechen?

Und auch als Religionsführer – der Bundestag macht sich die Religion eines Redners nicht zu eigen, weil er ihn sprechen lässt. Im Gegenteil – das lädt zu einem notwendigen Dialog ein. Und ich wüßte schon mal gerne, ob die gleichen, die jetzt aufschreien, sich ebenso aus dem Fenster hingen, wenn der Dalai Lama spräche.

Im Übrigen behauptet der Schwanitz (siehe Artikel vom domradio), der Papst sei der letzte Monarch in Europa. Okay, lassen wir mal die Monarchen der repräsentativen Demokratien wie die Königsfamilien von Groß-Britanien, Belgien, Schweden, Spanien etc. mal außer acht. Aber die Erbmonarchien Monaco – viermal so groß wie der Vatikan und deutlich mehr Einwohner –  und Lichtenstein – noch größer als Monaco auch einige Einwohner – sind wohl nicht existent. Lieber Herr Schwanitz – ich war schon in Geographie wahrlich keine Leuchte . Aber ich muss feststellen, da gibt es Volksvertreter, die da deutlich mehr Nachholbedarf haben als meiner einer.

Mir kommt es eher so vor, als ob den Betreffenden die Auffassung der katholischen Kirche nicht passt. Und bevor man sich mit den Ansichten auseinander setzen müsste, würde man lieber gerne verhindern, dass die Ansichten der Kirche ausgebreitet werden dürfen und zum Dialog eingeladen wird. Ein Hoch auf die Freiheit!

Im Übrigen: Vor dem Bundestag sprach schon ein ehemliger KGB-Chef – da hatte ich wiederum leichte Bauchschmerzen. Die SED-PDS-Links-Fraktion verließ da nicht den Saal. Bei diesem Redner war die Freiheit wohl nicht in Gefahr.

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September 1

„Feier“

Es waberte ja schon durch die – zumindest Berliner – Medien. Zwei Priester, die nach ihrem Outing suspendiert wurden, wollen zum Papstbesuch in einer evangelischen Kirche eine Eucharestiefeier abhalten. Dabei sollen auch nicht-katholische Christen eingeladen werden.

Man kann ja zu einigen Positionen der katholischen Kirche stehen wie man will. Aber ich frage mich doch schon, ob sie die Positionen der Kirche plötzlich nach ihrer Weihe entdeckten…

Noch mehr erstaunt mich, dass der evangelische Superintendent Höcker sich eine Belebung der Ökumene davon erhofft. Das wäre mir zur Förderung des Dialogs auch als erstes eingefallen, abtrünningen evangelischen Pfarrern eine Plattform zu geben. Wir könnten ja den Verkauf der Fliege-Essenz propagieren. Oder so. Bruder Paulus hat es in einem offenen Brief sehr schön formuliert. Ich habe ihn leider nicht auf seiner Seite gefunden, sondern nur auf Facebook… aber Dokumente ohne Registrierung zugänglich zu halten ist ein anderes Thema..

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August 21

Kinder

Ich empfinde unsere Gemeinde wahrlich nicht als kinderunfreundlich. Gleichwohl geht es einen Stück hin zu mehr Kinderfreundlichkeit. Klare Worte des Priesters, dass Kinder nicht immer still sind und sein sollen müssen werden – aber natürlich ein Kompromiss gefunden werden muss. Die Sakristei bleibt jetzt offen, damit Eltern sich mit den Monstern zurück ziehen können, wenn die Monster doch mal zu arg laut werden. Maltische in der Nähe des Altarraums beschäftigen den Nachwuchs ohne ihn in eine dunkle Ecke zu verbannen. Vielen Dank für die Schritte.
Unser Priester wies darauf hin, dass nichts schlimmer sei, als wenn Kinder die Erfahrung machen, dass dies der Ort der strengen Gebote und Ermahnungen sei, da man nur ruhig sitzen können dürfe. Wie wahr (auch wenn mir als Vater dies nicht immer einfach fällt zu realisieren).

Mit gingen dabei zwei Sachen durch den Kopf. Zum Einen Matthäus 19,14: „Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.“
Zum Anderen: Über Austrittszahlen wird haufenweise geschrieben. In Anbetracht der Situation völlig zu Recht. Aber gerade die Kinder sollten wir dabei nicht aus den Augen verlieren, sondern viel mehr in den Blick nehmen. Und wie ich einst in einer Studie las – wer bis zum siebten Lebensjahr nicht den Bezug zum Glauben erfahren hat, für den besteht statistisch später nur noch eine geringe Chance ihn zu erfahren. Die Besonderheit von Erwachsenentaufen bestätigt dies.
Die Kinder von heute sind die Gläubigen von morgen.

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