Juni 7

Wowi hat’s verstanden

Wowereit besuchte den Evangelischen Kirchentag in Dresden. In dem verlinkten Artikel des Tagesspiegels vom 4. Juni 2011 sind mir zwei Passagen besonders ins Auge gestoßen:

„Es irritiert mich, was ich hier gehört habe“, sagt Wowereit, „ich dachte, dass die evangelische Kirche weiter ist“. Ob man Homosexuelle akzeptiere, sei keine Frage der Theologie, sondern der Menschlichkeit.

Ich will mich an dieser zu dem Thema nicht positionieren, darum geht es mir hier nicht. Ich finde die Behauptung steil, das Thema sei keine Frage der Theologie. Lieber Herr Wowereit – wann haben Sie das letzte mal in die Schrift geschaut? Wie auch immer man die Textstellen auslegt, deutet oder umdeutet, ein Blick in die Schrift verdeutlich an mehreren Stellen (vgl. nur Röm 1,25-27) dass dies sehr wohl ein Thema ist. Wie gesagt – welchen Schluss man daraus zieht, mag auf einem anderen Blatt stehen.

Ferner fand ich interessant:

„Die evangelische Kirche ist so oft der Motor von Fortschritt und die Anwältin der Ausgegrenzten“, sagt Wowereit. „Da sollte sie doch auch bei diesem Thema Motor sein und nicht Bremsklotz.“ Wowereit ist Katholik.

Ist der Umkehrschluss erlaubt, dass das bei uns anders sei? Gleichwie – Wowereit hat meines Erachtens verkannt, dass sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche eine Glaubensgemeinschaft und keine Partei sind. Aus dem Glauben mag durchaus der Beistand für Ausgegrenzte erwachsen, aber das ist nicht die Triebfeder. Das ist und bleibt – hoffentlich – der Glauben, aus dem alles andere erwächst.


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Veröffentlicht7. Juni 2011 von bengoshi in Kategorie "Politik