September 15

Wir können die Welt verändern

Das hat sich gelohnt: Erzbischof Reiner Maria Woelki besuchte gestern die Abendmesse unserer Gemeinde. Für einen werktäglichen Gottesdienst war die Kirche ungewöhnlich voll. Dafür zeigte sich – so schön ein gutes Orgelspiel auch sein kann – wie wunderbar die Gesänge sind, wenn keine große Orgel dagegen anspielt. Sowohl Eröffnungs- als auch Abschlussworte waren von Herzlichkeit geprägt. Der Erzbischof sprach auch die Bitte um Nachsicht aus – vieles sei er aus seinem Heimatbistum anders gewöhnt und er muss sich erst einmal in die hier üblichen Verfahrensweisen einarbeiten. Kein Machtwort des Chefs, dass an vorderster Stelle der Gehorsam stünde, wie es noch sein ehemaliger Vorgesetzter Kardinal Meisner in der Antrittsrede Woelkis forderte.

Das Tagesevangelium war Joh 3, 3-17 und die Lesung Phil 2, 6-11. Warum musste Jesus sterben, wie steht es um Nietzsches Satz „Gott ist tot“, gespickt mit einem Zitat von Luther („man kann ihm ja vieles nachsagen, aber nicht dass er nicht gläubig gewesen sei“ 🙂 ). Die Predigt war eine Katechese, die zum Nachdenken anregt. Und die zeigte – hier lohnt es sich zu zuhören! Das war obere Liga und ich hoffe, dass wir davon in Zukunft noch so einiges hören werden.

Am meisten getragen haben mich jedoch die Schlussworte: „Wir können die Welt verändern.“ Erzbischof Woelki erzählte von einem Beispiel gelebter Nächstenliebe, die sich nicht (nur?) auf das morgen, sondern das hier und jetzt auswirkt. Er ermutigte, Christ sein zu zeigen und zu leben. Gerade um die Welt zu verändern.



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Veröffentlicht15. September 2011 von bengoshi in Kategorie "Amtskirche