Juli 19

Tod

Darf man über den Tod bestimmen,“ titelt ein Artikel bei idea. Sterbehilfe. Ein heißes Eisen. Wer Menschen im Leid sieht, die sich Erlösung wünschen, möchte diesem Wunsch vielleicht nachgeben. Mein christliches Verständnis sagt mir klar, dass kein Mensch das Recht auf die Beendigung des Lebens hat – sich selbst eingeschlossen. Das kann und muss aber nicht zwangsläufig in eine Forderung zur Übertragung in weltlichem Recht enden. Während Ehebruch kirchlich ganz zu Recht eine Sünde ist, sehe ich nicht, warum dies im weltlichen Recht sein sollte. Der Freiheitsbegriff im Staat ist ein anderer als in der Kirche. Aus einem einfachen Grund: Der Staat ist de facto eine Zwangsgemeinschaft, die Mitgliedschaft in der Kirche ist freiwillig.

Das verführt zu sagen, die Freiheit des Einzelnen schließt das Recht zur Selbsttötung mit ein. Nein, weil die Missbrauchsgefahr bei einem irreversiblen Akt offensichtlich ist. Sie ist auch nicht ausschließbar. Und wann der Wunsch frei verantwortlich geäußert wird, halte ich für einen gordischen Knoten.

Die Fragestellung muss doch vielmehr sein – wie schaffen wir es, dass die Menschen durch Schmerzmittel und Seelsorge ihren Weg nicht mehr als unerträgliches Leid auffassen. Daran sollte gearbeitet werden. Und nicht zuletzt die Arbeit der Hospizbewegung würdigen.

Katgeorie:frisch aufgeschnappt | Kommentare deaktiviert für Tod