Dezember 29

Markenrecht

Ist noch ein Weihnachtswunsch frei? Ich wünsche mir eine Änderung des Urheber- und Markenrechts. Nein, mir geht es nicht um Filesharing & Co. Ich habe zwar noch keine Patentlösung, wie es im Detail funktionieren sollte. Aber ich hätte gerne einen Schutz für den Begriff „Christlich“. Ich will hier keinen Glaubensgemeinschaften, die den Namen Jesus anrufen, die Bezeichnung nehmen. Mögen die Unterschiede noch so groß sein.
Mir geht es hier konkret um die Christlich Soziale Union. Die hat mit dem Begriff Christlich ja ungefähr so viel zu tun wie der ADAC mit Greenpeace. Vor dem Missbrauchs dieses Begriffs muss der Wähler geschützt werden. Das ist eine Irreführung. Ausgerechnet zu Weihnachten –  dem zweithöchsten christlichen Fest, an dem der Herr sich so niedrig machte, dass er Mensch wurde und sich uns so offenbarte (Joh 3, 16). Ausgerechnet zu Weihnachten fordert die CSU „schärfere Gesetze gegen Armutseinwanderer“. So sehen also Demutsgesten aus dem Süden der Republik aus. Bei mir führt sowas zu Glaubenszweifeln.
Ich glaube fest daran, dass Gebete konkrete Auswirkungen auf unser Leben haben. Gebete sind keine Monologe nach oben. Da bewegt sich was, mögen wir das Ergebnis nicht immer verstehen. Wenn ich solche Äußerung einer C-Partei lese, zweifel ich jedoch daran, dass gegen diesen Wahnsinn noch „normale“ Gebete helfen. Vielleicht Exozismen, aber mit denen sind wir ja leider hierzulande so zurückhaltend. Hat irgendwer in der Parteispitze schon mal die Schrift gelesen? „Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten.“ (Lk 14, 12 f.) Wir sind hier satt vom Weihnachtsbraten. Die nächste Industrie, die verdient, sind Fitnessstudios und Schlankmacher. Die Mülleimer laufen von den Geschenkverpackungen und von den Essensresten über. Aber wir müssen Gesetze schaffen gegen Armutseinwanderer. Menschen, die in ihrer Heimat keine Zukunft haben. Menschen, die wissen, dass sie hier nur die unterste Schicht bekleiden werden und trotzdem auf den Weg machen. Menschen, die ihre Familien und Freunde verlassen. Genau für diese Menschen möchte eine C-Partei den Gabentisch mit Gesetzen gegen sie decken.
„Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ (Mk 2,17). Herr, bitte komm und hilf.

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August 20

pacta sunt servanda

Es ist die Zeit vor den Wahlen. Und derzeit kann ich nur sagen, was ich nicht wählen werde. Was ich wählen werde, darüber bin ich mir noch unklar. Das wird irgendwie die Wahl des geringsten Übels werden. Wie dem auch sei – der Gewinner im Hornberger Schießen belegen derzeit aus meiner Sicht unangefochten die Piraten. Bei zwei beliebten „C“-Themen wollte ich mal schauen, was ich dazu finde. Achtung – Popcorn bereit halten!

PID – da gibt es noch keinen Standpunkt. Okay, Wähler kaufen die Katze im Sack.

Abtreibung

Okay, dass es hier bei der Frage, ob der Mann ein Mitspracherechte hat, nur auf den Körper der Frau eingegangen wird, geschenkt. Über das werdende Leben braucht da kein Wort verloren werden. Schön, wenn Erwartungen erfüllt werden. Bei dem Wirrwarr den andere Parteien derzeit verbreiten, zeugt das von Verlässlichkeit.

Spannend wird es aber bei der Frage, ob Männer aus der „Pflicht“ (nur Unterhaltspflicht oder soll der Erzeuger sich etwa auch noch um das „Gör“ kümmern müssen?) entlassen werden können, wenn die Frau die Abtreibung trotz ihres Wunsches einfach unterlässt. Trara – Idee der Piraten dazu:

Es könnte ein schriftlicher Vertrag vor dem Akt aufgenommen werden, in dem die entsprechenden Wünsche (Kind oder nicht) geregelt sind.

Ich sehe schon, wie AveryZweckform bald einen Mustervertrag führt – Geschlechtsvereinbarungsformular S3x. Moment, ich muss noch schnell unterschreiben, bevor ich komme. Alles klar. Ich werde schon mal einen Abreisblock bestellen und neben mein Bett legen..

Der Mann  braucht vorher nur zu erklären, dass er kein „Balg“ wünsche und schon ist er raus aus dem Schneider. Der Frau stehen ja mordmäßige Möglichkeiten offen, dass Problem aus der Welt zu schaffen. Verhütungssorgen von Männern – passe. Verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität – Spießer.

Wie läuft das eigentlich in der Ehe? Festen Sexualpartner unterstellt – reicht da eine einmalige Unterschrift bis zum Widerruf? Könnte Spontanität ins Schlafzimmer bringen. Mist, wo war noch mal der Block mit den Formularen? Jetzt werden keine Gummis mehr gesucht, sondern Papiere. Also Schreibtisch aufräumen! Und wenn es dann doch passiert und die Frau renitent nicht abtreibt – darf ich das dann von ihrer Haushaltskasse kürzen? Denn pacta sunt servanda – wie der Küchenlateiner dazu sagt: Verträge müssen gehalten werden.

Nur um Missverständnissen vorzubeugen – ich bin glücklich verheiratet, haben keine getrennten Kassen, aber zwei gemeinsame Kinder, und weitere sind ein Geschenk des Herrn.

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Januar 20

Pfeiffer – eine Pfeife

Da waren sich ja die meisten Medien einig – wer Schuld ist und wo die Gründe zu suchen sind: Wenn Christian Pfeiffer der Vertrag von der Deutschen Bischofskonferenz aufgekündigt wird, kann es nur um eine Fortsetzung der Vertuschun durch die Kirche gehen.

Nun ist bei Konflikten selten einer alleine schuld, sondern jeder hat sein Päckchen zu tragen. Die Bestellung Pfeiffer erinnert mich an die Berufung Wowereits, Platzeks oder Steinbrücks. Da wird nicht nach Fähigkeit ausgewählt, sondern nach Publicity. Vielleicht hätte es der Kirche gut getan, sich auf die Qualifikation als Wissenschaftler zu konzentrieren und nicht danach, ob jeder den Namen kennt.

Pfeiffer hat jetzt der Zeit ein Interview gegeben Pfeiffer beklagt sich darüber, dass ihm die Vorschriften zur Vernichtung der Akten in der Kirche vor Vertragsabschluss nicht vorgelegt wurden. Okay, der Volljurist Pfeiffer kam also nicht auf die Idee, dass Akten auch in der Kirche nach einem geordneten Verfahren vernichtet werden. Pling – Überraschung! Das es ein traditiertes Recht in der Kirche gibt, ist bis zu ihm vorgedrungen. Wir greifen also einen Millionenetat ab, haben es aber nicht nötig, sich vorzubereiten. Hauptsache der eigene Name taucht wieder in den Überschriften auf.

Pfeiffer bleibt sich selbst treu – Forschungsergebnisse sind klar und werden verkündet, obwohl die Forschung nicht abgeschlossen wurde. Beständig redet er von „Wissenschaft“, wissenschaftlich ist das nicht.

Schweigepflicht, Demut, Schritt zurück treten – Fehlanzeige. Und da liegt der größte Fehler der Bischofskonferenz – wenn ich eine Rampensau engagiere, sollte vorher klar sein, was hinten bei raus kommt. Pfeiffer zu engagieren war kein Zeichen von ernst gemeinter Aufklärung, sondern spricht für eine PR-Aktion, die vorhersehbar aus dem Ruder lief. Schade. Das Thema hätte mehr Tiefgang verdient.

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Januar 3

So kamen sie einst daher

Eine neue Schülerkatechese steht etwas unerwartet, also seit heute Morgen, an… gleich am kommenden Sonntag zum Thema „Die drei Weisen aus dem Morgenland“. Nun schwirren mir den ganzen Tag schon Gedanken im Kopf herum, was ich mit den Kids so mache.

Erster Impuls – Ecos Baudolino. Okay Umberto Eco gehört ganz klar zu meinen Lieblingsautoren. Aber der ist sicherlich nicht kindertauglich (und stünde bestimmt im Schrank der Bücher des  Index Librorum Prohibitorum. Ne, ne, das gibt nur wieder Diskussionen 😉 ) Worum ging es da noch einmal? Ach ja, die Reliquien der Heiligen Drei Könige werden irgendwie nach Köln geschmuggelt. Die echten Reliquien?

Zweiter Impuls – Der Evanglist Matthäus (Mt 2) berichtet von Drei Sterndeutern / Weisen. Okay, die berühmten Namen Caspar, Balthasar und Melchior tauchen da nicht auf. Und bei den später auftauchenden Namen waren sich die syrische und römische Kirche nicht ganz klar. Auch für die Frage, ob es zwei oder drei Sterndeuter waren, fand sich erst später eine Mehrheit. Und irgendwie war da was mit dem mittelalterlichen Glauben, die Welt bestünde aus drei Kontinenten – da passten drei Könige ganz gut. Okay, an dem Punkt könnte man updaten upgraden.

Dritter Impuls – Die Sternsinger malen auf die Haustüren C+M+B. Was liegt näher, als dass das eine Abkürzung für die Vornamen steht. Quatsch, das steht für christus mansionem benedicat, also Christus segne dieses Haus.

Vierter Impuls – doch nochmal zu Eco – wie ist denn das jetzt mit den Reliquien im Kölner Dom? Immerhin ein Geschenk des Königs Barbarossa…

Fünfter Impuls – und wie war das jetzt mit den Geschenken? Könnte ein Schwenk zu Jesaja werden. Ne, eher was für eine eigene Veranstaltung. Oder ob es für einen Schwenk in den Psalter reicht? Der ist unzweifelhaft ein Geschenk.

Sechster Impuls – bei vielen Familien ist dann Schluss mit Christbaum & Co. (auch bei uns). Das Stundenbuch wechselt aber erst zum 11./12. Januar. Muss ich selbst erst mal rauskriegen, warum das so ist. Erstaunlich, sagt das Grüffeltier. Bietet auch Anlass für einen Abstecher in das Kirchenjahr und in die liturgischen Farben (der lila Stola hängt jetzt erst mal wieder für eine Weile im Schrank).

Siebter Impuls – Hach, welch Zahl, muss ich doch gleich wieder an Eco denken (diesmal an das Foucaultsche Pendel). Ich glaube, ich werde diesmal ein wenig den Schwerpunkt auf dem Aufräumen von so manch beliebten Irrtümern legen. Vielleicht finde ich ja noch so ein paar, die in das Thema passen…

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