Januar 20

Pfeiffer – eine Pfeife

Da waren sich ja die meisten Medien einig – wer Schuld ist und wo die Gründe zu suchen sind: Wenn Christian Pfeiffer der Vertrag von der Deutschen Bischofskonferenz aufgekündigt wird, kann es nur um eine Fortsetzung der Vertuschun durch die Kirche gehen.

Nun ist bei Konflikten selten einer alleine schuld, sondern jeder hat sein Päckchen zu tragen. Die Bestellung Pfeiffer erinnert mich an die Berufung Wowereits, Platzeks oder Steinbrücks. Da wird nicht nach Fähigkeit ausgewählt, sondern nach Publicity. Vielleicht hätte es der Kirche gut getan, sich auf die Qualifikation als Wissenschaftler zu konzentrieren und nicht danach, ob jeder den Namen kennt.

Pfeiffer hat jetzt der Zeit ein Interview gegeben Pfeiffer beklagt sich darüber, dass ihm die Vorschriften zur Vernichtung der Akten in der Kirche vor Vertragsabschluss nicht vorgelegt wurden. Okay, der Volljurist Pfeiffer kam also nicht auf die Idee, dass Akten auch in der Kirche nach einem geordneten Verfahren vernichtet werden. Pling – Überraschung! Das es ein traditiertes Recht in der Kirche gibt, ist bis zu ihm vorgedrungen. Wir greifen also einen Millionenetat ab, haben es aber nicht nötig, sich vorzubereiten. Hauptsache der eigene Name taucht wieder in den Überschriften auf.

Pfeiffer bleibt sich selbst treu – Forschungsergebnisse sind klar und werden verkündet, obwohl die Forschung nicht abgeschlossen wurde. Beständig redet er von „Wissenschaft“, wissenschaftlich ist das nicht.

Schweigepflicht, Demut, Schritt zurück treten – Fehlanzeige. Und da liegt der größte Fehler der Bischofskonferenz – wenn ich eine Rampensau engagiere, sollte vorher klar sein, was hinten bei raus kommt. Pfeiffer zu engagieren war kein Zeichen von ernst gemeinter Aufklärung, sondern spricht für eine PR-Aktion, die vorhersehbar aus dem Ruder lief. Schade. Das Thema hätte mehr Tiefgang verdient.



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Veröffentlicht20. Januar 2013 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt