September 30

Michaelsempfang

Kardinal Marx hielt dieses Jahr die Rede auf dem Michaelsempfang. Dabei war auch Angela Merkel Gast. Card. Marx lobte sie für die Flüchtlingspolitik. Das sollte nicht wirklich wundern. Nur haben noch nicht alle mitbekommen, dass die katholische Kirche konservativ hin oder her da eine klare linke Position vertritt. Gleichwohl entblödet sich aber die Welt / N24 damit, mit Wortspielen Card. Marx in die Ecke der Zeugen Jehovas zu stellen. Aber es geht weiter:

Wenn Kardinal Marx ehrlich ist, kann er sich darauf nicht einmal mit den Brüdern aus Polen einigen.

Aha. Wieso muss sich ein deutscher Kardinal mit polnischen Bischöfen einigen? Die richtige Fragestellung wäre doch gewesen, wieso die polnischen Bischöfe die deutlichen und klaren Worte des Heiligen Vaters missachten.

Das gleiche kann man diejenigen Fragen, die sich einer Partei wie der AfD anschließen. Bei der taz scheint man wohl ebenfalls die Haltung der Kirche einfach nicht wahr haben zu wollen. Schade. Wir stehen in vielen Punkten näher, als man gemeinhin denkt.

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September 29

Petry

Eine halbe Stunde kann für ein Stück Nachricht eine Menge Zeit sein. Aber diese hier ist wirklich gut investiert. Petry geht zum Arzt, macht den Mund auf und lässt einen ganz tief nach unten schauen.

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September 28

ÖPNV

Das der öffentliche Nahverkehr förderungswürdig ist, darüber dürfte weitgehende Einigkeit bestehen. Anders ist der Verkehr gerade in den Großstädten nicht zu bewältigen. Und umweltpolitisch ist es … alternativlos. Und was macht man, um den Nahverkehr zu fördern und um seine Attraktivität zu erhöhen? Richtig, man erhöht die Preise. Und zwar deutlich mehr als dies im Vergleich zu den Kosten für ein Auto oder den „normalen“ Lebenshaltungskosten der Fall ist. Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

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September 27

Geschichtsunterricht

Der liebe Geschichtsunterricht. Die Allzweckwaffe gegen Demokratiefeindlichkeit. An sich blase ich auch gerne in dieses Horn, weil die Geschichte uns aus den Fehlern der Vergangenheit lernen lassen müsste. Das dies nicht passiert, scheint mir aber ein festes Gesetz wie die Schwerkraft zu sein. Andernfalls wäre der Menschheit sonst schon viel Elend erspart geblieben.

Da verwundert es nicht, dass ein Geschichtslehrer für regelmäßigen und vor allem besseren Geschichtsunterricht aufruft. Die Bewertung des eigenen Unterrichts ist herrlich reflektiert:

Was die Qualität angeht, so scheint es aber noch Luft nach oben zu geben: Während ich neulich den Schülern begeistert von der Entstehung der deutschen Verfassung und der Bedeutung der Gewaltenteilung für eine funktionierende Demokratie erzählt habe… ist ein Schüler tief und fest eingeschlafen.

Nun ich habe das Gefühl, dass gerade reaktionär ausgerichtete Menschen mir in der Vergangenheit mit besonderen Geschichtskenntnissen auffielen. Ich habe deshalb an der Heilswirkung meine Zweifel. Aber meine Hoffnung überwiegt, dass das Quintett Geschichts-, Religions-, Philosophie-, Politik- und Literaturunterricht die Kernelemente sind, um den Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszuführen. Dafür müsste meines Erachtens der Fokus bei Geschichte von einem Lernen, dass sich gut abprüfen lässt (sprich Jahreszahlen) mehr auf ein „Warum war das so?“ fokussiert werden.

Ach und was das benannte Quintett angeht – das schließt ausdrücklich nicht aus, sich um die Naturwissenschaften zu kümmern.

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September 26

Fünf-Neuland

Der Bericht zum Stand der Deutschen Einheit 2016 ist raus. Das es in den fünf neuen Bundesländern schlechter läuft, als in den alten, ist nun keine Neuigkeit. Die interessante Frage ist, woran es liegt und wie dieses Problem lösbar ist. Eine Sache habe ich nicht ganz verstanden:

Als wichtiges Hemmnis für ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum identifiziert der Bericht die Kleinteiligkeit der Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland. Das Fehlen von großen Unternehmen und Konzernzentralen und einer daraus resultierenden vergleichsweise geringen Innovationskraft sind wesentliche Ursachen für den stockenden Aufholprozess. „Eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft, insbesondere durch Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen, ist unerlässlich.“, so Gleicke.

Wenn es an großen Unternehmen und Konzernzentralen wirklich fehlt – warum sollen dann kleine und mittlere Unternehmen verstärkt gefördert werden? Mal abgesehen davon das ich diese Aussage gerne tiefer belegt hätte – meine These ist, dass KMU für den Großteil der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist – widerspricht sich die Aussage von Gleicke meines Erachtens in sich.

Das sich die neuen Bundesländer auf fast EU-Durchschnittsniveau befinden, lässt ja auch tief blicken.. A propas neue Bundesländer / Ostdeutschland – was sagt man denn jetzt besser. Ostdeutschland ist für mich negativ konnotiert, aber „neu“ sind diese Länder auch nicht mehr wirklich.

Der aus meiner Sicht wichtigste Teil aber steht hier:

Iris Gleicke: „Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar. Ein entschlossenes Handeln der Bundesregierung, der Länder, der Kommunen und der Zivilgesellschaft ist notwendig, um den gesellschaftlichen Frieden in Ostdeutschland zu sichern. Die große Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich oder rechtsextrem. Aber ich würde mir schon wünschen, dass diese Mehrheit noch lauter und deutlicher Stellung bezieht. Wir Ostdeutschen haben es selbst in der Hand, ob wir unsere Gesellschaft, unsere Städte und unsere Dörfer beschützen oder ob wir sie dem braunen Spuk überlassen. Die Gesellschaft darf nicht wegschauen, wenn Menschen angegriffen oder Flüchtlingsunterkünfte angezündet werden. Es steht für Ostdeutschland viel auf dem Spiel.“

Bayern scheint dieses Problem nicht zu schaden. Und falls doch ist es unter der Wahrnehmungsgrenze.

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September 25

Schwierig

Die epd berichtet jetzt von dem Fall eines Bielefelder Gastronoms, der einer Frau mit Niqab den Zutritt verwehrte. Er mutmaßte eine fundamentalistische, salafistische Einstellung. Da er zeitgleich eine Großveranstaltung am Laufen hatte, war ihm dabei unwohl.

Okay, jetzt horche mal kurz in Dich hinein, wie dazu Deine innerliche Reaktion ist.

Die Geschichte geht aber weiter. Nach Aussagen des Gastwirtes dulde er in seiner Lokalität keine Extremisten und er habe auch schon mit Menschen mit „Thor Steinar“-Klamotten auf die Straße gesetzt. Draußen könne er gegen diese Personen nichts machen, aber in seinen Räumen mache der da vom Hausrecht Gebrauch.

Nochmal kurz in Dich gehen… na, wie geht es Dir dabei?

Schwierig, nicht wahr? Bei einem sind schnell dabei, richtig zu sagen, beim anderen nicht. Unabhängig davon, dass das Hausrecht ein Besitz- bzw. Eigentumsrecht ist, dass heißt, ich darf nach Belieben andere von der Benutzung ausschließen – grundsätzlich jedenfalls. Ich muss keinen in meiner Wohnung dulden, der eine zu große Nase hat.

Aus meiner Sicht ein schönes Dilemma.

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September 24

Wir schaffen das

„Wir schaffen das“ sei, so las ich gerade, ein wegweisender Satz von Angela Merkel gelesen. Ich frage mich inzwischen, was denn die Alternative gewesen wäre. Dies meine ich nicht als Kritik an der Kanzlerin, sondern in Richtung ihrer Kritiker gerichtet. Hätte sie sagen sollen „Wir werden mit wehenden Fahnen untergehen?“ oder „Hilfe, ich weiß auch nicht was wir tun sollen?“ oder wie andere Politiker überlegen sollen, Waffengewalt an den Grenzen einzusetzen?

Wenn Deutschland wirklich eine große und starke Nation ist, dann ist doch quasi nur ein Satz möglich – „Wir schaffen das!“.

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September 23

Miete

Die Staatsleistungen an die Kirchen sind ja immer wieder in Diskussion. Insgesamt zahlen alle Bundesländer an alle Bistümer pro Jahr 500 Millionen. Dies sind Entschädigung für einstige Enteignungen. Da das alles schon länger zurück liegt, liegt die Frage nicht fern, warum dafür noch Zahlungen erfolgen. Dazu habe ich jetzt bei der KNA etwas schönes gelesen:

Nach Hörstings Worten können die Bundesländer „nicht nur die Vorteile der damaligen Verstaatlichung ziehen“, sondern müssten „auch die Nachteile in Form der Staatsdotationen tragen“. Einen freiwilligen Verzicht der Kirche auf Staatsleistungen lehnt Hörsting ab und zog einen Vergleich. Langjährige Mieter hätten irgendwann so viel Miete an den Vermieter gezahlt, dass sie die Wohnung auch hätten kaufen können. „Dennoch wird niemand auf die Idee kommen, den Eigentümer aufzufordern, die Wohnung kostenlos auf den Mieter zu übertragen“, so Hörsting.

Ulrich Hörsting ist der Leiter der Hauptabteilung Verwaltung im Generalvikariat des Bistum Münster. In NRW betreffen die Staatsleistungen 0,5% des Etats.

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September 22

Portale

Portale sind nützlich, auch wenn es inzwischen ein offenes Geheimnis sein dürfte, dass die gleiche beide Seiten – Anbieter und Kunden – über den Tisch ziehen. Insofern ist dieser Artikel nicht wirklich neu, aber trotzdem erhellend zu lesen.

Wie könnte eine Lösung aussehen? Aus meiner Sicht gibt es nur eine: Die Konkurrenten setzen sich zusammen, um einen fairen Wettbewerb führen zu können. Eine solches Portal könnte auch von einem Verein oder einer Genossenschaft veranstaltet werden, deren „Inhaber“ die Konkurrenzunternehmen sind. Win-win – die Provisionen für die Unternehmer sinken und die Kunden wissen, dass sie bei der Platzierung nicht beschissen werden.

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