September 9

Maschinen voran

Ich pflege ja grundsätzlich keine Dystopien hinsichtlich der Zukunft von Technik. Auch nicht wenn es um Arbeitsplätze geht. Wir haben in der Vergangenheit sang- und klanglose Massen an Arbeitsplätzen in einigen Bereichen verloren. Damit meine ich nicht die Automobilindustrie, das war nicht sang- und klanglos. Ich rede beispielsweise von Buchhaltern, die früher jeder kleine Betrieb brauchte. Aufgrund der EDV-Buchhaltung kann ein Steuerbüro eine Masse von Buchhaltungen für einen Preis erledigen, der früher aufgrund der zeitaufwändigen Tätigkeit  undenkbar war. Und für den Betrieb lohnt sich oft keine eigene Kraft. Wieviele Sekretariate sind in den letzten 50 Jahren verschwunden? Was gab es für Veränderungen in der Landwirtschaft und in der Bauwirtschaft durch die Einführung von Maschinen (stell Dir vor ein Haus ohne Bagger, Kran und LKW zu bauen). Und parallel sind dazu neue Jobs gewachsen, die ist in der Form früher nicht gab, selbst in traditionellen Berufsfeldern wie der Juristerei.

Deswegen macht mir ein solcher Artikel erstmal keine Angst, sondern schafft Neugier auf das, was kommen mag. Gleichzeitig treibt er mir Sorgenfalten auf die Stirn: Was uns jetzt schon fehlt, sind keine Arbeitsplätze für Hochqualifizierte. Sondern Arbeitsplätze für Menschen, denen diese Fähigkeit nicht mitgegeben wurde. Die früher den Hof und das Lager gefegt haben, die Pförtner waren, die Belege geklebt haben … Und das wird nach Vision ein zunehmend größeres Problem. Und für diese Menschen brauchen wir Lösungen. Dringend.

Update I: Ich las gerade hiervon den ersten Absatz – das erklärt warum ich da grundsätzlich keiner Dystopie anhänge. Der Rest des Artikels aber gleichzeitig, warum ein kritischer Blick unabdingbar ist.

Update II: Hiernach ist das alles nicht so schlimm.



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Veröffentlicht9. September 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt