September 10

Wahlverwandschaften

Okay, kreativ finde ich den Vorschlag schon. Das gebe ich gerne zu. Lindner fordert analog den Lebenspartnerschaften quasi Wahlverwandtschaften. Damit könnte man quasi füreinander Verantwortung übernehmen und im Gegenzug Rechte erhalten. Dies sei aufgrund des demographischen Wandels erforderlich. Als Begründung wird dabei angeführt, dass zwei Witwen, die eng befreundet seien, sich im Krankenhaus nicht nach dem Gesundheitszustand des anderen erkundigen können. Das Argument kommt mir aus einer anderen Diskussion bekannt vor und kann ich verstehen. Aber wäre es nicht einfacher, wenn man Ärzte für einzelne Personen einfach von der Schweigepflicht befreien könnte (oder geht das eigentlich schon?)? Das ließe sich schneller umsetzen, als sich die Frage zu stellen, ob die beiden Witwen dann auch vom Ehegattensplitting profitieren sollten..

Update: wie mir ein Kollege sagte, war das mit den Arztbesuchen schon ein Argument bei der Lebenspartnerschaft. Aber schon da ein unsinniges Argument, da man problemlos im Rahmen beispielsweise einer Vorsorgevollmacht sagen kann, wer alles im Fall eines Falles zu Besuch kommen darf und wer berechtigt ist, die Krankengeschichte zu hören. Wie der Kollege so schön sagte, gibt es nur recht wenig, was man nicht privatvertraglich regeln könne, beispielsweise setzt das Pflichtteilsrecht Grenzen. Insgesamt eine wohlklingende, aber schwache Veranstaltung von Lindner.



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Veröffentlicht10. September 2016 von bengoshi in Kategorie "Politik