September 27

Geschichtsunterricht

Der liebe Geschichtsunterricht. Die Allzweckwaffe gegen Demokratiefeindlichkeit. An sich blase ich auch gerne in dieses Horn, weil die Geschichte uns aus den Fehlern der Vergangenheit lernen lassen müsste. Das dies nicht passiert, scheint mir aber ein festes Gesetz wie die Schwerkraft zu sein. Andernfalls wäre der Menschheit sonst schon viel Elend erspart geblieben.

Da verwundert es nicht, dass ein Geschichtslehrer für regelmäßigen und vor allem besseren Geschichtsunterricht aufruft. Die Bewertung des eigenen Unterrichts ist herrlich reflektiert:

Was die Qualität angeht, so scheint es aber noch Luft nach oben zu geben: Während ich neulich den Schülern begeistert von der Entstehung der deutschen Verfassung und der Bedeutung der Gewaltenteilung für eine funktionierende Demokratie erzählt habe… ist ein Schüler tief und fest eingeschlafen.

Nun ich habe das Gefühl, dass gerade reaktionär ausgerichtete Menschen mir in der Vergangenheit mit besonderen Geschichtskenntnissen auffielen. Ich habe deshalb an der Heilswirkung meine Zweifel. Aber meine Hoffnung überwiegt, dass das Quintett Geschichts-, Religions-, Philosophie-, Politik- und Literaturunterricht die Kernelemente sind, um den Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszuführen. Dafür müsste meines Erachtens der Fokus bei Geschichte von einem Lernen, dass sich gut abprüfen lässt (sprich Jahreszahlen) mehr auf ein „Warum war das so?“ fokussiert werden.

Ach und was das benannte Quintett angeht – das schließt ausdrücklich nicht aus, sich um die Naturwissenschaften zu kümmern.



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Veröffentlicht27. September 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt