Oktober 6

in Richtung Osten

Kardinal Sarah hat sich wieder einmal stark dafür gemacht, dass Priester und Gemeinde Richtung Osten die Messe feiern sollen. Jetzt wird schon wortstark von einer „kranken Liturgie“ gesprochen.

„Es geht nicht darum, mit dem Rücken zu den Menschen zu feiern oder sie anzusehen, sondern darum, zum Osten gewandt zu sein, ad Dominum, zum Herrn“, so der Kardinal.

Was ich mich bei diesem Argument ja immer frage ist, ob der Herr denn nur im Osten weilt?  Nach meinem Verständnis ist G’tt überall. Das dieses Verständnis tradiert ist, ist mir wohl bewusst. Aber davon wird es nicht besser.

Aber Kardinal Sarah ist noch nicht fertig:

„Gott ist Stille und der Teufel ist Lärm„, führte Sarah aus.

Ich erzähle meinen eigenen Kindern ebenso wie den Kindern und Jugendlichen mit denen ich arbeite auch immer wieder – Gott spricht leise, also muss man leise sein, um ihn zu hören. Und ja, ich glaube an den Teufel. In dem Zusammenhang erinnert es mich doch an Ecos „Name der Rose“ und der Diskussion, ob Jesu lachte.  Die Beschimpfungen seiner Mitmenschen zeugen aus meiner Sicht dafür, dass Jesu kein Kind von Traurigkeit war. Und ebensowenig ist der Teufel gleich Lärm – Lobpreis darf laut, Lobpreis darf auslassend, Lobpreis darf feiernd sein. Wir „feiern“ jeden Sonntag die Auferstehung und mein Verständnis von einem Feiern ist nach einem innigen stillen Gebet ein lautes – Halleluja! Er ist wahrhaft auferstanden!



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Veröffentlicht6. Oktober 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt", "Glaubenspraxis