Oktober 21

Deutsche Bahn

Pünktlich wie die Deutsche Bahn ist ja schon sprichwörtlich. Aber wenn man das hier liest, dann wundere ich mich, wie gut das dafür noch läuft. Der Artikel fußt auf Berichten von Mitarbeitern und den Antworten der Propaganda-Zentrale. Sehr lustig ist der Abschnitt Fundbüro

Manche Leute reisen etwas gedankenlos. Einmal konnten wir zwei Brustimplantate zurückgeben. Die hatte wohl ein Chirurg auf dem Weg ins Krankenhaus in einem Regionalzug vergessen. Letztens hat jemand eine Beinprothese im Zug liegen gelassen. Müsste doch auffallen, wenn das Bein fehlt.

Bitter ist dagegen der Teil aus dem Beschwerdemanagement

Der Berliner ist da abgehärteter, was Verspätungen und Ausfälle angeht. Der freut sich, wenn die S-Bahn überhaupt mal kommt.

 

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Oktober 20

Skandal

Ein HIV-infizierter Priester missbraucht 30 Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren. Die zuständige Erzdiözese Mexiko entschiedet,  diesen Priester ungestraft davon kommen zu lassen. Ein Skandal! So berichtet es eine Plattform. Der Skandal liegt jedoch deutlich anders, als zunächst vermutet. Dass der Name der Plattform Anonymus beinhaltet, sollte skeptisch machen. Hat es aber wohl einige Zeitungen nicht und so wurde die Meldung fleißig weitergemeldet. Die Erzdiözese sagt, es habe keinen Freispruch gegeben – weil sie den Priester gar nicht kenne. Es gebe kein Verfahren und der Mann sei gänzlich unbekannt. Ein Hoax, aber ein bitterer. Die Opfer haben bei diesem Thema lange darunter gelitten, dass ihnen nicht geglaubt wurde. Solche Meldungen machen den Opfern das Leben nicht leider. Tragisch.

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Oktober 19

Digitales

Ich bin ja beim Digitalisieren von Lernumgebungen skeptisch. Sonst bin ich ja ein großer Freund von allem digitalen, aber hier glaube ich, sind traditionelle Methoden am Anfang doch gut für die Grundlagen. Hiermit bin ich wieder etwas ins Schwanken gekommen – insbesondere durch diesen Absatz:

„Zukunftskompetenzen bestehen nicht darin, Dinge auswendig zu lernen und niederzuschreiben“, sagt Grundschullehrerin Cha-Mi Kwon, „sie müssen lernen, selbst aus verschiedenen Quellen zu wählen, was für ihre Aufgabe nützlich ist.“ Koreas Schulsystem betreibt also den Umstieg seines auf Drill und Disziplin fußenden Schulsystems: vom passiven rezeptiven zum aktiven Lernen.

 

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Oktober 18

Unvorstellbar

Ich schrieb ja schon einmal über meine Theorie, wonach man sich links ein Eigentor mit der Vorstellung geschossen hat, dass hier das Intellektuelle säße und auf der anderen Seite die Tieferbegabten. Jetzt ist mir ein wundervolles Beispiel dafür über den Weg gelaufen: Die Stunde der Sexistinnen. Es geht um die Frauen, die sich nicht zum Feminismus bekennen.

Feminismus ist nämlich nicht der Kampf von Frauen gegen Männer. Sondern häufig genug der Kampf gegen andere Frauen.

Schreibt die Autorin da, aber es mag der / dem einen oder anderen anders vorkommen. Und wer das anders sieht, ist verantwortlich, für das Unheil der Welt.

Ihr seid die treibende Kraft hinter weiblicher Genitalverstümmelung, ihr redet dem Imam nach dem Mund, dem Exorzisten, ihr macht für den lüsternen Guru die Beine breit und wettert gegen jene Frauen, die euer masochistisches Spiel nicht mitspielen. Ihr wolltet immer schon pinke Glitzer-Prinzessinnen sein und als weiße Märchenbräute vor den Altar treten und euren Töchtern jeden Samstag die Nägel lackieren und sie so lange mit Kinderschminksets und Barbie-Ausstattung zumüllen, bis sie den Weg zur Kosmetikerinnenausbildung für gottgegeben halten.

Selbst wer über kurze Statements versucht, sich damit auseinanderzusetzen, muss verlieren, denn er / sie kann es dann nicht verstanden haben:

Ihr habt kein bisschen begriffen, was Feminismus ist. Folgerichtig werdet ihr nicht müde, euch dezidiert davon zu distanzieren.

Da der andere nicht viel zwischen den Ohren haben kann oder für das eigene Weltbild haben darf, kann man da hinschauen:

„So eine“ seid ihr nicht und wollt ihr auch nicht sein. Weil ihr nur in Äußerlichkeiten denken könnt, glaubt ihr, Feministinnen sind die Frauen mit den fettigen Haaren. Die, die sich weigern, ihre Beine und Achselhöhlen und Bikinizonen zu rasieren. Ihr glaubt, Feministinnen haben irgendwie ein Problem mit Männern, sind frigide oder lesbisch oder beides. Und weil ihr eure Männer liebt, glaubt ihr, Feminismus wäre Hochverrat.

Zurück zu meiner Theorie – dieser Artikel stützt sie mit

Ihr seid, lasst es mich ganz offen sagen, strohdumm.

Für postuliere ich Godwin-Law-III:

Im Laufe einer Diskussion um politische Richtungen kommt noch vor Godwin-Law-I das vermeintliche Argument der Dummheit und Unverstandenheit der Gegenseite.

(Godwin-Law-I und Godwin-Law-II.)

Inhaltlich würde ich dem Artikel ja in vielen Punkten zustimmen, wünschte mir aber inhaltliche Auseinandersetzung mit der Gegenseite. Das ist eine krude Mischung von Behauptungssätzen und Polemik. Schade Telepolis für die verpasste Chance.

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Oktober 17

Jetzt geht es um die Wurst

Merkel wird ja gerne vorgeworfen, dass sie alle möglichen Themen sich zu eigen machen kann. So stand sie am Ende bald als Erschafferin des Atomausstieges dar. Ihre Parteimitglieder lernen von ihr. Wenn die Grünen über Essen im Wahlkampf reden (Archiv), dann kann das die Union jetzt auch. Nur echte Wurst darf Wurst heißen. Das deutsche Reinheitsgebot 2.0 heißt dann – Wurst muss mindestens 90% totes Tier enthalten. Tofutiere sind keine Tiere im Sinne dieses Gesetzes.

Mir fällt dazu wieder das schöne Zitat, dass wie ich gerade lernte, Bismarck fälschlich zugeschrieben wird:

Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.

 

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Oktober 16

Grundgesetz

Der Vorsitzende der Jugend Union fordert von allen Zuwanderern, „ein offizielles Bekenntnis zum Grundgesetz“. Das würde ich mir auch wünschen. Aber gemäß dem Mt 7,1-5 erstmal bei den Deutschen. Die spannende Frage ist nur – was machen wir mit denen, die das nicht ablegen? Ich halte das für Alternativlos für Deutschland. Das Poltern hat kein Ende:

Es habe – schon bevor die Flüchtlinge kamen – in NRW No-Go-Areas gegeben.

Ja, das kennen wir auch aus anderen Teilen Deutschlands. Da heißen sie national befreite Zonen und waren auch schon da, bevor die Flüchtlinge kamen. Das Problem könnten wir bei der Verpflichtung auf das Grundgesetz – Alternive Ausweisung (wohin?) – bei Deutschen gleich mitlösen. Achtung, letztes Schmankerl:

„Wir brauchen in der Flüchtlingspolitik eine klare Sprache und ein unmissverständliches Signal der Bundesregierung, dass Multikulti ein Auslaufmodell ist“

Jetzt habe ich endlich verstanden, warum die Junge Union so heißt wie sie heißt und warum da erst gar kein „C“ mehr im Namen vorkommt. Ich bin als Katholik stolz auf eine bunte Weltkirche, in all ihren Facetten. Geißler stimme ich insoweit zu: Zu einer multikulturellen Gesellschaft gibt es keine menschenwürdige Alternative. Er hatte auch schon 1991 erkannt – in einem immer noch lesenswerten Artikel.

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Oktober 15

Strafbarkeit

Die Strafbarkeit von Kinderpornografie wurde in den vergangenen Jahren schrittweise verschärft. Trotzdem finden sich im Internet nach wie vor zahllose Seiten mit strafrechtlich relevantem Inhalt.

So schreibt der Merkur. Ich bin ob dieses Satzes überrascht: Warum sollten sich die Delikte reduzieren, wenn ich den Tatbestand weiter fasse und das Strafmaß erhöhe[1]? Wenn ich den Tatbestand weiterfasse (hier der Fall ist), wäre doch eher eine Zunahme der Delikte zu erwarten. Schließlich wird ein zuvor nicht strafbares Verhalten (Edathy) zu einem strafbaren. Das die Erhöhung des Strafmaßes nur einen beschränkten Einfluss hat, sieht man ja bei der Todesstrafe. Es ist ja mitnichten so, dass die US-Bundesstaaten mit Todesstrafe eine niedrigere Mordquote hätten als die Staaten ohne. Wir brauchen den Blick gar nicht in den Nahen Osten richten, sondern nur etwas zurück in die eigene Vergangenheit. Da hatten wir noch fürchterlichste Strafen und die Kriminalitätsrate scheint trotzdem hoch gewesen zu sein. Und unabhängig jeglicher inhaltlicher Wertung – sucht mal nach Fällen, wo sich geschiedene bewusst gegen eine zweite Beziehung und gegebenenfalls Ehe entschieden haben, weil sie von der Kommunion ausgeschlossen werden.

[1] Wer sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigen will, fängt mit einem allgemeinen Lehrbuch zur Rechtssoziologie an und schaut danach hier rein.

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Oktober 14

Schmerz

Weihbischof Jaschke scheidet alterbedingt aus dem Amt. In der KNA gab er dazu ein Interview. Okay, mit dem Ruhestand verabschieden sich auch die Sekretariate, so dass der Weihbischof sich erstmals mit dem Computer anfreunden muss. Ich wünsche viel Spaß am Gerät. Dabei sagte Weihbischof Jaschke:

Es kann uns doch nicht ruhen lassen, dass in Deutschland jedes Jahr an die 400.000 Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche austreten. Was machen wir als Kirche, wenn die Leute weglaufen? Das ist doch furchtbar. Das tut mir am meisten weh.

Ja, das ist furchtbar. Und man kann es gar nicht laut und oft genug sagen. Vielleicht wachen ja noch mehr auf. Und um Missverständnisse zu vermeiden – es ist immer einfach, auf die anderen zu zeigen und zu sagen, was machen die Bischöfe da bloß. Nein, frage Dich selbst, was Du dagegen unternimmst.

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Oktober 13

Denunzianten

Ein Blick über die deutsche Grenze zeigt, wohin das alles endet, wenn eine vermeintliche Alternative hier noch das Sagen bekäme: Die österreichischen Wirtschaftskammern forderten dazu auf, arbeitsunwillige Arbeitslose zu melden. Nun bezieht die Bibel ja schon Stellung dazu, im zweiten Thessalonicher-Brief

Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

Der Satz ging auch in die russische Verfassung ein. Deutsche SPD-Urgesteine können das noch besser formulieren:

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Das hat gleich einen inklusiven Charakter. Okay, von Müntefering zurück zu den Denunzianten. Tolle Wirtschaft, wo sich der potentielle Arbeitgeber wie Sau verhalten kann und mir dann aber sagen kann – „Bürschchen, wenn Du hier nicht anfängst, zeige ich Dich bei der Wirtschaftskammer an. Die haben Erfahrung mit solchen wie Dir.“ Ich sage voraus – Mindestlohngesetz, Lohngleichstellungsgesetz, Antidiskriminierungsgesetz und so weiter werden Makulatur. Das wird der Markt schon regeln. Vielleicht sollten wir dann aber das Prostitutionsschutzgesetz wieder abschaffen, damit alles wirtschaftsfreundlich liberal ist.

Wann beginnt denn eigentlich Arbeitsunwilligkeit? Maße ich mir an, über den Willen anderer zu entscheiden? Da kommt gleich noch ein zweites Bibelzitat

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.

Ach so – wenn ich das richtig verstanden habe, entsprechend die Wirtschaftskammern den IHKs.

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Oktober 12

Abhören

Eigentlich ist ja fefe für die Verschwörungstheorien zuständig. Aber ich muss jetzt auch mal eine loswerden:

Britische Abgeordnete dürfen die AppleWatch nicht mehr mit ins Parlament nehmen. Hintergrund ist, dass diese von den Russen (den Amerikanern liefert man ja freiwillig) gehakt werden könnten und damit abgehört werden können. Meine Theorie – die Russen üben nach am Hacken von Telefonen und was dabei rauskommt ist das.

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