November 1

Ad-Blocker

Die Bund-Länder-Kommission prüft ein Verbot von Ad-Blockern. Dazu hatte die Linke jetzt eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, die jetzt beantwortet wurde. Im Ergebnis sagt die Antwort, man prüfe noch und könne nichts sagen, mein Name ist Hase. Aber es gibt eine Schmankerln bei Frage 15:

Wie bewertet die Bundesregierung den Einsatz von Ad-Blockern aus datenschutzrechtlicher Perspektive insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese es erlauben, Tracking-Anfragen von Webseiten zu blockieren, und die Onlineangebote der Presseanbieter – wie beispielsweise von Trackography.org visualisiert – intensive Tracking-Praktiken zur Ausforschung der Nutzerinnen und Nutzer ihrer Webseiten betreiben?

Ad-Blocker dienen vor allem dazu, Werbung in Online-Angeboten auszublenden. In der Online-Werbung werden Verfahren verwendet, um Werbung gezielter, personalisiert auf Nutzer von Webseiten und deren Verhalten auszurichten und so für den Seitenanbieter wertvoller zu machen. Unter Datenschutzaspekten unterliegen derartige Methoden den strengen Regelungen des Telemediendatenschutzes (§§ 11 bis 16 Telemediengesetz) sowie der ePrivacy-Richtlinie (RL 2002/58/EG) der Europäischen Union. Ob vor diesem Hintergrund Ad-Blocker einen Mehrwert haben, erscheint fraglich.

Ach so, na dann ist klar. Aber warum sollten wir Ad-Blocker dann verbieten, wenn die sowie so keinen Mehrwert haben? Da wird der Verbraucher es ja bestimmt bald lassen. Falls Du wissen willst, was die strengen Regelungen des Telemediengesetzes für Auswirkungen haben, dann findest Du hier eine schöne Aufstellung.

 



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Veröffentlicht1. November 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt