November 20

geglaubte Bildung

Lust auf statistische Erhebungen? In den USA haben Forscher geschaut, wie es um den Zusammenhang zwischen College-Abschlüssen und der Religionszugehörigkeit bestellt ist. Gewinner sind die Hinuds. 77% machen einen solchen Abschluss. Gefolgt werden sie von den Unitarian Universalists (kannte ich bis eben auch nicht) mit 67% und Juden und Anglikaner mit jeweils 59%. Schlusslichter sind die Zeugen Jehovas und die Amerikanische Baptisten Kirche mit jeweils 12% sowie die Church of God aus Cleveland mit 11%. Katholiken schneiden mit 26% einen Prozentpunkt schlechter als der amerikanische Durchschnitt ab.

Ich kann mir ein Zitat aus Matthäus 5,3 (Elberfelder Übersetzung) nicht verkneifen:

Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.

 

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November 19

Gentechnik

Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ist gefährlich. Wer weiß. Wenn ich das hier lese, bin ich mir aber sicher, dass die Natur sich zurückholt, was ihr gehört. Und wir mit dem Glauben, sie einfach mal austricksen zu können, auf die dann blutige Nase fallen. Ich weiß nur noch nicht, ob mich das insgesamt beruhigt oder beunruhigt.

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November 18

Ein Kreuz mit dem Kreuz

Ein katholischer und ein evangelischer Bischof besuchen eine muslimische und eine jüdische Religionsstätte und legen dabei ihr Brustkreuz ab. Und zack bum peng geht der Punk ab. In der Jüdischen Rundschau kann man sich dafür nur noch fremdschämen. Ein israelischer Militärsprecher hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und muss jetzt zurückrudern.

Meine erste Reaktion war auch – was soll das denn jetzt. Aber was ist denn genau passiert – die Stimmung war aufgrund des Laubhüttenfestes aufgeheizt und um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, wurden sie sowohl von muslimischer als auch von jüdischer Seite gebeten, dass Kreuz abzunehmen. Bedford-Strohm sagte, er habe aus Respekt zum Gastgeber gehandelt und weil er sich als Christ friedensstiftend und nicht aufheizend verhalten wolle. Klarer Fall von Unterwerfung finden manche. Andere können davon Abstand nehmen und Argumente finden. Überdies trage er sonst in Moschen ein Kreuz. Aber es widerspreche seiner Grundhaltung, dass Kreuz „demonstrativ vornweg zu tragen.“

Ach ich weiß selbst noch nicht so richtig wie ich stehe. Im Gegensatz zur beispielsweise Kippa ist uns das Tragen des Kreuzes nicht vorgeschrieben. Wenn die Aussage wirklich so fiel, dass Kreuz „demonstrativ vornweg zu tragen“ fände ich sie schwierig. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich das selbst mache – alleine schon aus dem jesuitischen Missionierungsbefehl heraus. Und da wird es doch eigentlich spannend: Haben sie die Bischöfe ihr Christsein versteckt? Kein Stück. Kardinal Marx stand in Soutane da, Bischof Bedford-Strohm im Talar. Jeder konnte sehen – hier stehen zwei christliche Geistliche. Demut, nicht Unterwerfung, steht uns gut an. Wer die Regel des Heiligen Benedikt gelesen hat, weiß warum. Jesus hätte sicherlich ein Problem damit gehabt, nicht öffentlich zu seinem Glauben zu stehen. Das haben die beiden Würdenträger aber durch ihre Kleidung gerade nicht getan. Und das ist der entscheidende Punkt. Sie sind ja nicht in Straßenkleidung gekommen. Wenn das Ablegen des Kreuzes die Situation entspannt und befriedet hat, habe ich Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass der Herr wollte, das man hier noch weiter anstachelt.

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November 17

Psst – geheim!

Die AfD hat Parteitag. Da gehört es ja langsam zur Tradition, die Presse auszuschließen. Heute, gestern und vorgestern. Die haben Angst, dass Mitglieder mit „abstrusen Ansichten“ deutlich aussprechen, was Petry & Co. in geschickte – insbesondere strafrechtlich – nicht angreifbare Sätze packen. Wenn man auf die Seite der AfD geht (nein, verlinke ich bewusst nicht), steht da als Überschrift: AfD – Mut zur Wahrheit. Na, so mutig scheinen sie ja nicht zu sein. In ihrem Wahlprogramm fordern sie Transparenz, um behauptetem Lobbyismus zu begegnen. Nun, deren Transparenz ist wohl eine blickdichte.

Die Medien pickten mit Vorliebe einzelne Äußerungen heraus und berichteten nicht neutral, erklärte der AfD-Mann. Er sprach von einer einmaligen Maßnahme, um zu verhindern, dass voreingenommen über die Veranstaltung berichtet werde.

Nun, das mit der einmaligen Maßnahme hatten wir ja oben schon (auch wenn sie einmal nach Protesten davon wieder abwichen). Aber sonst kommt halt wieder der übliche Vorwurf. Wusstest Du eigentlich, wo der Begriff Lügenpresse herkommt? Lies es nach.. durchaus lehrreich.

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November 16

Benachteiligung

Ich darf mich gerade mit dem Thema Genderismus beschäftigen. Und dabei bin ich in dem Werk Gender Mainstreaming in der Kinder- und Jugendarbeit von Lotte Rose über einen interessanten Satz gestoßen. Es geht um ein Konzept, eine Beschreibung zum Thema Gender Mainstreaming (S. 10):

Frauen und Männer unterscheiden sich nicht dadurch, ob sie von Beschränkungen betroffen sind, sondern nur darin, von welchen Beschränkungen sie betroffen sind.

Jetzt dämmert mir auch, was mein Problem mit dieser Ideologie ist: Eine Welt frei von Beschränkungen, in der jeder sich frei entfalten kann, kommt in deren Weltbild gar nicht vor. Ich sehe auch die (Geschlechter-) Diskriminierung und wir müssen diese abbauen. Und auch wenn es ein langer Weg ist, ist mein Ziel, dass sie irgendwann nicht mehr da ist. Diesem Zitat nach scheint man bei dieser Art von Denke Angst zu haben, sich selbst abzuschaffen. Auch wenn ich es mir wünschte, aber ich befürchte, den Tag werden wir nicht mehr erleben.

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November 15

Statistik

Ich lese gerade Gender-Mainstreaming in Deutschland von Manfred Spieker. Dort wird die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zitiert, wonach sie für jeweils 5.000 Schüler einen Schulpsychologen fordern. Und dann wollte ich mal wissen, wie weit diese Forderung von der Realität abweicht. Ich fand dabei diese kurze und prägnante Statistik. Da kann jeder für sich rumphilosophieren.

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November 14

Vermögenssteuer

Die Bundesvorsitzende von Büdnis 90/Die Grünen Simone Peter hat am 9. November 2016 in der FAZ einen Kommentar zur Vermögensteuer abgegeben. Leider habe ich ihn online nicht gefunden, um ihn zu verlinken. Kein kleiner Artikel, 28 Zeilen á 4 Spalten. Man merkt ihr an, dass sie nicht versteht, warum die Vermögensteuer nicht längst wieder eingeführt worden ist. Ihre Antwort darauf:

Kritiker der Vermögensteuer halten den Befürworter vor, sie sei zu bürokratisch, koste Arbeitsplätze und Innovationskraft und führe zu Unternehmensverlagerungen. Es sind Scheinargumente, in der Regel lautstark von den Lobbygruppen wie dem Verband der Familienunternehmen vorgetragen.

Mein Argument ist ein ganz anderes – das Bundesverfassungsgericht. Die Vermögensteuer ist ja nicht abgeschafft worden, weil sie nicht gefiel, sondern weil sie in der Form verfassungswidrig war. Überdies war sie damals schon umstritten, weil der hohe Verwaltungsaufwand auf Seiten des Staates dazu führte, dass kaum was kleben blieb. Und dann darf, nein muss, die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt werden. Steuern dienen der Einnahmenerzielung des Staates, § 3 Abs. 1 AO. Wenn das nicht der Fall ist, kann es noch eine Lenkungssteuer sein. Huch, da wird die Diskussion aber nochmal interessant.

Mit ihrer maßlosen Kritik an jeglicher Form der Vermögensbesteuerung zeichnen diese Verbände das Bild eines Staates, der Unternehmen und Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen will.

Nein. Niemand käme auf die Idee. Deshalb hat das Bundesverfassungsgericht in der zitierten Entscheidung sicherlich völlig grundlos gesagt, dass bei der Hälfte Schluss ist:

Die Vermögensteuer darf zu den übrigen Steuern auf den Ertrag nur hinzutreten, soweit die steuerliche Gesamtbelastung des Sollertrages bei typisierender Betrachtung von Einnahmen, abziehbaren Aufwendungen und sonstigen Entlastungen in der Nähe einer hälftigen Teilung zwischen privater und öffentlicher Hand verbleibt.

Nett formuliert nennt sich das Halbteilungsgrundsatz, salopp Grundsatz der Beuteteilung.

Peter weiter:

Unser Grundgesetz sieht in Artikel 106 eine Vermögensteuer explizit vor.

Ja, aber nicht alles, was das Grundgesetz als Möglichkeit vorsieht, muss doch genutzt werden.

Aus den Bundesländern und Wirtschaftsforschungsinstituten liegen verfassungsfeste Konzepte vor.

Okay, Butter bei die Fische. Mir sind noch keine ausformulierten Gesetze untergekommen, die das für sich in Anspruch nehmen beziehungsweise nehmen können.

Wir sollten den Mut haben, eine solche Steuer anzugehen, und uns davor hüten, Scheinargumenten zu folgen.

Die Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes ist kein Scheinargument. Wer sich die Mühe macht, über politisches Geschwurbsel hinaus in das Thema einzuarbeiten, wird feststellen, dass das gar nicht so trivial ist. Am Ende muss ich Unternehmen, Bargeld, Grundstücke und Kunstgegenstände gleichmäßig bewerten. Wie das funktionieren soll und möglichst in einem vertretbaren Rahmen – das wäre mal einen längeren FAZ-Artikel wert. Bei der Aussage, wir wollen die Vermögensteuer wiederhaben fällt mir nur der Valentin-Satz ein:

Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von allen.

 

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November 13

Wissenschaftlicher Dienst

Für mich eine noch relativ neue Entdeckung ist, dass der wissenschaftliche Dienst des Bundestages die Bürger an seinen Erkenntnissen zumindest teilweise teilhaben lässt. Wer jetzt denkt – ein alter Hut – gut, es gibt nichts zu sehen, bitte klicken Sie weiter. Ansonsten empfehle ich mal exemplarisch ein paar Minuten für zwei erhellende Seiten über den Internationalen Strafgerichtshof. Auf den Punkt gebrachtes Hintergrundwissen. Danke.

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November 12

Pilger aus Korea

Uwe Heimowski sagte in einer Predigt neulich den Satz:

Und die können beten, da brennt die Hütte.

Er bezog das auf einige Gruppierungen innerhalb der Evangelischen Allianz. Da Flammen auch als Zeichen für den Heiligen Geist stehen, laufe ich seitdem mit diesem Bild herum. Und hieran musste ich auch bei der Überschrift eines Artikels denken, wonach der Vatikan möchte, dass Korea den Rest von Asien evangelisiere. Und hier läge erst der Anfang. Drei Zitate aus dem Artikel:

Since the 1990s, the Vatican has been encouraging the Korean Church to take responsibility for evangelising the rest of Asia. Not only the quality of its witness but also practical considerations lie behind this. At more than 10 per cent, Catholics make up a larger proportion of the population than in any Asian country except the Philippines.

Other reasons for making South Korea a centre for global mission are cultural. For example, it has exceptionally high levels of education and its seminaries train priests from many other countries. More broadly, the country already exercises soft power in much of Asia.

After persecution, 35 years of Japanese occupation and the Korean War (1950-1953), the South Korean Church knows what it is to be “a poor Church for the poor” and it has a strong social dimension to evangelisation.

Okay, vielleicht könnten wir das auf Europa ausdehnen. Korea sind rund 8.100 km entfernt. Mit einer biblischen Tagesreise – anständig gepilgert – braucht man rund 200 Tage plus Erholungstage. Also in allem sollten die ersten Missionare in einem Jahr hier sein. Juhu!

 

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November 11

Blindflug

Ich lese gerade die Gesetzesbegründung zum geplanten Entgelttranspararenzgesetz. Um das geht es mir inhaltlich gerade nicht. Aber um eine Passage in der Begründung:

Es gibt keine Quelle um die Anzahl der Behörden in Deutschland zu bestimmen, ferner gibt es keine Informationen darüber, wie viele Beschäftigte die Behörden haben. Dies gilt sowohl für die Bundes- als auch für die Landes- und Kommunalebene. Aus diesem Grund wird zur Abschätzung auf die Verteilung der Beschäftigten auf Unternehmensgrößenklassen in der Privatwirtschaft zurückgegriffen.

Ja was weiß denn ich wer bei mir arbeitet. Ich habe auch keine Ahnung, wie viele Betriebe wir haben. Herrje, was die immer aber auch alles wissen wollen. Die kriegen alle pünktlich ihr Geld und gut ist. Aber über Italien lachen.

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