Dezember 6

Trennung

Bei einer Trennung in der Kirche geht mir erstmal die Trennung zwischen Protestanten und Katholiken durch den Kopf. Das kann aber auch ganz anders aussehen, wie dieser Zeit-Artikel schilder. Martin Luther King hat danach schon seinerzeit festgestellt

Elf Uhr am Sonntagmorgen ist die Stunde, zu der die Rassentrennung im christlichen Amerika am tiefsten ist.

Und daran hat sich wohl nicht wirklich was geändert. Das wird wohl kaum in Sinne des Herrn sein. Es ist interessant das zu lesen und ich habe mich gefragt, wie denn das bei uns mit der Trennung so ist. Ich glaube sie ist da, wenn auch in einer anderen Form. Wir unterhalten beispielsweise die muttersprachlichen Gemeinden. Ich will die nicht weghaben. Ginge ich ins Ausland, würde ich vermutlich auch erstmal zu einer deutschsprachigen Gemeinde gehen. Aber es sorgt dafür, dass ich jeweils nur neben Menschen sitze, mit denen ich meine Muttersprache teile. Ich gehe davon aus, dass die meisten sich die Kirche um die Ecke suchen. Die Separation die wir in einer Stadt erleben, setzt sich dann ganz natürlich in der Kirche fort – im Prenzlauer Berg habe ich ein anderes Publikum als in Rixdorf. Wer da näher schaut, wird bestimmt noch mehr finden. Beim Gebet zur Einheit der Christen heißt es unter anderem

Dein Geist schenke uns,
den Schmerz der Trennung zu erleiden,
unsere Schuld zu erkennen
und über jede Hoffnung hinaus zu hoffen.

Beten als ob das Arbeiten nichts hülfe und arbeiten, als ob das Beten nichts hülfe. Ich will an der Hoffnung nicht kratzen, aber ich frage mich, was unabhängig davon aktiv tun können, um diese über Konfessionsunterschiede hinaus gehenden Trennungen zu verringern.



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Veröffentlicht6. Dezember 2016 von bengoshi in Kategorie "Glaubenspraxis