Dezember 9

Mindestmenge

Manchmal ist eine Wortwahl doch schräg. So auch im Rahmen einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Hintergrund ist, dass Krankenhäuser bestimmte Fallzahlen eines Typus Erkrankung oder ähnlichen haben müssen, um bestimmte Leistungen anbieten zu dürfen. Das führt zwangsläufig zu einer Konzentration von Fällen, so dass die behandelte Station nicht nur alle Jubeljahre sondern regelmäßig die entsprechenden Fälle hat. Wenn man eine solche Station neu eröffnen möchte, dann muss man in pro-bono-Behandlungen investieren. Und jetzt kommt ’s:

Allein Krankenhäuser mit Perinatalzentren des Level 1 sind nach einem vom Gemeinsamen Bundesausschuss vorgesehenen Konzept für die Krankenhausbehandlung von Früh- und Neugeborenen mit höchstem Risiko zuständig (insbesondere für Frühgeborene mit einem geschätzten Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm oder einem Alter von weniger als der 29. Schwangerschaftswoche). Zur Qualitätssicherung bei der Krankenhausbehandlung kann der Gemeinsame Bundesausschuss im Beschlusswege für zugelassene Krankenhäuser unmittelbar verbindliche Regelungen erlassen. Im Jahr 2010 legte der Gemeinsame Bundesausschuss für Level-1-Zentren eine verbindliche Mindestmenge von 14 Level-1-Geburten pro Jahr fest. Wird die festgelegte Mindestmenge voraussichtlich nicht erreicht, dürfen die Krankenhäuser entsprechende Leistungen nicht bewirken. Tun sie es dennoch, steht ihnen kein Vergütungsanspruch zu.

Mindestmenge klingt für mich nach Schlachtgewicht.. aber vielleicht habe da nur ich falsche Assoziationen. Die Verfassungsbeschwerde wurde übrigens nicht zur Entscheidung angenommen.



Copyright 2016 by Kai Kobschätzki. All rights reserved.

Veröffentlicht9. Dezember 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt