Dezember 25

unerwarteter Philosoph

Man glaubt es kaum. Selbst gestandene – was ist eigentlich das Gegenteil von Gutmensch? – können philosophische Bezüge aufbauen:

Heute gebe es Terror, die Stadt sei vermüllt, die Sprache der Jugend verroht.

Was daran philosophisch sein soll? Über den Fall der Jugend klagte schon der geschätzte Sokrates. Hat sich irgendwie nix geändert:

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Sokrates war übrigens nicht der einzige in der Antike, der diese Befürchtung hegte.

Wenn jedoch aus der oben benannten Ecke philosophische Bezüge kommen, sollten Neurowissenschaftler erforschen, ob philosophische Fähigkeiten nicht sogar schon im Kleinhirn verankert sind. Der – gesucht wird immer noch das Gegenteil von Gutmensch – sagt noch:

Es sei nicht mehr sein Deutschland.

Dann würde ich sagen – bitte umgehend ausreisen. Das wäre eine Win-Win-Situation. Er braucht sich nicht mehr über die hiesige Politik ärgern und unser Land hat an Menschlichkeit gewonnen.

 



Copyright 2016 by Kai Kobschätzki. All rights reserved.

Veröffentlicht25. Dezember 2016 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt