Dezember 28

Lesen

Jetzt habe ich zwar gerade etwas über ein gelesenes Buch geschrieben, aber ich will – auch für mich selbst – wieder mehr über die Bücher schreiben, die ich so lese. Leider gleich der nächste Verriss. Zum Glück hatte ich das Buch aus der Bibliothek. So kostete es kein Geld, aber meine Lebenszeit. Das würde ich anderen gerne ersparen. Es geht um Einführung in die biblische Seelsorge von Eberhard Platte, erschienen in der Christlichen Verlagsgesellschaft.

Platte kritisiert die Professionalisierung des Ehrenamts, insbesondere in der Seelsorge. Das ist natürlich schon ein lustiger Widerspruch, wenn man wie er Seminare gibt und Bücher schreibt. Klingt für mich so nach – Ihr seid alle besser, wenn Ihr nichts dazu lernt, außer bei mir (und bei mir dafür bezahlt). Passt gar nicht. Intuition wäre ein Argument, kommt aber nicht so richtig.

Vielmehr wird die sich in der Seelsorge scheinbar ausbreitende psychotherapeutische Ausrichtung kritisiert. Das kann man sicherlich tun. Aber hier geht es in die Richtung – Gebet für Heilung und Hirtenschaft ist gut, alles andere ist schlecht. Erst recht ein schulmedizinischer Ansatz. Ganz schlecht, wenn Christen versuchen, dass zu verbinden. Puh. Driftet mir in einen fast fanatischen Bereich ab. Wie auch im sonstigen medizinischen Bereich sind das für mich keine ausschließenden, sondern ergänzende Dinge. Wer den Mensch nur als biochemisches Konstrukt ansieht, sieht eine leere Hülle, wer sich jedweder Naturwissenschaft verschließt, einen leeren Verstand.



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Veröffentlicht28. Dezember 2016 von bengoshi in Kategorie "gelesen