Januar 8

Licht

Ich bin beeindruckt von einem Interview in der Zeit. Ein Pfarrer hat mit seiner Gemeinde Streit an der Backe, da er die Beleuchtung der Kirche im Advent untersagt. Denn müsse auch mit der Finsternis einen Umgang lernen und dies sei wichtig für die Vorbereitung auf die Geburt Christi. Ausschnitt aus dem Interview:

Frage: Und was machen Sie, damit die Dunkelheit nicht überhandnimmt?

Arenz: Ich beichte bei einem älteren Mitbruder, lese das Stundengebet und feiere jeden Tag die Eucharistie. Das ist meine Auszeit. Das Telefon klingelt nicht, da kommt niemand durch die Tür, da gibt es keine Tagesordnung. Das trägt mich und lässt mich nicht in alten Gewohnheiten und Denkmustern verharren.

Frage: Das sind sehr alte Strategien.

Arenz: Sie werden immer weniger praktiziert. An ihre Stelle ist das getreten, was ich etwas verächtlich die „neuen bürgerlichen Formen“ nenne. Es ist heute fast unmöglich, drei Erwachsene terminlich unter einen Hut zu bringen, ständig sind sie irgendwo eingebunden. Die steigern sich da in etwas hinein.

Ich kann nur sagen – lesen. Jetzt.



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Veröffentlicht8. Januar 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt