Februar 8

Schwieriges Ende

Man muss nicht gleich wie seinerzeit Mißfelder tief ins Klo greifen, um das Thema medizinische Versorgung älterer Menschen zu diskutieren. Der Verdacht schwingt schnell mit – da wird zu wenig gemacht, weil es sich „nicht mehr lohne“ oder da wird nochmal „ein Reibach“ draus gemacht. Das griff jetzt die Zeit auf. Selbst wenn man das Geld mal außer acht ließe, stellt sich die Frage – quält man einen 80jährigen krebskranken Patienten mehr mit einer Chemotherapie, als man ihm wirklich noch helfen kann? Erspart man sich damit vielleicht die klare Ansage einem Betroffenen gegenüber, dass er zeitnah aus dem Leben scheiden wird (was keine beneidenswerte Aufgabe ist)?

Das ist alles ein ganz schmaler Grad, keine Entscheidungen, die binär ausfallen, keine die leicht sind. Helfen kann da nur Ehrlichkeit dem Patienten gegenüber oder seinen Angehörigen, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, freiverantwortlich Entscheidungen zu fällen. Hoffentlich bleibt den Ärzten immer wieder Zeit, über solche Probleme zu reflektieren.

Update: Großbritanniens Vorstoß liegt hat seine Ursache in den Kosten für die Behandlung älterer Patienten. Das lässt man aber diejenigen ausbaden, die nicht wahlberechtigt sind..



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Veröffentlicht8. Februar 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt