Februar 22

Sternberg im Zölibat

ZdK-Präsident Thomas Sternberg hält das Thema Zölibat am Kochen. Ich durfte Herrn Sternberg einmal kennen lernen und bin sehr angetan von ihm. Aber in diesem Punkt möchte ich dagegenhalten.

Aus meiner Sicht ist die Frage, ob der Diözesan-Priester zölibatär leben muss oder nicht, durchaus diskutabel (bei Orden geht das nur, wenn sie gleichsam verpflichtet werden, nur noch Lamborghini zu fahren). Aber den Aufhänger am Mangel festzumachen, halte ich für falsch. Lasst uns gerne darüber diskutieren, ob er spirituell und theologisch notwendig ist, ob er eher Geschenk oder Last ist. Alles gut. Aber das Argument Mangel finde ich falsch. Aus zwei Gründen:

Erstens hätte ich dann gerne eine Antwort, was passiert, wenn doch wieder viele ihrem Ruf folgen. Führen wir ihn dann wieder ein? Zweitens heißt das doch im Umkehrschluss, der Zölibat war früher okay, weil er die Zahl der Bewerber reduzierte. Sternberg sagt ja, dass der Zölibat heute nicht mehr verstanden werde. Oder soll das heißen, dass wir in der Vermittlung der Sinnhaftigkeit schlampig geworden sind? Aber dann liegt doch das eigentliche Problem auch woanders. Und dann wiederhole ich die Frage – führen wir den Zölibat wieder ein, wenn wir in der Katechese besser geworden sind? Nein, das überzeugt mich so richtig gar nicht. Und ich finde das Modell der orthodoxen Kirchen durchaus interessant und kann mir da durchaus andere Modelle für uns vorstellen. Aber nicht aus der Not heraus. Sondern aus Glauben und Überzeugung.



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Veröffentlicht22. Februar 2017 von bengoshi in Kategorie "Amtskirche