Februar 17

Höckes Rauswurf

Ich hielt den Rauswurf von Höcke ja für so wahrscheinlich wie die Rückgabe der Krim. Meine Vermutung war, dass das die übliche AfD-Schiene wird: Grenze übertreten, danach relativieren, dann wieder von vorne. So ganz wie bei der Echternacher Springprozession zwei Schritte vor und einer zurück. Im ganzen wabert man über einen Parteiaustritt rum, vielleicht gibt es noch ein Verfahren und am Ende wird das ganze irgendwie eingestellt. Fairerweise muss man aber sagen, dass das bei anderen Parteien manchmal auch schon komisch lief.

Jetzt kommt von Gauland über einen Zeit-Artikel die Aussage, dass sei zumindest von Petry ernst gemeint, da sie eine Koalitionspartei für die CDU werden möchte. Da winken Posten. Jacke ist näher als Hose. Hei, das finde ich gar nicht so fernliegend. Ich weiß gar nicht ob ich wissen will, wie die Union darüber denkt..

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Februar 16

Um Gnade winseln

Diesmal will Petry die Flüchtlinge nicht gleich erschießen, sondern sie mögen erst einmal um Gnade betteln dürfen: Grundrechte sind erst einmal Abwehrrechte der Bürger gegen den Staat und nichts, was der König auf seine Untertanen bei Laune ihnen zukommen lässt. Dazu  zählt auch das Asylrecht nach Art. 16a Grundgesetz. Die NPDAfD-Chefin Frauke Petry möchtet dieses Grundrecht in ein Gnadenrecht umwandeln. Scheinbar möchte sie staatlich legitimiert, wie Verfolgte erst um Gnade winseln bevor sie den Abzug zieht / ziehen lässt. Die Schande im Herzen der Hauptstadt, von der Höcke sprach, ist jedoch kein Denkmal, sondern diese Partei.

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Februar 15

Perle gefunden – Berg zum Prophet oder Prophet zum Berg

Ich stimme ja auch gerne in das Lied mangelnder Gottesdienstbesucher ein. Hier hat ein evangelischer Pfarrer Konsequenzen gezogen – kommen die Menschen nicht zum ihm in die Kirche, geht er halt zu ihnen nach Hause. Verbunden mit dem Angebot „Leih Dir einen Pastor“ hilft er Einkaufen, Rasen mähen oder ähnlichem – wenn es danach ein Gespräch über Gott gibt. Nimm Dir die zwei Minuten für diesen Artikel. Herr Pastor Paar – you made my day.

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Februar 14

Gegenwind

Auch das ist Amerika: Anfang Dezember letzten Jahres (ich bin erst jetzt darüber gestolpert) haben mehr 70 Präsidenten katholischer Universitäten erklärt, dass sie auch weiterhin Studenten ohne Papiere willkommen heißen.

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Februar 13

in New York so..

In New York scheint es ja gerade in der Kiste zu rappeln. Kardinal Dolan ist ja bekannt für eher markige Sprüche und hat sich jetzt in einem vierseitigem Schreiben an seine Priester und Diakone gewandt, berichtet der National Catholic Reporter. Die mögen mal bitte mehr den Blick für das Ganze haben und nicht nur an ihrem Kirchturm hängen. Und sich mal mehr um das Geld kümmern – also um mehr Spendeneinnahmen. Umgekehrt suche er jetzt für das Ordinariat eine kleinere Bleibe, da dort Instandhaltungen nötig werden und er Geld sparen möchte. Dabei räumt er ein, dass ihm da der Vorwurf gerne entgegengesetzt würde, es ginge ihm nur ums Geld. Am Ende ginge es aber darum zu erkennen, dass Katholizismus nicht bedeute, dass die eigene Kirchengemeinde der Nabel der Welt sei. Was da ohne Kirchensteuer bei uns noch für ein Zündstoff läge..

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Februar 12

Bischofsernennung

Ich hatte gerade darüber etwas gelesen (gedruckt, daher leider kein Link), wie man Bischof wird. Kurzum – an sich kann der Papst machen was er will, im deutschsprachigen Raum gibt es dagegen einige Sonderrechte. Jedenfalls legt der Personalchef – Präfekt der Kongregation Kurienkardinal Marc Ouellet – dem Papst dafür eine Liste vor. Im Regelfall wählt der Heilige Vater jemanden aus der Liste aus und dann wird dieser über den jeweiligen Nuntius gefragt, ob er denn will. Interessant fand ich dabei die Aussage von Kardinal Ouellet, dass er anfangs überrascht gewesen sei, wie viele Kandidaten dankend ablehnen. Diese Aussage hat mich auch überrascht.

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Februar 12

Städter und Strukturreformen

Ich erkenne ja keine wirkliche Alternativen zu einem Prozess wie Wo Glauben Raum gewinnt. Wir stehen vor Veränderungen in der Kirche und müssen diese angehen, besser gestern als heute. Da mag man über Details streiten, aber die Richtung ist für mich klar. Dieser Artikel hat mich doch etwas nachdenklich gestimmt. Leider – was nun nicht Schuld des Autors ist – bezieht er sich auf die Probleme der ländlichen Situation. Ich bin Städter und maße mir nicht an, die ländlichen Probleme wirklich beurteilen zu können. Umgekehrt kann ich so nicht gut sagen, ob die dargestellte Kritik auf die Lebenswirklichkeit in einer Stadt übertragbar sind. Entscheidend finde ich aber die Aussagen, dass wir vorsichtig sein müssen, das Ehrenamt nicht mit solchen Prozessen zu töten. Das wäre tödlich.

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Februar 11

Solidarität zwischen den USA und Europa

In der „Tagespost“ vom 21. Januar 2017 las ich jetzt einen interessanten Satz, warum es zwischen Europa und den USA zumindest bis jetzt eine Solidarität gibt. Ich hatte das für mich immer auf den 2. Weltkrieg zurückgeführt. Vielleicht war mir der Satz von Heraklit, der „Krieg ist aller Dinge Vater“ dabei zu sehr präsent. Jedenfalls sagt Stephan Baier in dem Tagespost-Kommentar:

Die Solidarität der USA mit den Staaten Europas beruhte auf der Überzeugung, dass das gemeinsame Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit und persönlicher Freiheit eine Allianz für Freiheit und Frieden begründe. Vieles an Trumps – zugegenermaßen widersprüchlichen – Äußerungen deutet darauf hin, dass er Europa eher als wirtschaftliche Konkurrenten sieht denn als politischen Partner.

Interessanter Ansatz.

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Februar 10

Gefühltes Unrecht

Es gibt Sachen, da interessiert doch eigentlich mehr das Gefühl, als harte Fakten. Die gefühlte Temperatur ist sowas. Schön zu wissen, dass draußen x° Celsius ist. Aber eigentlich interessiert mich, ob ich eine dicke oder dünne Jacke brauche. Eine Zeit lang wurde das sogar in den Nachrichten angesagt. Gleichzeitig zeigt das aber auch, dass Gefühle täuschen können. Der Wind verändert die gefühlte Temperatur, eine Hand vom kalten ins lauwarme Wasser gaukelt eine andere Temperatur vor etc.

So ist es auch mit der Gerechtigkeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass es immer mehr Menschen bei uns besser geht, gleichzeitig aber immer mehr Menschen das Gefühl haben, dem wäre nicht so. Die Kriminalität sinkt, aber die Angst davor nimmt zu. Aber es lohnt sich mit der Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Einen schönen Einstieg liefert dieser Artikel in der Zeit. Ich hatte in der Uni mal die Gelegenheit, mich mit dem Thema Steuergerechtigkeit auseinander zu setzen. Kein triviales Thema, wenn man mal den Stammtisch verlässt. Die Metaebenee, über die der Zeit-Artikel schreibt, ist es noch weniger. Wollen wir aber wieder Vernunft in die Debatte bringen, müssen wir darüber mehr nachdenken und mehr diskutieren. Sonst können wir die Polizeistatistik abschaffen und nur noch Umfragen zur gefühlten Sicherheit einführen. Bei der Wahl scheinen wir das scheinbar teilweise bereits verwirklicht zu haben.

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