März 31

Spätfolgen des BSE-Skandals bei der Union angekommen

Manche Sachen kann man sich gar nicht ausdenken. Jens Spahn – von der Partei mit der Barmherzigkeit und Nächstenliebe im Namen – möchte ein Islamgesetz einführen. Mit Abschaffung des Art. 3 GG (Gleichheitssatz) können wir dafür den Weg freimachen. Ansonsten brauchen wir auch ein Christengesetz, ein Buddistengesetz und ein Judengesetz. Mit letzterem haben wir ja Erfahrung. Ups, da bin ich doch glatt in die Godwin-Falle getappt.

Es müsse auch ein Moschee-Register geben: „Wir wissen gar nicht, wie viele Moscheen es in Deutschland gibt, wo sie sind, wer sie finanziert“, sagte Spahn.

Ja, ein gutes Register muss her. Da können wir dann auch Kirchen der verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften, Synagogen und Tempel aufnehmen. Und bitte die Finanzen offen legen. Ja, so richtig offen. Wo wir schon Art. 3 GG abgeschafft haben, können wir das kirchliche Selbstbestimmungsrecht gleich noch mitnehmen. Weiß der Mann eigentlich, was der da redet? Vielleicht hat BSE doch Spätwirkungen..

Spahn forderte zudem eine Deutschprüfung für Imame.

Haha, ja, bitte auch für katholische Priester. Und vielleicht noch bei Rabbinern und manchen buddhistischen Mönchen.

Katholische Predigten könne jeder verstehen, die türkischen oder arabischen nicht.

Ach ja, das scheint nicht jeder zu so sehen. Hoffen da jetzt Unionspolitiker, mit NPD AfD-Programmpunkten Wählerstimmen einzusammeln?

Update: Diplomatisch ausgedrückt hat das Prälat Jüsten gegenüber der KNA…

„Unsere bestehenden rechtlichen Regelungen einschließlich des Religionsverfassungs- beziehungsweise des Staatskirchenrechts sind nach kirchlicher Auffassung grundsätzlich ausreichend, um die Integration des Islams in Deutschland zu bewerkstelligen.“

Danke.

Update 2: auch von der KNA…

Der ehemalige CDUGeneralsekretär Ruprecht Polenz sprach von einer „populistischen Schnapsidee“

Nochmal danke.

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März 30

Interessenkonflikte und Transparenz

Ich habe gerade einen Vortrag eines Mediziners gehört. Bevor die erste Folie zum Vortrag kam, gab es eine mit der Überschrift „Interessenkonflikte“. Da wurde offen gelegt, wo der Vortragende (Lehrstuhlinhaber) Verbindungen zu hat. Er erläuterte auch, wie viel Prozent seines Forschungsbudgets aus der Pharmaindustrie und aus öffentlichen Geldern kommen. Dann gab es noch ein paar Sätze, warum das aus seiner Sicht keinen Interessenkonflikt darstelle.

So etwas war mir neu. Ich weiß nicht, ob das bei Medizinern üblich oder verpflichtend ist. Aber diese Form der Offenheit bei einem wissenschaftlichen Vortrag – oder auch bei einer Publikation – schafft Transparenz und Vertrauen. Bitte mehr davon.

In das Schema hat dann auch gepasst, dass zitierte Aufsätze öffentlich zugänglich waren und nicht nur für diejenigen, die teure Fachzeitschriften haben oder einen Zugang über eine Uni. Auch davon würde ich mir deutlich mehr wünschen. Nachdem ich jetzt drei Tage Vorträge durchgehört habe, war das ein Glanzlicht (auch inhaltlich).

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März 28

Werbepause – die Jugend und das Kreuz

Ich muss die Gelegenheit für eine Werbepause nutzen… die Jugend der evangelischen Gemeinde am Weinberg und von der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde veranstalten gemeinsam den diesjährigen ökumenischen Jugendkreuzweg. Jugend heißt mit Videosequenzen und so. Sehenswert. Freitag, 31. März von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche, Fehrbelliner Straße 99. Für Jugendliche gibt es danach noch die Möglichkeit im CafeJ ein wenig zusammen zu sitzen.

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März 27

Gigaliner – Wetten werden angenommen

Bundesverkehrsminister Dobrindt hatte zum Jahresanfang im Alleingang dafür gesorgt, dass längere LKWs auf die Straße dürfen. Angeblich könne durch die Zuladung die Straße effizienter und klimaschonender genutzt werden. Ein Geniestreich – das ganze wird für eine Testphase von fünf / sieben Jahren gemacht (unterschiedliche Angaben in den Quellen). Bis dahin sind viele Flotten neu ausgerüstet und man wird die Uhr nicht mehr so einfach zurückdrehen können. Für die LKW-Hersteller eine wunderbare Förderung. Der eigentliche Knaller – besser konnte man die Schiene nicht schwächen. Wie ich jetzt einem schönen Kommentar in der Süddeutschen entnahm, passen die neuen Anhänger nicht mehr auf die Waggons. Da stehen zukünftig 1,3 Meter Überlänge im Weg. Und so schnell tauscht man Güterwagons nicht aus. Ich nehme jetzt schon mal Wetten entgegen, wo Dobrindt eine Beschäftigung nach Ende der Legislaturperiode findet..

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März 26

Griaß di, lieber Herr Tucholsky!

Tucholsky hat in einem Interview 1928 auf die Frage was er hasse unter anderem neben Rosenkohl und Militär die Vereinsmeierei genannt. Dank der Münchner Kirchenzeitung bin ich jetzt auf ein Musterbeispiel dafür gestoßen: den „Grüß-Gott-Verein“. Wer es nicht glaubt mag gehe auf das Vereinsregister und schaut beim Amtsgericht München unter der Registernummer 10077 nach.

Der Verein möchte den Trend zum bedeutungslosen „Hallo“ stoppen. Vereinsmitglieder verpflichten bei kostenloser Mitgliedschaft mit „Grüß Gott“, „Griaß di“ oder „Griaß eich mitanand“ zu grüßen. Bei Verfehlungen gibt es keine Sanktionen. Laut der Münchner Kirchenzeitung gibt es schon circa 500 Vereinsmitglieder, die sich zu Grüß-Gott-Stammtischen treffen. Menschen und Leute gibt ’s.

Lieber Herr Tucholsky, Pfiat Eana!

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März 25

Bundestagspräsident lernt von Erdogan

Bundestagspräsident Lammert hat einen Vorschlag publiziert, wie man die Auswahl des Alterspräsidenten ändern könnte. Danach soll es zukünftig nicht mehr um den lebensältesten Bundestagsabgeordneten gehen, sondern um den dienstältesten. Eine gute Idee, sachlich ein schönes Argument, dass das jemand mit Erfahrung macht. Aber gut, vielleicht muss man nicht für die erste Rede einen besonderen Erfahrungsschatz haben. Und wie sieht die Auswahl aus, wenn zwei gleichzeitig anfingen?
Wäre alles diskutabel, wenn es nicht um die Verhinderung eines zu erwartenden neuen Alterspräsidenten ginge. Am Ende der Strecke soll der NPDAfDler Gauland verhindert werden. Und so sehr ich den da auch nicht sehen will – das ist schlichtweg undemokratisch. Den Vorschlag von Lammert können wir gerne diskutieren und umsetzen, aber dann bitte erst zur übernächsten Legislaturperiode. Die Regeln verändern um einen zu erwartenden Kandidaten reinzuholen oder rauszuwerfen geht gar nicht. Ach, Merkel würde bei einer Direktwahl gewinnen aber die CDU bekommt nicht genug Stimmen? Führen wir doch eine Präsidialdemokratie mit Direktwahl der Präsidentin ein. Merkste selber, Herr Bundestagspräsident..

Historisch – bei der SEDPDS gab es damals auch einen Bohai, als Stefan Heym die Antrittsrede hielt.

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März 24

Werbepause

Es gibt Dinge, die dürfen, nein sollten breit getreten werden. Dazu gehört das Gebetshaus Augsburg. Heute Abend gibt es um 19 Uhr im CafeJ einen Erfahrungsbericht dazu. Lohnt sich bestimmt!

Das Gebetshaus Augsburg sagt Dir nichs? Let it google me for you:

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März 24

Meinen Teller Suppe esse ich nicht!

Wer verzichtet, kann einen Kübel Panikmache abbekommen. Sag mal Vegan und die Welle geht los. Und sei froh, wenn nachher nicht über Entmündigung diskutiert wird. Geh mal in einen Laden mit entsprechender Produktpalette und schau Dir die ganzen Mangelernährten an..  wie in unseren Breitengraden üblich, ein ernsthaftes Problem.

Wer aber auf das „richtige“ verzichtet, der erntet Mitgefühl bis Mitleid. Das betrifft diejenigen, die wegen einer Allergie oder Unverträglichkeit verzichten. Die wirklich Betroffenen haben da auch ein schweres Los gezogen. Und sonst:

So gaben in einer deutschen Studie aus dem Jahr 2004 gleich 35 Prozent der Erwachsenen an, auf bestimmte Lebensmittel allergisch zu reagieren, doch nur 3,7 Prozent hatten in nachfolgenden Tests wirklich eine solche Erkrankung.

Ah, alles klar. Dafür gibt es einen Begriff:

Dies liegt nicht nur an der Panikmache durch Möchtegernexperten wie David Perlmutter mit seinem Buch „Dumm wie Brot“, sondern womöglich auch daran, dass „Frei-von“-Produkte vom Verbraucher als gesünder angesehen werden, wie eine Studie 2014 belegte. Fasano warnt jedoch: „Glutenfreie Produkte sind nicht per se gesünder, nur weil sie als Diätlebensmittel erdacht wurden. Sie enthalten oft viel Zucker, Salz und Fett.“ […]

„Viele leiden sicherlich auch am ‚Hype-Syndrom'“, meint Heiko Witt. Schließlich werden alle möglichen Ernährungstrends von Prominenten, Medien und Industrie befeuert – die Aufmerksamkeit ist darum deutlich gestiegen. „Und die Kenntnis über Unverträglichkeiten führt dazu, dass geringfügige Symptome überschätzt werden“, ergänzt Daniel Kofahl, Ernährungssoziologe am APEK, dem Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur. „Auch allgemeines Unwohlsein kann als Weizensensitivität oder Laktoseintoleranz einsortiert werden“, so Kofahl. „Über die Essensauswahl können die durchaus realen Symptome dann relativ leicht verändert werden.“

Nun, jetzt verstehe ich auch ein Stück besser, wie Homöopathie wirkt.

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März 23

Ausdefiniert

Was macht man, wenn einem etwas nicht „recht“ ist? Man nimmt aus der Definition raus. So kann sich nach Wilders der Islam nicht auf die Religionsfreiheit berufen, da es keine Religion, sondern Ideologie sein. Leider haben unsere Vorfahren ihm das vorgemacht..

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