März 3

AfD in den fünf neuen Bundesländern

Ich hatte in den letzten zwei Tagen zwei Gespräche mit Menschen aus der ehemaligen DDR, die mich zum Thema AfD in den fünf neuen Bundesländern nachdenklich gestimmt haben. Die AfD ist aus meiner Sicht kein Ost-spezifisches Problem, aber aufgrund der unterschiedlichen Historie anders zu behandeln als im Westen. Beide Gesprächspartner sind wohl auch keine AfD-Wähler und sind kirchennah. Vor allem ging es bei den Gesprächen nicht um die AfD, sondern nur um die DDr. Die Aussagen fand ich so spannend, dass ich sie teilen möchte:

  • In der DDR wurden Gesetze von unten herauf beschlossen und nicht von oben. Im Westen werden Gesetze von Lobbyisten und von oben herab gemacht.
  • In der DDR war das Leben einfacher und Sozialsysteme konnten nicht missbraucht werden. Das weniger an Freiheit sei eine Illusion, da ohne Geld ja sowie keiner etwas wie Reisen unternehmen kann. Insofern gebe es gar nicht wirklich ein weniger. Im Übrigen was nütze vermeintliche Freiheit, wenn ich damit nichts anfangen kann. Dann nehme man doch lieber die Sicherheit von früher.

Gerade Punkt 1 halte ich für eine erstaunliche Glorifizierung der Vergangenheit. Sicherlich sind Gesetze in der DDR alle nach einer kollektiven Willensbildung im Volk entstanden… Und auch die Frage nach einem Freiheitswunsch halte ich für eine Überhöhung der Vergangenheit. Nun ist die Verklärung der Vergangenheit ein menschliches Phänomen. Aber mit diesen beiden Aussagen ist für mich klar, worauf das hinsteuert. Die Überhöhung des Früheren als Katastrophe für das Hier und Jetzt.



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Veröffentlicht3. März 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt