März 4

Elternhaus und Schule

In einer Vorlesung (Erziehungswissenschaften) hörte ich gerade einen interessanten Einwand. Kinder und Jugendliche verbringen den meisten Teil ihrer Zeit im formalen Bildungssystem und nicht mehr im Elternhaus. Dazu sind mir zwei Sachen eingefallen:

Scheinbar bilden wir uns ein, dass das staatliche Bildungssystem per se Sachen gleicher und besser vermittelt als das Elternhaus. Das wird bis auf eine Minderheit beim Thema Sexualerziehung quasi nicht diskutiert.

Obwohl das Elterhaus sowenig Zeit hat, auf Kinder auf einzuwirken, ist der Einfluss bedeutend. Will sagen – das Elternhaus beeinflusst in Deutschland maßgeblich den Bildungsweg des Kindes. Unsere Lösung ist mit Ganztagsschulen die Kinder noch mehr der elterlichen Sphäre zu entziehen. Müssten wir nicht eigentlich erst einmal feststellen, was das für eine Katastrophe ist? „Die Gesellschaft“ hat mehr Zeit als die traditionelle Familie, auf die nächste Generation einzuwirken und erreicht dabei bitte was? Vielleicht sollten wir mal mehr über Qualität statt Quantität der Erziehungslandschaft reden. Und komm mir nicht gleich mit Geld. Das ist zu billig.



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Veröffentlicht4. März 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt