März 5

Gehaltsstrukturen

Dank fefe bin ich auf einen Artikel gestoßen, wonach ein polnischer EU-Abgeordneter an die Entgeltgleichheit von Frauen und Männern ran will:

„Natürlich müssen Frauen weniger als Männer verdienen“, sagte Janusz Korwin-Mikke am Mittwochabend bei einer Plenardebatte über geschlechterspezifische Einkommensunterschiede in Brüssel. „Weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind, müssen sie weniger verdienen.“

Okay, der Mann ist nicht ganz knusper. Das hat er hier noch deutlicher zum Ausdruck gebracht. Doch hat es mich gleichwohl zum Nachdenken angeregt. Ich hatte mich ja schon mal zu dem Thema überhöhte Gehälter geäußert. Bei einer dieser beiden Diskussionen hörte ich mir auch an, dass Honecker ja nur das Doppelte im Vergleich zu ihm verdient habe. Die SPD hat das Thema jetzt aufgerufen, na ja, vielleicht. Ich glaube, man müsste mal breiter diskutieren, wann wie ein Gehalt zustande kommt und ob wir daran etwas ändern wollen. Und inwieweit wir wollen, dass es staatliche Eingriffe hierin gibt. Liegt es an der Bedeutung? Nein, dann würde der Broker wohl kaum mehr bekommen als die Krankenschwester. Liegt es an der Bildung? Dann würde ein Professor mehr bekommen, als ein DAX-Vorstandsmitglied. Aber irgendwie schon, denn der Professor bekommt mehr als die Krankenschwester. Liegt es an Angebot und Nachfrage? Auch, aber nur zum Teil. Dies geht aber alles nur der Frage auf den Grund, warum es so ist, wie es ist. Spannend finde ich die Frage – wie hätten wir es gerne? Und wenn wir darauf eine stimmige Antwort haben, können wir die Frage stellen, wie setzen wir es um.



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Veröffentlicht5. März 2017 von bengoshi in Kategorie "Politik