März 12

Krieg am Abendbrottisch

Beim Abendbrottisch sprachen wir über die Türkei. Eines der Kinder fragte, ob diese den niederländischen Botschafter festnehmen würden, reiste er ein. Ich sagte, dass das einer Kriegserklärung gleich käme und ich mir bei allem Wahnsinn das nicht vorstellen könne. Und das noch innerhalb der NATO.

Meine Aussage wollte ich mal verifizieren, bin dabei aber nicht fündig geworden. Lesen gefährdet bekanntermaßen die Dummheit. Wikipedia  war als erster Zugriff trotzdem ein Gewinn, auch wenn es meine Frage nicht beantwortete. Natürlich habe ich auch andere Quellen studiert, bin aber trotzdem nicht fündig geworden. Sachdienliche Hinweise werden jederzeit gerne entgegen genommen. Interessant fand ich dabei zweierlei:

Im Mittelalter gehörte die Kriegserklärung zur ritterlichen Kriegsführung, aber sie war nicht mehr an bestimmte Formen gebunden. Ein Fürst, der einen Krieg begann, teilte seinem Gegner die Gründe mit, die ihn zu diesem Schritt bewogen. Idealtypisch erfolgte die Mitteilung durch einen Herold, der als Überbringer von Kriegserklärungen oder anderen gegnerischen Mitteilungen diplomatische Immunität genoss.

und

Seit dem Zweiten Weltkrieg kommen formelle Kriegserklärungen nicht mehr vor.

Das da im Mittelalter eine Begründung geliefert wurde, finde ich interessant. Ich bin kein Historiker und weiß leider nicht, inwieweit die Begründung ehrlich war. Wenn, dann wäre es ein Verlust, wusste man wenigstens, was man vielleicht noch tun könne, um einen Konflikt zu vermeiden oder klein zu kochen. Und dann würde mich ja nochmal interessieren, ob die Immunität nicht auch mal verletzt wurde und wie das sich auswirkte. Auch hier – sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Fakten..



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Veröffentlicht12. März 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt