März 26

Griaß di, lieber Herr Tucholsky!

Tucholsky hat in einem Interview 1928 auf die Frage was er hasse unter anderem neben Rosenkohl und Militär die Vereinsmeierei genannt. Dank der Münchner Kirchenzeitung bin ich jetzt auf ein Musterbeispiel dafür gestoßen: den „Grüß-Gott-Verein“. Wer es nicht glaubt mag gehe auf das Vereinsregister und schaut beim Amtsgericht München unter der Registernummer 10077 nach.

Der Verein möchte den Trend zum bedeutungslosen „Hallo“ stoppen. Vereinsmitglieder verpflichten bei kostenloser Mitgliedschaft mit „Grüß Gott“, „Griaß di“ oder „Griaß eich mitanand“ zu grüßen. Bei Verfehlungen gibt es keine Sanktionen. Laut der Münchner Kirchenzeitung gibt es schon circa 500 Vereinsmitglieder, die sich zu Grüß-Gott-Stammtischen treffen. Menschen und Leute gibt ’s.

Lieber Herr Tucholsky, Pfiat Eana!



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Veröffentlicht26. März 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt