März 30

Interessenkonflikte und Transparenz

Ich habe gerade einen Vortrag eines Mediziners gehört. Bevor die erste Folie zum Vortrag kam, gab es eine mit der Überschrift „Interessenkonflikte“. Da wurde offen gelegt, wo der Vortragende (Lehrstuhlinhaber) Verbindungen zu hat. Er erläuterte auch, wie viel Prozent seines Forschungsbudgets aus der Pharmaindustrie und aus öffentlichen Geldern kommen. Dann gab es noch ein paar Sätze, warum das aus seiner Sicht keinen Interessenkonflikt darstelle.

So etwas war mir neu. Ich weiß nicht, ob das bei Medizinern üblich oder verpflichtend ist. Aber diese Form der Offenheit bei einem wissenschaftlichen Vortrag – oder auch bei einer Publikation – schafft Transparenz und Vertrauen. Bitte mehr davon.

In das Schema hat dann auch gepasst, dass zitierte Aufsätze öffentlich zugänglich waren und nicht nur für diejenigen, die teure Fachzeitschriften haben oder einen Zugang über eine Uni. Auch davon würde ich mir deutlich mehr wünschen. Nachdem ich jetzt drei Tage Vorträge durchgehört habe, war das ein Glanzlicht (auch inhaltlich).



Copyright 2016 by Kai Kobschätzki. All rights reserved.

Veröffentlicht30. März 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt