April 14

Kardinalsche Vereinfachungsproblematik

Kardinal Marx hat sich gegen vereinfachende Populisten von beiden Seiten ausgesprochen:

Für die einen sind es die Reichen, denen man angeblich problemlos etwas wegnehmen kann, damit es den Armen besser geht. Für die anderen sind es die Flüchtlinge und die Forderung: Wenn man die nicht mehr ins Land lässt, wird alles gut.

Wohl wahr. Das Leben ist nicht einfach, mithin sind es auch die innewohnenden Probleme und die dafür notwendigen Lösungsstrategien nicht. Mich erinnerte der Satz des Kardinals an den Vergleich der politischen Parteien mit einem Hufeisen. Die Parteien sind von rechts nach links auf dem Hufeisen angeordnet. Unten sind die Extremen. Die stehen sich politisch ganz nah, werden aber nie zusammenkommen.

Die Vermögensteuer griff Kardinal Marx dabei auch mal wieder auf. Nach seiner Ansicht eine essentielle Lösungsmöglichkeit für die Ungerechtigkeit der Welt. Wie bei den anderen, die diese Forderung erheben, würde ich dazu gerne mal einen ausformulierten und verfassungskonformen Vorschlag sehen, dessen Verwaltungskosten in einem gesunden Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Bis dahin würde ich doch nochmal den Kardinal zitieren:

Die „großen Vereinfacher“ suchten nach einem Schuldigen und einer simplen Lösung […]

Trifft hier wohl auch zu.

 

 



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Veröffentlicht14. April 2017 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt