April 25

Freiheit die ich meine

Wo sich Männer finden,
Die für Ehr und Recht
Muthig sich verbinden,
Weilt ein frei Geschlecht.

aus Freiheit die ich meine von Max von Schenkendorf.

Im Spiegel fragt ein Autor, warum sich der Bundespräsident nicht zu den Demonstrationen geäußert habe. Nein, nein, nicht wie Kardinal Woelki. Sondern dass es dort Pöbeleien gab und eine Menge Polizei notwendig war, um die Veranstaltung abzuhalten. Die hat da scheinbar ihren Job gemacht. Das war ja nicht Aufgabe des Bundespräsidenten.

Richtig ist, dass diese Veranstaltung geschützt gehört und wurdee. Richtig ist, dass es nicht darauf ankommen darf, ob es die Veranstaltung einem gefällt oder nicht. Freiheit ist die Freiheit des anderen.

Und ja, es gibt keine gute Gewalt. Wenn Dir jemand in die Fressen haut, tut das weh. Ob die Faust einem Linken, Nazi oder Marsmenschen gehört. Und von der Versammlungsfreiheit ist das auch nicht geschützt, wer sich mal die Mühe macht, den entsprechenden Artikel im Grundgesetz zu lesen.

Aber was hätte der Bundespräsident denn bitte sagen sollen? Demonstriert nicht? Demonstriert friedlich? Streichelt sie? Warum müssen einzelne Vollpfosten einen schlechten Ruf auf solche Demos bringen, wo sich viele klar positionieren? Oder gar – super, dass Ihr demonstriert?

Ist der Bundespräsident jetzt zum Schweigen verdammt? Nein. Hier hätte ich mir beispielsweise gewünscht, dass der Bundespräsident klar stellt, dass es keine geringe Schuld ist, wenn der Mob Selbstjustiz begeht. Das Gerichte Beweise erheben und nicht fingieren sollten. Das erschüttert Grundfeste. Die Grundfeste der Meinungsfreiheit wurden geschützt. Diese hier nicht. Deutsche AfD hier, Flüchtling dort. Mal wieder Orwell – manche sind gleicher. Grüße an das ehemalige Nachrichtenmagazin.



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Veröffentlicht25. April 2017 von bengoshi in Kategorie "Politik