Juli 31

AÜG im Wandel der Zeiten

Ich muss mich gerade mit dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) beschäftigen, also dem Themenkreis um Leiharbeitnehmer. Dabei bin ich auf eine interessante Sache gestoßen – die Frage, wie lange ein Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerin überlassen werden darf. Eine solche Beschränkung ist mit der Veränderung dieses Jahres in das Gesetz reingekommen – so scheint es. Genauer muss man sagen: Sie ist wieder reingekommen. Jetzt darf ein Verleiher denselben Leiharbeitnehmer nur 18 aufeinander folgende Monate an den selben Entleiher überlassen.[1] Das können unter anderem die Gewerkschaften verlängern, aber das ist ein eigenes Thema. Worauf ich hinaus will, ist der Wandel dieser Überlassungshöchstdauer. Ich gebe mal nur an, wann welche Frist eingeführt wurde und wer da gerade an der Regierung war:

  • 1972 drei Monate – Einführung des Gesetzes unter Willy Brandt mit rot-gelb, Arbeitsminister Walter Arendt
  • 1985 sechs Monate unter Kohl mit schwarz-gelb, Arbeitsminister Norbert Blüm
  • 1994 neun Monate unter Kohl mit schwarz-gelb, Arbeitsminister Norbert Blüm
  • 1997 zwölf Monate unter Kohl mit schwarz-gelb, Arbeitsminister Norbert Blüm
  • 2002 24 Monate unter Schröder mit rot-grün, Arbeitsminister Walter Riester, sogenanntes „Job-AQTIV-Gesetz“
  • 2003 Streichung, unbegrenzte Überlassung möglich unter Schröder, rot-grün, Arbeitsminister Wolfgang Clement
  • 2011 Einfügung „Überlassung erfolgt vorübergehend“ [2] unter Merkel, schwarz-gelb, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen
  • 2017 18 Monate unter Merkel, schwarz-rot, Arbeitsministerin Andrea Nahles.

Bewerten kann das jeder für sich.

[1] Bei einer laufenden Überlassung beginnt die Frist am 1. April 2017 zu laufen.

[2] wie lange das auch immer sein mag..



Copyright 2016 by Kai Kobschätzki. All rights reserved.

Veröffentlicht31. Juli 2017 von bengoshi in Kategorie "Politik