August 4

Kirche 4.0[1]

Der evangelische Theologe Ralph Charbonnier will eine stärke Debatte in den Kirchen[2], wie die KNA berichtet. Klar könnte man in die Falle tappen und das als allgemein moraltheologische Frage abtun. Auch wichtig, aber da kommt man ins politisieren, welches eher bei der Werte- als bei der Glaubensgemeinschaft angedockt ist. Aber Charbonnier hat wirklich gute Fragen:

Für die eigenen Institutionen gelte es zu entscheiden, ob etwa „Webtracking“ genutzt werden solle, um Mitglieder zielgerichtet anzusprechen.

Ja, darüber hätte ich gerne mal eine Debatte. Datenschutz mal ganz praktisch, auch in der Kirche. Schon klar, von oben wurden die Hausaufgaben gemacht. Aber wie viel kommt bei der Basis an, ist durchdacht und wird gelebt?

Ein zweiter Punkt:

Der Glaube dürfe nicht zu blindem Vertrauen auf statistische Daten werden. Aber: „Warum sollte es nicht im Einklang mit dem Heiligen Geist stehen, logische Schlüsse aus einer Vielzahl von Daten oder allgemeinen Regeln zu ziehen?“

Wie können und dürfen wir die Neuevangelisierung betreiben? Welche Hilfsmittel sind vielleicht noch gar nicht richtig ausgeschöpft? Oder welche Hilfsmittel wollen wir nicht anfassen? Mir schweben da ja schon mehr Untersuchungen und Experimente vor, aber um mal ein Beispiel aufzumachen, was IMO nicht ginge – Gesichtserkennung wie am Berliner Bahnhof Südkreuz. Wunder. Wenn Du sonntags nicht in der Messe warst, kriegst Du danach eine E-Mail – was war los? Schöne neue Welt. Aber wie sich an der Frage von beispielsweise Webtracking zeigt, ist das nicht in einem Satz zu beantworten. Das Thema müssen wir breiter ausrollen. Vielleicht gibt es dazu demnächst eine Veranstaltung.

 

 

[1] 4.0 geht gerade rum, 2.0 war mir auch bekannt – wo ist 3.0 eigentlich geblieben?
[2] Ich weiß, una sancta, aber um an dieser Stelle mal für die Ökumene zu tun.



Copyright 2016 by Kai Kobschätzki. All rights reserved.

Veröffentlicht4. August 2017 von bengoshi in Kategorie "Amtskirche