August 7

Hilfe – das Internet ist kaputt

Das mag sich erstmal wie der Ausruf eines DAUs anhören, bei dem man nur verzweifelt den Kopf auf den Tisch hauen möchte. Eine mobile Tischkante ist da immer ganz hilfreich. Der IT-Sicherheitsexperte Matthew Mather hat sich aber vielmehr überlegt, wieviel scheinbar Unwahrscheinliches wahrscheinlich zusammen kommen muss, damit das Internet ausfällt. Dabei geht es nicht um technische Details. Vielmehr hat er in dem Roman Cyberstorm das Gedankenexperiment aufgemacht, was wäre wenn. Da wir alle vom Netz der Netze umgeben sind, ist die Dysopie hoch interessant. Was passiert, wenn die Logistik zusammenbricht, das Handynetz sich verabschiedet und Rettungsdienste nicht mehr miteinander kommunizieren können? Einziger Wermutstropfen ist, dass der Roman einen Hollywood-Touch hat. Trotzdem würde ich es für den Sommerurlaub sehr empfehlen. Und falls es richtig heiß wird, ist das Buch ein toller Kontrast – es spielt mitten im Winter.

Während wir über Industrie 4.0 und ähnliches reden sollten wir vielleicht doch mal eine ehrliche und tiefgreifende Technikfolgenabschätzung machen. Vielleicht sollten wir dann doch mal über ein Backup nachdenken – nein, nicht von Software. Sondern von Strukturen, die uns zumindest zeitweise ohne Netz und – Strom! – leben lassen. Nur mal ein – wir haben zwar eine Gas-Zentralheizung. Aber ohne Strom springt da weder der Zündfunke an noch sorgt die Wärmepumpe dafür, dass das warme Wasser auch in die Wohnungen ankommt. Wenn Du den Roman gelesen hast, können wir bei einer Tasse Tee ja mal gemeinsam darüber nachdenken, wie das in Berlin ausschaute. Und wo Prävention nötig und möglich wäre.

 



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Veröffentlicht7. August 2017 von bengoshi in Kategorie "gelesen