Oktober 9

Der Friede sei mit Dir!

Ich war am Wochenende zu Gast in einer Berliner Kirche (näheres will ich hier bewusst weglassen). Da musste ich an diesen schönen Artikel denken. Inhaltlich geht es um die Frage des Umgangs mit dem Friedensgruß. Die Kirche in der ich war, war zwar nicht übergroß, aber der Ministrant oder Gottesdienstbeauftragte lief die gesamten Reihen ab, um mindestens jedem, der außen in der Bank saß, den Friedensgruß zu geben. Die Zeit für den Friedensgruß war schon großzügig bemessen, aber so sehr dann doch nicht. Nachdem er auf der „Rücktour“ war und bei der gegenüberliegenden Seite anfing, die Hände zu schütteln, war er gefühlt kurz davor, nur noch die Hände abzuklatschen. Bis er bei mir war, waren wir dann schon in der zweiten Zeile des Agnus Dei. Arg. Unterbrechungen, die die Welt Liturgie nicht braucht.

Man kann ja durchaus geteilter Auffassung über den Friedensgruß sein. Aber ey, das geht endgültig zu weit. Ich geben ja zu, dass ich eher ein Freund von rechts „Friede sei mit dir“, links „Friede sei mit dir“ und weitergeht es mit dem Agnus dei bin. Gleichwohl kann ich gut damit leben, wenn man das etwas ausufernder machen zelebrieren möchte. Alles gut. Aber wie ein Fußballstar durch die Reihen laufen – ne. Demnächst schauen wir, ob wir noch jemanden vor der Kirche finden…



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Veröffentlicht9. Oktober 2017 von bengoshi in Kategorie "Glaubenspraxis