November 15

Wahrheit im Vermittlungsausschuss

Jetzt haben wir durch das Reformationsjubiläum viel über die evangelischen Geschwister gehört. Viele Veranstaltungen fanden auch unter Beteiligung beider Konfessionen statt. Bedauerlich wenn ich dann lese

Oft seien ökumenische Veranstaltungen von katholischen Pfarreien nicht ausgehangen worden oder es habe nur eine geringe Beteiligung gegeben.

Dieser Kritik kann ich folgen, zumindest was die Aushänge angeht. Hinsichtlich der Beteiligung wäre ich da erstmal skeptisch, ob es an der Ökumene liegt oder ob die Beteiligung bei anderen Veranstaltungen auch nicht besser ist. Was mir Sorgen macht ist

[…] die evangelische Religionspädagogin aus der Landeskirche Kurhessen-Waldeck. So habe man etwa im Glaubensbekenntnis für die katholische Kirche gebetet.

Scheinbar hat sich das immer noch nicht ganz rumgesprochen – denn die Diskussion durfte ich neulich selbst mit einer evangelischen Religionslehrerin führen. Die katholische Kirche versteht das Wort katholisch im Glaubensbekenntnis im eigentlichen Sinne als universell und nicht im Sinne der römisch-katholischen Kirche (sonst hieße es ja auch so im Credo). Das evangelischerseits dort gerne von „christlich“ gesprochen wird, ändert nichts daran.

Gleichwie: Ich lese und höre immer wieder von evangelischer Seite, dass die katholische Kirche sich für eine mögliche Ökumene bewegen müsse. Mal abgesehen davon, dass Glaubenswahrheiten schlecht wie in einem Vermittlungsausschuss behandelt werden können – Jesus ist nur ein bisschen leibhaftig in der Eucharistie das ist wie halbschwanger – würde ich jeden Gläubigen bitten mal in sich zu gehen und zu überlegen, wo er einen Schritt zurückgehen würde. So ganz konkret. Die Forderung an die eine Seite stellen, heißt für mich auch, bereit zu sein, selbst nachzugeben. Dies gilt für alle Seiten gleichermaßen.



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Veröffentlicht15. November 2017 von bengoshi in Kategorie "Glaubenspraxis