Januar 23

#children-too

Im Kino sah ich jetzt eine Werbung um vor den Gefahren des Schüttelns von Kleinkindern. Sehr gut, dachte ich mir. In der Eindringlichkeit ist das vielleicht doch nicht jedem klar. Jetzt fordert der MIssbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig:

Spätestens 2019 müsse außerdem eine bundesweite, auf mehrere Jahre angelegte, Aufklärungskampagne gegen Kindesmissbrauch gestartet werden. Sie solle nach dem Vorbild der Anti-Aids-Kampagnen laufen. Alle Bürger müssten wissen, was sie im Verdachtsfall tun und wie sie helfen können.

Ja, bitte. Unbedingt. So richtig und wichtig die Skandalisierung um den Missbrauch in den Kirchen war und ist, so sehr wohnt diesem die Gefahr inne, es als ein innerkirchliches Problem abzutun. Nein, dieses Thema muss breiter aufgestellt werden. Es muss ein #children-too werden. Nicht punktuell, sondern dauerhaft. Die Diskussion um Straftäter ist schnell lebhaft, übersieht aber völlig, dass da das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wir müssen dem Brunnen aber ein stabiles hohes Geländer verpassen, damit möglichst keiner mehr reinfällt. Und einen Rettungsring gut sichtbar daneben legen, damit diejenigen, die trotzdem reingefallen sind, schnell rausgeholt werden können und nicht erst, wenn sie ertrunken sind.



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Veröffentlicht23. Januar 2018 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt