März 8

Neusprech: Elternsprache

Beim Lesen des Pressespiegels kam mir gerade noch einmal ein Kommentar zu der Idee unter, in der Nationalhymne das Wort Vaterland durch Heimatland und brüderlich durch couragiert zu ersetzen.

Die Österreicher, mit Haitler oder wie immer dieser Mensch hieß, ja bekannt für ihre liberale und weltoffene Politik, haben in ihrer Natinalhymne aus „Söhnen“ „Töchter und Söhne“ gemacht. Geht das bei uns dann nicht auch?

Erstens teile ich brüderlich auch mit meiner Schwester. Schwesterlich teilen gibt es nicht. Geschwisterlich auch nicht. Arg, das ist nicht Sprache formen, dass ist verformen. Zweitens: Wer mit Geschwistern aufgewachsen ist, weiß, dass „brüderliches Teilen“ nicht unbedingt heißt, man bekommt gleichviel. Da richtet sich doch das Teilungsverhältnis eher nach dem Kräfteverhältnis. Das Wort kann also durchaus anders ausgelegt werden. Ich bin aber dazu bereit, wenn die Franzosen ihr Liberté, Égalité et Fraternité in Liberté, Égalité, Fraternel offiziell umgewandelt haben. Also so richtig, mit Änderung der Denkmäler, Münzen etc.

Und dann bitte ich um Konsequenz: Wenn aus Vaterland Heimatland wird, dann aus Muttersprache Elternsprache. Gerne auch gleich gesetzlich normiert und Sanktionen bei Verwendung der alten Sprache.

Schöne neue Welt passt diesmal nicht – Neusprech war ein Teil von 1984. Aber dazu passt: 1984 wasn’t a manual.



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Veröffentlicht8. März 2018 von bengoshi in Kategorie "frisch aufgeschnappt