Search Results for: Sterbehilfe

Februar 28

Sterbehilfe

Ein ganz schweres Thema, wie schon bekannte Protestanten erfahren mussten. Mit vielen unterschiedlichen Aspekten, die es sich lohnt zu durchdringen und mit derer man seinen Standpunkt immer wieder prüfen kann. Die Niederlanden und Belgien haben die Büchse der Pandorra geöffnet und kriegen sie nicht mehr zu. Ich verstehe jetzt auch warum – weil sie den Deckel soweit aufgeklappt haben, dass der Verschluss hinüber ist:

Ärzte in den Niederlanden müssen Fälle von Sterbehilfe erst nach dem Tod des Patienten der zuständigen Kommission melden.

Nachher melden? Schon fast makaber. Lesenswerter Artikel über eine Sterbehilfe, die einem niederländischen Arzt eine Rüge von der Ärztekammer eingebracht hat.

 

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Mai 17

Freier Wille

Ach das mit dem freien Willen ist ja so ein Ding. Da gibt es ja große Streitigkeiten, ob es den überhaupt wirklich gibt. Wer das ablehnt, muss sich die Frage stellen, ob das Strafrecht so noch lebbar ist. Dieses Fass will ich aber jetzt gar nicht aufmachen, sondern die Frage stellen, wo und wie wir uns frei entscheiden können. Ist es legitim, den Tod zu verlangen, also sollte Sterbehilfe vollständig legal werden? Ach so – bist Du auch gegen die Todesstrafe? Wie verhält es sich dann, wenn ein Angeklagter als Strafmaß die Todesstrafe fordert? Kommt das nicht der Sterbehilfe gleich?

Ob man die Sterbehilfe befürwortet oder nicht, das aus dem Gedanken einer Freiheit über die eigene Person eine medizinische Behandlung ablehnen darf, darüber dürfte bei der Mehrheit Einigkeit bestehen. Das Eltern dies nicht zu Lasten ihres Kindes tun dürfen (Stichwort Verweigerung der Bluttransfusion bei Kindern von Zeugen Jehovas), wohl auch. Aber was, wenn ein Kind jetzt gegen den Willen der Eltern eine Behandlung verweigert? Wenn mein Kind eine Impfung nicht möchte, weil es Angst vor der Spritze hat, okay. Wenn es aber die Chemo ablehnt?

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April 10

Evangelikale und Humanisten

Ich lese ja immer wieder gerne Medien derer, deren Einstellung ich nicht oder nur sehr bedingt teile. Aus meiner Sicht verbreitert das immer wieder die Sicht und man stößt auf Sachen, die im eigenen Kreis nicht oder zumindest nicht so auftauchen. Ob man dem dann folgt, steht ja auf einem ganz anderen Blatt. Aber zumindest kann man sich so damit auseinander setzen.

So blätterte ich mal wieder durch den Humanistischen Pressedienst. Und dieser stellte ein interessantes Werk über die Entwicklung der Evangelikalen vor. Klar, da stehen Hund und Katz‘ bei einander. Was ich mal wieder interessant fand: Sind politische Interessen religiös motiviert, kommt gleich der Aufschrei nach fehlender Trennung zwischen Staat und Kirche. Hat der Eintritt für beispielsweise den Lebensschutz etwas mit Säkularisierung zu tun, weil es jemand aus christlicher Motivation heraus sagt? Aber die Freigabe der Abtreibung, PID & Co. sind legitim, weil sie „nur“ einer vermeintlich humanistischen Ideologie folgen?

Das Buch helfe zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass die Trennung von Staat und Religion von den Konservativen nahezu aufgegeben wurde.

heißt es da in dem Artikel. Die Trennung von Staat und Kirche ist nicht so feststehend, wie der Blick in verschiedene Länder zeigt. Geht es nicht vorrangig darum, dass niemand an einem öffentlichen Amt einschließlich des Berufsbeamtentums gehindert wird, weil er eine bestimmte Religion hat oder nicht hat? Muss nicht jeder Religionsgemeinschaft als Vereinigung von Menschen die gleichen Rechte zugestanden werden, wie einer Interessenvertretung von Autofahrern (ADAC) oder Hasenzüchtern? Darf der Atheist, der aufgrund ethischer Bedenken gegen die aktive Sterbehilfe ist, die Stimme erheben, der religiös motivierte nicht?

Ich glaube ja, hier geht es eigentlich nicht um die Trennung von Staat und Kirche. Die sehe ich hier nicht in Gefahr. Da sind Leute an die Macht gekommen, deren Positionen man nicht teilen mag. Hier geht es doch vielmehr ideologisches Bekämpfen der Religionen – und politischer Positionen. Auf die Säkularisierung zu verweisen ist da aber schön bequem, weil man sich damit inhaltlich mit den Argumenten der Gegenseite nicht mehr auseinander setzen muss.

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Oktober 2

The Purge

In Colorado gibt es im November eine Volksabstimmung, ob der assistierte Selbstmord – also Sterbehilfe – legalisiert werden soll. Per Volksabstimmung, sehr interessant. Ich habe mich beim Lesen gefragt, wie die Reaktionen wären, wenn man „The Purge“ per Plebiszit einführte. Falls Du den Film noch nicht kennst – der lohnt sich! Und wenn Du ihn schaust, behalte mal die Idee mit der Volksabstimmung im Hinterkopf..

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Juli 18

Grenzen der Moral

Der Noch-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider hat erklärt, dass er zwar selbst gegen Sterbehilfe sei, seiner Frau aber für den Falle eines solchen Entschlusses beistünde. Ich will nun weder Schneider noch das Thema Sterbehilfe bewerten. Der Familie Schneider kann ich für diese Zeit nur Gottes Segen und viel Kraft wünschen.

Die Aussayge zeigt überdeutlich, wie sich Positionen verändern können, wenn man selbst betroffen ist. Ob das die Krebserkrankung der eigenen Frau wie bei Nikolaus Schneider ist, die 14jährige Tochter, die schwanger geworden ist, oder der eigene Sohn, der sich als schwul outet. Die Lösung ist für mich nicht, die Abtreibung oder die Sterbehilfe zu legalisieren. Mir geht es vielmehr um einen Appell, verständnisvoller und mit mehr Respekt an solche Themen heranzugehen. Gerade auf kath.net begenen einem ja immer wieder Leser bzw. deren Posting, bei denen die Leser bei dem Thema Homosexualität gedanklich schon mal Holz für eine kleine Verbrennung sammeln.

Nächstenliebe ist kein theologisches Konstrukt, sondern will gelebt werden.

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Juli 19

Tod

Darf man über den Tod bestimmen,“ titelt ein Artikel bei idea. Sterbehilfe. Ein heißes Eisen. Wer Menschen im Leid sieht, die sich Erlösung wünschen, möchte diesem Wunsch vielleicht nachgeben. Mein christliches Verständnis sagt mir klar, dass kein Mensch das Recht auf die Beendigung des Lebens hat – sich selbst eingeschlossen. Das kann und muss aber nicht zwangsläufig in eine Forderung zur Übertragung in weltlichem Recht enden. Während Ehebruch kirchlich ganz zu Recht eine Sünde ist, sehe ich nicht, warum dies im weltlichen Recht sein sollte. Der Freiheitsbegriff im Staat ist ein anderer als in der Kirche. Aus einem einfachen Grund: Der Staat ist de facto eine Zwangsgemeinschaft, die Mitgliedschaft in der Kirche ist freiwillig.

Das verführt zu sagen, die Freiheit des Einzelnen schließt das Recht zur Selbsttötung mit ein. Nein, weil die Missbrauchsgefahr bei einem irreversiblen Akt offensichtlich ist. Sie ist auch nicht ausschließbar. Und wann der Wunsch frei verantwortlich geäußert wird, halte ich für einen gordischen Knoten.

Die Fragestellung muss doch vielmehr sein – wie schaffen wir es, dass die Menschen durch Schmerzmittel und Seelsorge ihren Weg nicht mehr als unerträgliches Leid auffassen. Daran sollte gearbeitet werden. Und nicht zuletzt die Arbeit der Hospizbewegung würdigen.

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