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August 3

Donnerschlag für Vereine – was schlagende Verbindungen und feministische Mädchenarbeit eint

Der Bundesfinanzhof hat in seiner unendlichen Weisheit ein folgenschweres Urteil gefällt: Vereine, die nur einem Geschlecht offen stehen, fördern nicht die Allgemeinheit im Sinne des § 52 Abs. 1 Abgabenordnung. Hier betraf es eine traditionelle Freimaurerloge, welche nur Männern offen steht. Die Konsequenzen für den Verlust der Gemeinnützigkeit sind hart – das kann schnell zu existenzvernichtenden Nachzahlungen führen. Jetzt mag der eine oder andere denken, das haben diese Traditionalisten verdient (womit ich nicht einhergehe). Wer dazu neigt, denke an den von mir immer wieder wie eine Standarte getragenen Gleichheitssatz. Nicht nur die Schützenbruderschaft und die Studentenverbindung (gibt es zwar gemischt, aber auch nur für Frauen) wie auch der Gesangsverein nur für Männer oder nur für Frauen – viele sind als gemeinnütziger Verein organisiert einsammeln. Da fallen aber eben auch beispielsweise

drunter. Wer Lust hat, kann da ja mal weiterrecherchieren. Da wird sich so einiges finden. Na, das kann ja ein Spaß werden.

Begründung des Gerichts ist, dass kein sachlicher Grund für den Ausschluss eines Geschlechts bei einer Loge vorläge. Nun, da bin ich schon mal gespannt, warum ich nicht als Mann die „feministische Mädchenarbeit“ fördern können sollte. Wenn da nichts gutes kommt, war es das. Mir schwant da ja noch ein anderer Gedanke: Hier geht es um den Ausschluss von potentiellen Mitgliedern. Was aber, wenn der Verein zwar grundsätzlich jeden aufnimmt, aber seine Satzung eben nicht „die“ Allgemeinheit fördert, sondern beispielsweise im Rahmen der Förderung der Jugendhilfe (§ 58 Abs. 2 Nr. 4 AO) Mädchen in MINT-Fächern fördern will. Da wird auch ein Geschlecht ausgeschlossen. Sachliche Gründe ließen sich da bestimmt finden. Auch gute. Wie bei den Freimaurern. Oder eben nicht. Bei vielen Jungs wäre eine MINT-Förderung sinnvoll, bei beiden Geschlechtern auf jeden Fall respektvoll miteinander umzugehen.

Bei der Gelegenheit sollte der Gesetzgeber sich mal endlich dazu berufen fühlen, gemeinnützigen Organisationen einen Ausstieg aus der Gemeinnützigkeit zu erleichtern. Das löst die oben beschriebenen Probleme nur bedingt, da Spenden als nicht-gemeinnütziger Träger erheblich schwieriger zu akquirieren sind. Aber es viel Leid bei den Folgen mildern.

Das wird noch spannend weitergehen. Ich gebe eine Wette darauf ab, wenn es den ersten nicht-traditionalistischen Verein trifft, kommt ein Nichtanwendungserlass des Bundesfinanzministeriums. Das eröffnete neue Klagemöglichkeiten und neuen spannenden Stoff.

Update: Die KNA hat sehr schön zusammengefasst, für wen keine Gefahr droht:

Anders sind laut Finanzhof jene Vereinigungen zu behandeln, die ausschließlich mildtätige oder
kirchliche Zwecke verfolgen. Hierzu zählen die Richter ausdrücklich Krankenpflegeorden und Anbetungsschwestern,
die sich allein dem Gebet widmen: Solche religiösen Orden könnten wegen Förderung
mildtätiger oder kirchlicher Zwecke gemäß § 53 und § 54 der Abgabenordnung selbst dann als
gemeinnützig anerkannt und von Steuern befreit werden, wenn sie nicht „die Allgemeinheit fördern“.

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Mai 15

Marienandacht

Ich habe am Freitag meine erste Marienandacht gehalten. Vielen Dank an der Stelle an Markus Brandt für die vorherige Hilfe und seine Vorlage. Vielleicht habe ich bis heute meine Schwierigkeiten mit der Marienverehrung, da ich zur Hälfte protestantisch aufwuchs. Gerade überbordende Marienfrömmigkeit vermittelt mir aber bis heute immer wieder das Gefühl, dass es den Blick vom Herrn weg auf Maria richtet. Das ist so wie dieser Witz, wo ein Maler im Gerüst unter einer Kirchendecke hängt und sieht, wie eine Frau zum Beten niederkniet. Zum Spaß flüstert er: „Hier spricht Jesus.“ Die Frau reagiert nicht. Er spricht lautet: „Hier spricht Jesus.“ Da die Frau immer noch nicht reagiert sagt er unüberhörbar: „Hier spricht Jesus.“ Darauf erwidert die Frau: „Ruhe, ich spreche gerade mit Deiner Mutter.“

Nun könnte ich aber eine solche Andacht nicht halten, stünde ich nicht dahinter. Also ging ich in mich. Der Rosenkranz kam mir näher, als ich lernte, dass das Zentrum dieses Gebets der Herr ist.. „der Herr ist mit Dir“ „die Frucht Deines Leibes Jesu“ und die entsprechenden Geheimnisse. Und der Rest? Ja, sie ist ein Vorbild. Sie hat den Ruf gehört und gesagt – klar, mache ich. Wird unverheiratet nicht einfach und keine Ahnung wie das genau laufen soll, aber wenn der Herr ruft, folge ich. Dieses Nachfolgen, dieses Vertrauen, das setzt Maßstäbe. Wenn Jesus in der Bergpredigt quasi unmögliches fordert, kann man ja sagen – nun gut, der Sohn Gottes, der hat gut reden (klar ist und bleibt das der Maßstab). Maria war aber „nur“ Mensch. Ein Mensch, der den Weg ging. Da kann man sich mal eine Scheibe abschneiden. Und auch gerne mal eine Andacht für halten.

Update: Ursprünglich stand oben im Text „Marienanbetung“ statt „Marienverehrung“. P. Jacek machte mich dankenswerterweise auf diesen Fehler aufmerksam. Hinter dem Freudschen Versprecher steckt aber genau mein Problem – es kommt einem manchmal wie eine Anbetung statt wie eine Verehrung vor. Angebetet wird aber nur der Herr – gerne in Form der eucharistischen Anbetung.

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Oktober 29

Aussetzung

Ich habe jetzt die Woche das zweite mal eine Aussetzung gemacht. Die Monstranz wird dabei mit dem Allerheiligsten für eine Anbetung auf den Altar gestellt. Das ist nicht jedermanns Sache.  Und ich gebe gerne zu, dass meine letzte Anbetung schon ein Stück her ist. Das liegt schlicht an der Tatsache, dass diese zwar in unserer Gemeinde werktäglich ermöglicht wird, aber zur „besten Familienzeit“. Sprich abends, wenn es um Hausaufgaben, den Tag, Abendessen etc. geht.

Um so dankbarer war ich, so wieder zu Anbetung gekommen zu sein. Gefühlt war es eine neue Annäherung. Alleine die Schritte zum Tabernakel. So ein bisschen wie neu verlieben. Liebe? Ja, die Liebe Jesu Christi im Gebet zu erfahren. Und den Satz des Pfarrer von Ars wieder eindrucksvoll vor Augen geführt zu bekommen:

Er ist da.

 

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März 3

Wer ist Jesus? Gedanken zur Trinität

Ich lese gerade Nicky Gumbel Fragen an das Leben. Zu den einzelnen Kapiteln gibt es im Anhang jeweils Fragen zur Reflektion. Zu dem Kapital Wer ist Jesus ist unter anderem die Frage aufgeführt:

Wenn Jesus der Sohn Gottes ist, was bedeutet das dann für Sie?

IMHO eine gute Frage, weil sie die Trinitätslehre tief berührt. Ich hatte mit 19 ein fruchtbares und respektvolles Gespräch mit einem Muslim, der den Christen „vorwarf“, sie seien Polytheisten. Sie glaubten an mindestens drei Götter (Gott Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist) und für den katholischen Zweig müssen man fasst Maria und die Heiligen mit zur Abteilung der Götzenanbetung hinzufügen. Vordergründig hat das schon mal Charme. Aber irgendwie fühlte ich mich da unverstanden 😉 – denn ich glaube nur an einen Gott. Aber es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, wie die Trinität zu verstehen sei. Mal ging es ein wenig weg von der Lehre, mal wieder ein wenig hin. Eine lange Zeit verhielt sich mein Verhältnis zur Lehre wie bei einer Springprozession. Aber man erreicht bei dieser sein Ziel irgendwann, auch wenn Kraft kostet.

Wer oder was war denn Jesus? Der Sohn Gottes – das hieße ja auch, es müsste eine Mutter geben – Maria. Also war Jesus nur ein Halbgott wie in der griechischen Mythologie?

Nein, das ist weder richtig trifft es das, was Jesus sagte.

Er sprach von Gott als seinem Vater – so wie wir es ja heute noch im Vater unser nachsprechen. Er stand mit ihm per Du. Nun ja, dem könnte man ja entgegen setzen, dass wir auch den Begriff Vater im weiteren Sinne verwenden: Vaterland, Herbergsvater, nicht übersetzt den Patre als Mafio-Boss… Nun ist weder Gott noch Jesus ein krimineller 🙂 Jesus-Leben ist sündenfrei..
Vater vielleicht in dem Sinne, dass wir alle Gottes Kinder sind – und damit auch Jesus – und Gott Vater unser Vater im metaphysischen Sinne ist?

Aber wie verhält es sich dann mit der Auferstehung? Das Jesus wieder lebte, dafür gab es etliche Zeugen. Wenn er göttlich war, konnte er nicht sterblich sein (ist unsterblich ein zwangsläufiger Bestandteil des Göttlichen oder umgekehrt schließt Sterblichkeit Göttlichkeit aus?).

Dann überrascht die Auferstehung nicht wirklich. Richtiger wäre wohl: Fortleben auch über einen zeitweiligen physischen Tod hinaus. Okay, Jesus ist göttlich. Dafür sprechen auch die zahlreichen Wunder, die in den Evangelien dokumentiert sind. Wer an dieser Stelle einwirft, dass sich die Zuschauer von Jesus ob ihren geringen Bildungsgrades nur täuschen liesen und alles Tricks waren: So viele liesen sich beständig foppen? Kein Mitwisser hat ausgepackt (spätestens im Rahmen der Christenverfolgung)? Und Jesus war als „normaler“ Mensch seiner Zeit den anderen in Naturwissenschaft und Medizin so viel weiter? Nein, dass klingt ebensowenig überzeugend wie die Behauptung, die Amerikaner hätten die Mondlandung sieben mal im Studio nur gespielt. Auch da haben 30.000 Menschen die daran beteiligt waren, nie ausgepackt und die Russen haben sich einfach mal so vorführen lassen. Sehr glaubhaft.
Mithin, Jesus war göttlich.

Also gibt es zwei Götter.. und da war da noch was mit dem Heiligen Geist (hierzu ein anderes mal)?

Aber sprach Gott, der Herr nicht in den Zehn Geboten: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben?

Also doch nur Gott-Vater?

Jesus ist für mich Gott. Gott ist Jesus. Und auch der Heilige Geist ist Gott.

Für mich ist Jesus nichts anderes als die Mensch gewordene Offenbarung Gottes. Es verhält sich so wie mit dem Wasser: Das gleiche Wasser kann uns einmal gasförmig, einmal flüssig und einmal fest erscheinen. Wir reden aber über das gleiche Wasser. Nur der Agregatszustand hat sich geändert. So verhält es sich für mich auch mit Jesus. Er ist Gott. Nur in einer anderen Form.

Was das für mich bedeutet? Dass das Leben Jesu und seine Worte direkt Gottes Ursprung sind. Hier erfahren wir direkt etwas von Gott, was wir in solcher Form zuvor kaum erfahren haben (beispielsweise aber die Zehn Gebote). Seine Worte haben fundamentalen Wert.

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