Februar 12

Städter und Strukturreformen

Ich erkenne ja keine wirkliche Alternativen zu einem Prozess wie Wo Glauben Raum gewinnt. Wir stehen vor Veränderungen in der Kirche und müssen diese angehen, besser gestern als heute. Da mag man über Details streiten, aber die Richtung ist für mich klar. Dieser Artikel hat mich doch etwas nachdenklich gestimmt. Leider – was nun nicht Schuld des Autors ist – bezieht er sich auf die Probleme der ländlichen Situation. Ich bin Städter und maße mir nicht an, die ländlichen Probleme wirklich beurteilen zu können. Umgekehrt kann ich so nicht gut sagen, ob die dargestellte Kritik auf die Lebenswirklichkeit in einer Stadt übertragbar sind. Entscheidend finde ich aber die Aussagen, dass wir vorsichtig sein müssen, das Ehrenamt nicht mit solchen Prozessen zu töten. Das wäre tödlich.

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Januar 11

Pause

Eigentlich schreibe ich immer ein paar Beiträge im Voraus, so dass auch wenn ich mal einen Tag keine Zeit habe oder sich nichts findet, einer pro Tag erscheint. Dafür gibt es Tage, da sprudelt es. Leider bin ich erkrankt. Und gleich so, dass sogar der Vorrat aufgebraucht ist. Ich muss hier also erstmal eine Pause einlegen.

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Dezember 20

Politisches Evangelium

„Das Evangelium in sich ist unpolitisch“, ergänzte der Wissenschaftler. Daher sei es zwar als Leitlinie für individuelles Verhalten geeignet, aber nicht im selben Maße für die Lösung politischer Fragen.

Das las ich jetzt im Domradio. Ach ja? Was ist denn dann bitte Befreiungstheologie? Oder Jesus

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Ich finde das hochpolitisch. Dieses wunderbare Buch von Heiner Geißler: „Was würde Jesus heute dazu sagen? – Die politische Botschaft des Evangeliums“ könnte es ohne ein politisches Evangelium gar nicht geben. Wo wir gerade bei den Jesuiten sind – „Politisch handeln„. Fragen zu der Asyl- und Flüchtlingspolitik beantworten sich klar, wenn mir bewusst wird, dass Jesus ohne ein Asyl in Ägypten bereits als Baby getötet worden wäre und uns nicht die Frohe Botschaft gebracht worden wäre. Mir ist aber schon klar, wie man zu der Aussage kommt: Entweder man liest die Evangelien nicht oder man will nicht hören, was da steht.

Auf einen ähnlichen Satz wie oben gibt es hier noch einen schönen Blogbeitrag, der einen Klick lohnt.

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November 16

Benachteiligung

Ich darf mich gerade mit dem Thema Genderismus beschäftigen. Und dabei bin ich in dem Werk Gender Mainstreaming in der Kinder- und Jugendarbeit von Lotte Rose über einen interessanten Satz gestoßen. Es geht um ein Konzept, eine Beschreibung zum Thema Gender Mainstreaming (S. 10):

Frauen und Männer unterscheiden sich nicht dadurch, ob sie von Beschränkungen betroffen sind, sondern nur darin, von welchen Beschränkungen sie betroffen sind.

Jetzt dämmert mir auch, was mein Problem mit dieser Ideologie ist: Eine Welt frei von Beschränkungen, in der jeder sich frei entfalten kann, kommt in deren Weltbild gar nicht vor. Ich sehe auch die (Geschlechter-) Diskriminierung und wir müssen diese abbauen. Und auch wenn es ein langer Weg ist, ist mein Ziel, dass sie irgendwann nicht mehr da ist. Diesem Zitat nach scheint man bei dieser Art von Denke Angst zu haben, sich selbst abzuschaffen. Auch wenn ich es mir wünschte, aber ich befürchte, den Tag werden wir nicht mehr erleben.

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Oktober 8

Unfassbar

Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Punkt aus fertig. Könnte man denken. Bei einer Umfrage, wann diese in Ordnung sei, kam es aber doch zu erstaunlichen Ergebnissen. Wenn sie ihn sexuell anmacht, finden eine Vergewaltigung sogar 42% der Frauen in Ordnung. Da fällt mir nix mehr zu ein…

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Oktober 7

Ehrenamt

„Dafür habe ich keine Zeit“, ist der häufigste Satz, den ich höre, wenn ich frage, warum sich jemand nicht ehrenamtlich engagiert. Hier berichtet jemand, warum sie aus ihrer Sicht verhindert sei. Interessant ist dabei, dass mit vostel.de ein Ausweg geboten wird – unverbindlich kann man sich dort sein Engagement quasi für den kommenden Tag suchen. Klingt verlockend und stimmt mit der allgemeinen Entwicklung überein: Engagement wird kurzfristiger, projektbezogener und unverbindlicher. Darüber kann man einerseits klagen, weil Verbindlichkeit in solchen Projekten ein hohes gut ist. Oder man kann andererseits die Entwicklung nehmen und etwas daraus machen, wie es mit vostel.de der Fall ist. Wenn so das Argument genommen wird, keine Zeit zu haben, super. Aber versetze Dich in die Rolle des Organisators, dann weißt Du, warum Beständigkeit allen das Leben leichter macht.

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Oktober 5

Intelligenz

Kennt Ihr auch das Schema – Links sitzen die Intellektuellen, die Gebildeten, die Schlauen, Rechts sitzen die Brote, die Ungebildeten, die Dumpfen. Selbst bei Eigenkritik gehen Linke wie von einem Dogma davon aus. Das dieser Lehrsatz fehlerhaft ist, konnten wir neulich erst hören.

Bei Intellektuellen fallen Namen wie Bertolt Brecht, ein arbeitsloser Maler steht auf der schrecklichen Gegenseite.

Ich würde einer promovierten Chemikerin (mehrjähriges Auslandsstudium inklusive), so sehr ich deren Inhalte ablehne, aber keine mangelnde Bildung vorwerfen. Das ist bereits in der Vergangenheit kein Einzelfall.

Warum ist das so, wie das ist? Weil es schön einfach ist: Aus einem ich bin intellektuell, also bin ich links wird ein denke ich links, bin ich gebildet. Denkst Du anders, bist Du geistig Brot. Aber lass uns (!) Dir (!) nur Bildung zukommen, würdest auch auf den Pfad der Tugend kommen. Und wie der richtige Bildungskanon ausschaut, dürfen wir ex cathedra verkünden.

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, die eine Richtung zu erhöhen und die andere zu erniedrigen. Ich bin nur zunehmend davon überzeugt, dass man es sich mit dieser Einstellung zu einfach macht. Da kommen so Reflexe wie – wir haben eine Zunahme an Rechtsextremismus, also einen Mangel an Bildung. Lasst uns mehr Geld in die Schulen stecken, sinkt der Rechtsextremismus. Das ist an einigen Punkten zu einfach und folgt so einfachen Schemen wie wir sie eigentlich von der anderen Ecke erwarteten. Diese Diffamierung verhindert IMHO, dass wir uns mehr den Hintergründen widmen. Aber pauschale, einfache Rezepte verfangen sich doch zu gut. Auf beiden Seiten. Leider.

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