Februar 6

Ehevorbereitung stärken

Huk – die Deutsche Bischofskonferenz hat zu Amoris Laetitia gesprochen. Zwei der vier als Säulen erkannten Punkte:

  • Die Ehevorbereitung bedarf einer Intensivierung, eines verbindlicheren und zugleich überzeugenderen Charakters
  • Die Bemühungen um die Ehebegleitung sollen verstärkt werden: Eheleute und Familien, insbesondere auch in konfessionsverbindenden Ehen, sollen in der Kirche Angebote für ihre Lebenssituationen finden.

Am Ende geht es um Prävention. Sehr gut. Ich bin freudig gespannt, wie sich das in der Praxis auswirkt und ob wir in zwanzig Jahren einen Unterschied in den (zivilen) Scheidungsraten bei (katholischen) Ehen feststellen können.

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Februar 3

Bewertung

Ich kann diese Ängste vor dem anderen nicht wirklich nachvollziehen. Bitte ja nichts fremdes, so auch jetzt ein Bischof.. Mir fällt dazu nur ein: „Aufwertung der eigenen Person durch Abwertung anderer.“ Das Prinzip findet man leider auf vielen Ebenen wieder.

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Januar 30

Pfarrerdienstgesetz

Ein Braunschweiger Pfarrer hat sich von einer älteren Dame immer wieder mit Geld beschenken lassen, wie ich jetzt las. Im Rahmen dessen habe ich gelernt, dass es für die evangelische Kirche ein Pfarrerdienstgesetz gibt. Da gibt es etwas interessantes dazu

§ 32 Geschenke und Vorteile

(1) Pfarrerinnen und Pfarrern ist es mit Rücksicht auf ihre Unabhängigkeit und das Ansehen des Amtes untersagt, 1. Belohnungen, Geschenke, sonstige Zuwendungen oder Vorteile jedweder Art für sich oder ihre Angehörigen zu fordern, sich versprechen zu lassen oder anzunehmen, 2. Belohnungen, Geschenke, sonstige Zuwendungen oder Vorteile für einen Dritten zu fordern, sich versprechen zu lassen oder anzunehmen, soweit dies bei ihnen oder ihren Angehörigen zu einem wirtschaftlichen oder sonstigen Vorteil führt. Die Nummern 1 und 2 gelten auch für erbrechtliche Begünstigungen.

(2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden 1. für ortsübliche Sachzuwendungen geringen Umfangs, 2. für Zuwendungen, die im Familien- und Freundeskreis üblich sind und keinen Bezug zum Dienst der Pfarrerin oder des Pfarrers haben, 3. für Erbschaften oder Vermächtnisse, soweit die Pfarrerin oder der Pfarrer zu den gesetzlichen Erben gehört.

(3) In besonders begründeten Fällen kann der Dienstherr die Annahme von Zuwendungen im Sinne des Absatzes 1 genehmigen. Die Genehmigung ist vor der Annahme der Zuwendung einzuholen.

Ich habe bei einer ersten Recherche nichts gefunden – aber gibt es sowas bei uns auch? Bestimmt. Sachdienliche Hinweise sind herzlich willkommen.

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Januar 29

Behördenmentalität

Der katholische Bischof evangelische Präses Rekowski hat gefordert, dass die Kirche ihre Behördenmentalität ablegen müsse. Flächendeckende Ortsgemeinden haben sich lange bewährt, reichen aber heute alleine nicht mehr aus. Man brauche mehr Bewegung.

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Januar 10

Papsttreue

Viele Artikel auf kath.net nötigen ja dazu, die mobile Tischkante herauszuholen, um rhythmisch mit dem Kopf darauf zu schlagen. Hier gibt es einen zum Thema Papsttreue, bei dem sich die fünf Minuten lohnen. Ich will mir das so nicht alles zu eigen machen, aber es ist wert darüber nachzudenken. Ein Zitat ist mir dabei aufgefallen:

Niemand beweist eine größere Papsttreue als derjenige, der für die Wahrheit streitet. Eines nämlich sollte jedem klar sein: Auch wenn es dazu kommt, dass zwischen einigen Kardinälen untereinander und zwischen Kardinälen und dem Papst ein Streit entsteht, dann ist das ein Streit um die Wahrheit. Mit unserer kurzen Sicht werden wir dem jedenfalls nicht gerecht, wenn wir uns auf die eine oder andere Seite schlagen.

Wer mir dabei gleich in den Sinn gekommen ist, ist Wir sind Kirche. Ich teile deren Auffassungen überwiegend nicht. Täte ich es, wäre ich schon konvertiert. Aber ich finde, ihnen wird zu wenig Respekt gezollt: Diese Gläubigen sind nicht ausgetreten, sondern engagieren sich. Wer sich da abwendet, möge sich bitte über die Austritte nicht wundern.

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Dezember 23

Absurdistan

Lehne Dich mal kurz zurück und stelle Dir folgendes vor:

Du leitest einen großen Laden und gibst eine Dienstanweisung heraus. In der steht drin – liebe Mitarbeiter, ich will Euch nicht alles haarklein vorschreiben, nutzt das was zwischen den Ohren ist. Jetzt könnte man denken, juhu, ein Chef, der mich für voll nimmt und der mir Verantwortungsbewußtsein zutraut. Es könnten sich aber mir unterstellte leitende Angestellte versammeln und sagen – hei, so geht das nicht. So per Mail. Das geht so nicht, weil wir wiederum wollen klar gesagt haben, wo es langgeht. Und im Übrigen sagen wir Dir, lieber Vorgesetzter auch gleich, wie und wo es langzugehen hat.

Was macht man da? So was lässt man erstmal liegen. Mögen die sich erstmal abkühlen. Tun sie aber nicht, sondern posten die Mail ins Intranet. Damit jeder Mitarbeiter weiß, wo der Hammer hängt. Was machst Du in einer solchen Situation? Abmahnung? Kündigung? Hiebe auf die Oberschenkel? Oder sagst Du Dir, was juckt es eine deutsche Eiche, wenn die Wildsau sich daran kratzt? Du entscheidest Dich für letzteres. Und darauf sagen sich diese Manager – das geht jetzt aber nun wirklich nicht. Und verkünden im Intranet, wann sie Dir eine Abmahnung schicken. Richtig gehört, nicht Du ihnen, sondern sie Dir. Und diese Manager haben tatsächlich einen Fall vor circa 600 Jahren gefunden, da hat schon mal jemand die Eier dafür gehabt. Nun, Genie und Wahnsinn liegen oft eng beeinander. Hier fällt es nicht schwer zu sehen, für welche Seite man sich entscheidet.

Die Geschichte ist absurd? Völlig gagga? Denkste. Die besten Geschichten schreibt die Wirklichkeit. Sowas kann man sich gar nicht ausdenken.

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Dezember 1

Irische Priester

Die Associatoin of Catholic Priests war mir bis eben unbekannt. Da haben sich irische Priester freiwillig zusammengeschlossen. Diese trafen sich jetzt zu einer Tagung. Hieraus ist ein Beitrag von Brendan Hoban erwachsen, der es sich lohnt zu lesen. Er listet klar auf, warum es den irischen Priestern gerade so schlecht geht – selbst wenn man etwas von der Darstellung abträgt, ist sie erschreckend genug.

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Oktober 24

Bürokratie

Sechs von zehn Befragten (59 Prozent) meinen genau wie der ehemalige Papst, dass die katholische Kirche in Deutschland zu bürokratisch sei, nur 10 Prozent sehen das nicht so.

Schreibt yougov auf ihrer Seite. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was ich von denen aufgrund ihrer Erhebungsmethoden halten soll, aber das ist ein anderes Thema. 10 Prozent sehen das, unklar ist, was mit den 31 Prozent ist. An dieser Stelle muss ich Werbung für „Mehr Wissen vom Glauben“ machen. Ich habe dort ein Seminar zum katholischen Eherecht besucht. Da haben wir tapfer geübt, wann wer wo wie welche Erlaubnis und Schein braucht, um Heiraten zu können. Wer glaubt die katholische Kirche sei unbürokratisch, legt die Messlatte scheinbar bei Vogonen an.

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Oktober 14

Schmerz

Weihbischof Jaschke scheidet alterbedingt aus dem Amt. In der KNA gab er dazu ein Interview. Okay, mit dem Ruhestand verabschieden sich auch die Sekretariate, so dass der Weihbischof sich erstmals mit dem Computer anfreunden muss. Ich wünsche viel Spaß am Gerät. Dabei sagte Weihbischof Jaschke:

Es kann uns doch nicht ruhen lassen, dass in Deutschland jedes Jahr an die 400.000 Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche austreten. Was machen wir als Kirche, wenn die Leute weglaufen? Das ist doch furchtbar. Das tut mir am meisten weh.

Ja, das ist furchtbar. Und man kann es gar nicht laut und oft genug sagen. Vielleicht wachen ja noch mehr auf. Und um Missverständnisse zu vermeiden – es ist immer einfach, auf die anderen zu zeigen und zu sagen, was machen die Bischöfe da bloß. Nein, frage Dich selbst, was Du dagegen unternimmst.

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