Dezember 1

Irische Priester

Die Associatoin of Catholic Priests war mir bis eben unbekannt. Da haben sich irische Priester freiwillig zusammengeschlossen. Diese trafen sich jetzt zu einer Tagung. Hieraus ist ein Beitrag von Brendan Hoban erwachsen, der es sich lohnt zu lesen. Er listet klar auf, warum es den irischen Priestern gerade so schlecht geht – selbst wenn man etwas von der Darstellung abträgt, ist sie erschreckend genug.

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Oktober 24

Bürokratie

Sechs von zehn Befragten (59 Prozent) meinen genau wie der ehemalige Papst, dass die katholische Kirche in Deutschland zu bürokratisch sei, nur 10 Prozent sehen das nicht so.

Schreibt yougov auf ihrer Seite. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was ich von denen aufgrund ihrer Erhebungsmethoden halten soll, aber das ist ein anderes Thema. 10 Prozent sehen das, unklar ist, was mit den 31 Prozent ist. An dieser Stelle muss ich Werbung für „Mehr Wissen vom Glauben“ machen. Ich habe dort ein Seminar zum katholischen Eherecht besucht. Da haben wir tapfer geübt, wann wer wo wie welche Erlaubnis und Schein braucht, um Heiraten zu können. Wer glaubt die katholische Kirche sei unbürokratisch, legt die Messlatte scheinbar bei Vogonen an.

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Oktober 14

Schmerz

Weihbischof Jaschke scheidet alterbedingt aus dem Amt. In der KNA gab er dazu ein Interview. Okay, mit dem Ruhestand verabschieden sich auch die Sekretariate, so dass der Weihbischof sich erstmals mit dem Computer anfreunden muss. Ich wünsche viel Spaß am Gerät. Dabei sagte Weihbischof Jaschke:

Es kann uns doch nicht ruhen lassen, dass in Deutschland jedes Jahr an die 400.000 Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche austreten. Was machen wir als Kirche, wenn die Leute weglaufen? Das ist doch furchtbar. Das tut mir am meisten weh.

Ja, das ist furchtbar. Und man kann es gar nicht laut und oft genug sagen. Vielleicht wachen ja noch mehr auf. Und um Missverständnisse zu vermeiden – es ist immer einfach, auf die anderen zu zeigen und zu sagen, was machen die Bischöfe da bloß. Nein, frage Dich selbst, was Du dagegen unternimmst.

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September 5

Ökumene – ganz wo anders

Scheinbar entwickeln sich erfolgreiche ökumenische Bewegungen in den USA deutlich erfolgreicher als hierzulande. So würde ich zumindest mal diese Erklärung verstehen. Das klingt für mich schon revolutionär. Nun ja, vielleicht sind wir von einer Einheit gar nicht so weit weg und nehmen es nur nicht wahr, weil es nicht vor der eigenen Haustür stattfindet.

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August 3

Priesterseminar

Es gibt ja so Momente, da bleibt einem der Mund offen stehen. Das hier ist so einer. Da scheint in Irland ein Priesterseminar aus dem Ruder zu laufen. So sehr, dass der Erzbischof den Seminaristen empfiehlt, sich anderswo ausbilden zu lassen. WTF?! Mir geht es jetzt nicht um Homosexualität, sondern darum, dass bereits in der Ausbildungsphase offensichtlich der Zölibat nicht gelebt und vorgelebt wird. Und noch schlimmer, dass scheinbar Grenzverletzungen und Missbrauch nicht geahndet werden. Ich frage mich dabei, warum der Erzbischof Kraft seiner Wassersuppe den Laden nicht aufräumen kann und falls das nicht (mehr) möglich ist, notfalls den Schlüssel rumdreht. Falls ein geneigter Leser mehr weiß, möge er mich bitte an diesem Wissen teilhaben lassen. Denn irgendwie macht der Erzbischof von Dublin ja eine ganz gute Figur dabei, sprich es scheint nicht an mangelndem Willen zu liegen.

 

Von dem Skandal ganz unabhängig sprach mir Erzbischof Martin mit folgendem Satz aus der Seele: „Ich glaube, eine Ausbildung jenseits der geschlossenen, seltsamen Welt der Priesterseminare wäre besser.“

 

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November 22

Predigtverbot

Es geht mal wieder um die Grundstreitigkeiten – diesmal der Vorbehalt der Homilie (Predigt in der Eucharestiefeier) für Kleriker. Das ist im Bistum Chur nicht überall beachtet worden. Daraufhin hat sich der zuständige Bischof in einem Brief an die betreffenden Laien gewandt. Der Brief ist lesenswert – denn wie so oft macht der Ton die Musik. Hierauf erfolgte nach Aussage des Bistums keine Reaktion des Bistums, sondern ein Diakon im Ruhenstand sah sich bemüßigt, den Konflikt in die Presse zu tragen. Dann ging auch das Bistum in die Offensive. Nach dem Lesen des Briefes kann ich dieser Vorgehensweise nichts abgewinnen. Es würde gut anstehen, wenn bei solchen Konflikten die Eskalationen Schritt für Schritt erfolgen. Und da hätte die Annahme des Gesprächsangebot des Bischofs vorangestanden.

Gleichwohl sehe ich dabei zwei andere Mißstände: Zum Einen ein Diakon, der sich darüber beklagt, dass der Bischof  versuche, das Bistum auf „römischen Kurs“ zu bringen. Hat sich der Bischof nicht dazu im Rahmen der Bischofsweihe verpflichtet? Ich konnte dies dem cic nicht entnehmen, habe dies aber noch von der Weihe von Weihbischof Heinrich so im Ohr..

Zum Anderen sehe ich aber zunehmend auf ein Aufklärungsproblem. Konkret im vorliegenden Beispiel: nicht im Schreiben des Bischofs. Das hat sich an Theologen gerichtet und ich unterstelle, dass ihnen die entsprechenden Argumente und Dokumente bekannt sind. Aber in der Veröffentlichung des Bistums wäre es nützlich gewesen. Ich gebe gut und gerne zu,  dass mich das bereits gelesene auch noch nicht überzeugen konnte, warum Laien in der Homilie nicht predigen dürfen.  Aber ich gerne bereit, mich überzeugen zu lassen und „auf den römischen Kurs“ bringen zu lassen. Und so fand ich über die Wikipedia die  „Instruktionen zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester„. Und im Kapitel 3 (Seite 20) kommt es dann:  der scheinbar entscheidende Satzteil ist in Latein, es ist keine Übersetzung beigefügt. Das Ergebnis dieses Satzes: „Daher muss die Homilie während der Eucharestiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein.“ Aha. Nun mag man mich für ungebildet halten, da ich kein Latein gelernt habe. Ja, wäre praktisch gewesen, Aber das Nachholen ist Mühsam und geht nur in kleinen Schritten voran. Das kann aber nicht der Punkt sein. An wen wendet sich eine solche Schrift? Auch an Laien? Dann sollte sie auch für die Mehrzahl der Laien verständlich geschrieben werden. Ich wünsche mir mehr Aufklärung, mehr Kateches von unserer Kirche. Ich bin überzeugt davon, dass viele Laien in vielen Punkten der römischen Ansicht zumindest Charme abgewinnen könnten, wenn die Kirche mehr aufklärte. Und ja – sicherlich obliegt es einem jedem, sich die Informationen zu beschaffen und sich fortzubilden. Aber can. 1032 lässt mich doch vermuten, dass Kleriker eine gewisse „Bringschuld“ tragen..

 

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September 15

Wir können die Welt verändern

Das hat sich gelohnt: Erzbischof Reiner Maria Woelki besuchte gestern die Abendmesse unserer Gemeinde. Für einen werktäglichen Gottesdienst war die Kirche ungewöhnlich voll. Dafür zeigte sich – so schön ein gutes Orgelspiel auch sein kann – wie wunderbar die Gesänge sind, wenn keine große Orgel dagegen anspielt. Sowohl Eröffnungs- als auch Abschlussworte waren von Herzlichkeit geprägt. Der Erzbischof sprach auch die Bitte um Nachsicht aus – vieles sei er aus seinem Heimatbistum anders gewöhnt und er muss sich erst einmal in die hier üblichen Verfahrensweisen einarbeiten. Kein Machtwort des Chefs, dass an vorderster Stelle der Gehorsam stünde, wie es noch sein ehemaliger Vorgesetzter Kardinal Meisner in der Antrittsrede Woelkis forderte.

Das Tagesevangelium war Joh 3, 3-17 und die Lesung Phil 2, 6-11. Warum musste Jesus sterben, wie steht es um Nietzsches Satz „Gott ist tot“, gespickt mit einem Zitat von Luther („man kann ihm ja vieles nachsagen, aber nicht dass er nicht gläubig gewesen sei“ 🙂 ). Die Predigt war eine Katechese, die zum Nachdenken anregt. Und die zeigte – hier lohnt es sich zu zuhören! Das war obere Liga und ich hoffe, dass wir davon in Zukunft noch so einiges hören werden.

Am meisten getragen haben mich jedoch die Schlussworte: „Wir können die Welt verändern.“ Erzbischof Woelki erzählte von einem Beispiel gelebter Nächstenliebe, die sich nicht (nur?) auf das morgen, sondern das hier und jetzt auswirkt. Er ermutigte, Christ sein zu zeigen und zu leben. Gerade um die Welt zu verändern.

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April 24

Mixa – Notbremse

Mal ein Wort zu Bischof Mixa: Ich habe jetzt auf kath.net einen Bericht über Bruder Paulus Terwitte über sein Interview im Domradio gelesen. Das hat mich doch noch mal ein wenig nachdenklich gestimmt.
Als die Behauptungen aufkamen, Mixa hätte geschlagen, sprach ich mich noch für die Unschuldsvermutung aus. Daran halte ich auch fest. Die mediale Verurteilung ist falsch. Die Aufgabe der Medien ist es zu berichten, nicht zu richten. Dafür haben wir Richter. Diese können die Zeugen vernehmen, Glaubwürdigkeit einschätzen, den Angeklagten hören. Genauso wie ich mir damals vorstellen konnte, dass Mixa Gewalt ausgeübt hat, hätte ich mir auch vorstellen können, dass einige besondere Freunde dieses Bischofs die Gelegenheit beim Schopfe greifen, ihn abzusägen. Nicht das ich Mixa eine Träne nachweinte, aber das kann es auch nicht sein. Waren die Zeugen tatsächlich Opfer, stünde es aber auch nicht zu, sie zu diskreditieren. Wie auch immer, außer den Beteiligten (die Presse war seinerzeit ebenso beteiligt wie Du und ich) weiß es keiner. Und damit gilt der alte Satz: Wenn man keine Ahnung, Schnauze halten.
Soweit so gut.
Dann musste Mixa aber eingestehen, geschlagen zu haben. Und damit war das Fass übergelaufen.
Ja, Schläge mögen seinerzeit normal gewesen sein. Aber war Bischof Mixa hat gelogen. Der Skandal kocht schon einige Zeit. Da hätte ihm klar sein müssen, dass – wie auch sonst aber jetzt erst recht – Offenheit gefragt ist. Aber Mixa ist seit Jahren abgehoben und von nicht zu ertragenem Hochmut getragen. Der notwendige Fall kam jetzt.
Hat Mixa durch seine Entschuldigung nicht ein Recht auf Vergebung? Ja, hat er. Aber das setzt Reue voraus. Die Gewalt mit dem Begriff Watschen klein zu reden, zeugt nicht von Reue. Im Gegenteil, es zeugt davon, dass er immer noch nichts verstanden hat.
Jetzt las ich mehrfach den Vorwurf, Mitbrüder wie Erzbischof Zollitsch und Marx hätten durch ihre öffentliche Rücktrittforderung der Kirche geschadet. So etwas müsse man hinter verschlossenen Türen machen (wenn überhaupt). Zunächst einmal können diese Kritiker nicht sagen, was zuvor hinter verschlossenen Tür lief und nicht gefruchtet hat. Zum Anderen haben diese Kritiker immer noch nicht verstanden, was unsere Kirche in eine solche Krise gestürzt hat. Es sind gerade die verschlossenen Türen. Missbrauch ist ein schreckliches Verbrechen. Missbrauch gibt es aber überwiegend in Familien, aber auch in jedem Sportverein. Warum hat es die Kirche dann so getroffen? Das institutionelle Schließen der Türen gepaart mit hohem moralischen Anspruch hat uns dahin geführt wo wir jetzt stehen. Die Erzbischöfe Zollitsch und Marx haben der Kirche nicht geschadet, sie haben eine Notbremse gezogen. Im Übrigen musste der immer wieder auf Hochgeschwindigkeit gegen eine Mauer rasende Mix – Treibstoff waren Sachen wie Geldkoffernan der Grenze, Apfelkuchenbäckerin, Gebärmaschinen, sexueller Revolution mehr als höchste Eisenbahn – dringend gebremst werden. So sieht kein Hirte des Herrn aus.
Möge uns der Herr mit Hirten segnen.

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Februar 21

Hirtenbrief

Heute wurde im Gottesdienst der Hirtenbrief des Berliner Erzbischofs Georg Kardinal Sterzinsky verlesen. Er steht unter dem Titel Warum ich in der Kirche bleibe. Ich kann nur empfehlen, diesen Hirtenbrief zu lesen.

Die Frage stellen sich viele und wir verlieren jährlich eine Stadt mittlerer Größe an Mitgliedern. Im Nachgang zu diesem Hirtenbrief schwirrten mir zwei Gedanken zu denen, die austraten, herum:

Kirchensteuer

Ich habe oft erlebt, dass die Kirchensteuer als Argument für den Kirchenaustritt gebracht wird. Gleichsam wird aber angeführt, man sei Christ. Diejenigen sollten sich bewusst werden, dass es den Zehnt gibt. Der Zehnte sollte abgegeben werden. Das kann sich aber nur auf das Einkommen beziehen. Die Kirchensteuer beträgt aber lediglich 8-9% der Einkommensteuer. Sie liegt also weit unter dem, was jeder der sich an die Spielregeln hält, berappen müsste / muss.

Ich führe bei dieser Diskussion dann auch gerne an, was die Kirche für Sozialdienstleistungen erbringt. Ohne diese wäre das Land deutlich ärmer. Gegenargument: Man spende ja das Geld, was man durch die Kirchensteuer erspare. Ehrlich gesagt: Das habe ich bei noch keinem Mandanten erlebt. Die Spenden verhalten sich im Vergleich zu der zuvor gezahlten Kirchensteuer eher kleinlich. Das ist meine Erfahrung, vielleicht sicherlich wird es andere geben.

IMHO ist die Kirchensteuer ein Argument für die Erhöhung des Mammons kein Argument.

Nachtrag: kath.net berichtete, dass die Kirchensteuer der Hauptgrund für den Austritt sei…

Personen

Das Argument, diejenige Person sei so, dass man damit nicht mehr einhergehen könne. Ja, es gibt Personen, die dafür Sorge tragen, dass es einem nicht immer leicht gemacht wird, offen zum Katholizismus zu stehen. Ob das ehemalige Jesuiten-Paters sind, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, institutionelles Wegschauen (wobei die Institution aus Menschen besteht, klingt nur immer schön anonym um sich dahinter zu verstecken), ein Bischof der den sexuellen Missbrauch mit den 68ern versucht zu erklären oder Aufhebung der Exkommunikation von Holocaust-Leugnern.

Bezüglich des Bischofs: Das kann man ja noch sportlich sehen – er liefert den lebenden Beweis dafür, dass es Paralleluniversen gibt; denn von dieser Welt kann er nicht sein.

Zurück den Personen: Die Kirche lebt mit und aus ihren Menschen, die zu ihr gehören. Aber es die Gesamtheit, die durch ihre Liebe, ihren Glauben und ihre Hoffnung die Kirche bilden. Nicht einzelne, sondern wir alle. Ich wandere auch nicht aus, auch wenn man mir so manche Deutsche nicht passen. Und wenn mir die Zustände in der Politik Kirche nicht passen – dann ist das ein Grund sich zu engagieren und an der Veränderung mitwirken. Ja, das ist der schwerere Weg. Weggehen ist einfacher. Das hat uns aber der Herr schon prophezeit: Ihm zu folgen, heißt gerade nicht, dem Weg des geringsten Widerstandes zu folgen. Aber Jesus sagte auch (Joh 8,12): Wer mir folgt, wird nicht in der Finsternis untergehen, sondern das Licht des Lebens haben.

Wenn das mal kein Grund zum Bleiben (Eintreten?) ist.

Bezüglich der Gründe zum Bleiben, verweise ich nochmals auf den Hirtenbrief.

 

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