Mai 12

Liturgiegesetzbuch

Das katholische Kirchenrecht ist im cic geregelt. Es ist durchaus interessant, sich dort ein wenig zu vertiefen. Ich bin ja bis jetzt davon ausgegangen, dass das Gegenstück für die Liturgie das Missale Romanum ist. Da lohnt ein auch mal eine vollständige Lektüre. Von Gegenstück kann da aber scheinbar nicht gesprochen werden, wie katholisch.de jetzt berichtet. Hinderungsgrund ist dafür – man höre und staune im Rahmen der römisch-katholischen Kirche – der liturgische Wildwuchs oder die liturgische Vielfalt, je nach, aus welcher Perspektive man das betrachtet. Das war mir bis dato gar nicht so bewusst. Ich bin ja immer davon ausgegangen, dass das Missale allgemeingültig ist und wir hier nur eine deutsche Übersetzung haben. Oder ist das nicht detailliert genug? Für erhellende Kommentare bin ich dankbar.

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Mai 10

Scham

Scham ist ein Gefühl, dass wir alle kennen. Es grenzt eine Nähe ab, die wir nicht möchten und die Verletzung des Schamgefühls ist höchst unangenehm. Teilweise muss diese Grenze überschritten werden, beispielsweise in der Pflege. Es bleibt nicht aus, dass der oder die Pflegende dabei Grenzen bei der Körperpflege oder bei der Hilfe beim Toilettengang überschreiten muss. Das kann für beide Seiten nicht angenehm sein. Wer das professionell macht, hat (hoffentlich) gelernt, wie ein guter Umgang damit aussieht. Wer seine Angehörigen pflegt, nicht unbedingt. Die Stiftung ZQP hat jetzt einen Ratgeber Umgang mit Scham – Praxistipps für pflegende Angehörige herausgegeben. Wer Betroffen ist, muss das gelesen haben. Aber auch als Nichtbetroffener lohnt es sich, um ein wenig Sensibilität für das Thema zu bekommen.

Und ganz nebenbei ist das eine gute Gelegenheit kurz inne zu halten und denen zu danken, die sich um die Pflege kümmern, sowohl Angehörigen wie den Pflegeberufen.

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Mai 4

Stammtisch fällt aus

Da ich an dieser Stelle schon Werbung für den Stammtisch im CafeJ gemacht habe, will ich hier auch die Absage für diesen Monat beziehungsweise heute bekannt geben. Aufgrund anderer gemeindlicher Einbindungen wie Jugend oder Alpha-Kurs oder persönlicher Gründe war leider niemand da, der aufschließen könnte. Das ist schade, aber so sei es. Der nächste Stammtisch liegt auf einem Sonntag – 4. Juni. Da wird er garantiert stattfinden.

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Mai 2

Neuromancer

Ich finde es ja immer wieder spannend, wenn Science-Fiction zur Realität wird. Nicht immer macht das zufrieden, aber es bleibt spannend. So gibt es die durchaus lesenswerte Neuromancer-Triologie. Wenn Du die noch durch hast – jetzt kaufen und Freitag Nachmittag anfangen. Das Wochenende kannst Du dann schon mal alle Termine und Treffen absagen…

Ich komme darauf wegen der geplanten Fusion zwischen Bayer und Monsato. In dem Roman geht es um Mega-Konzerne, die die Welt beherrschen. Jetzt las ich in der KNA eine Meldung von Misereor:

„Wenn es zur Fusion kommt, kontrollieren drei Megakonzerne 70 Prozent des weltweiten Marktes für
Saatgut und Agrarchemikalien“, sagte Misereor-Expertin Alessa Heuser. Damit hätten sie einen gro-
ßen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Ernährung von Milliarden Menschen.

Schöne neue Welt.

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April 30

fehlender politischer Druck

Vielleicht kommt mir das nur so vor. Aber ich habe das Gefühl, dass die Ratifizierung von Abkommen der notwendige politische Druck fehlt. Aktuell komme ich wegen der Istanbul-Konvention darauf. Sechs Jahre nach Ihrer Verabschiedung hat die Bundesregierung kurz vor Torschuss es ins Programm aufgenommen, das Übereinkommen des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt verabschieden zu wollen (nein, nein, ist noch nicht passiert). Es ist mitnicht so, dass das völlig unbekannt geblieben wäre.

Das ist kein Einzelfall. Da gab es fast eine internationale Blamage beim Klimaschutz, bei dem Korruption hat die damalige Bundesregierung mal gut über zehn Jahre gebraucht. Wer weiß, was da noch so wartet. Hier würde ich mir Arbeit von jemandem wie dem ehemaligen Nachrichtenmagazin wünschen. Die könnten sich da mal positiv profilieren. Rausfinden, was da fehlt, bekannt machen, Druck ausüben, monitoren.

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April 29

Kopftuchdebatte mal von einer anderen Seite

Als ein Rabbiner in Berlin verprügelt wurde, da er Kippa trug, rut der Zentralrat der Juden vom Tragen derselben ab. In Anlehnung an Je suis Charlie schrieb ich damals auf Twitter:

Da stehe ich immer noch dahinter.

Jetzt kam der österreichische Bundespräsident auf eine ähnliche Idee:

„Wenn es so weitergeht … bei der tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, an dem wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen – alle – aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

Und prompt entwickelte sich ein Sturm der Scheiße (um diesen Anglizismus mal zu vermeiden) und lud sich auf ihm ab. Ich habe es nicht ganz verstanden. Vorgeworfen wird ihm, dass er damit die Frauen, die es unter Zwang tragen, nicht berücksichtige. Konkret:

Dieser Kulturrelativismus, dieser pure Sexismus, den Ihre Aussagen bedeuten, ist für uns unerträglich.

Ich kann es nicht nachvollziehen. Der Bundespräsident stellte sich ersichtlich auf die Seite derer, die aus freier und religiöser Überzeugung eine bestimmte Kleidung tragen. So wie auch Ordensfrauen die Ordenstracht freiwillig tragen. Wer sich an die Seite derer stellt, steht doch nicht in einer Reihe mit Radikalen, die eine bestimmte Bekleidung zur Pflicht erheben. Da wird etwas unterstellt, was nicht da ist.

Er gab gleich noch einen zweiten Satz, der die Gemüter erhitzte:

„Es ist das Recht der Frau – tragen Männer auch Kopftücher? Es ist das Recht der Frau wie auch immer sie möchte…“

Das Recht, nicht die Pflicht, sich zu kleiden wie man möchte. Das gehört zur Freiheit. Ich habe bei diesen Angriffen eine ganz andere Vermutung. Die kam mir schon bei der sogenannten Herdprämie immer wieder auf. Es scheint für einige nicht vorstellbar, dass Menschen aus freiem Willen ein Lebensmodell wählen, was von eigenem abweicht und bei dem man unter Umständen bereit ist, die eigene Freiheit einzuschränken. Gerade das diese Möglichkeit besteht, bedeutet Freiheit. Man muss das nicht teilen, aber akzeptieren, besser noch respektieren. Und sich für diese Freiheit stark machen, verdient Lob, nicht Tabel. Stark machen gegen diejenigen, die Angst haben vor dem anderen, vor dem vielleicht fremden, dass sollten wir unterstützen und nicht ablehnen.

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April 28

Fortsetzung von Orwell

Nun lebt George Orwell ja leider nicht mehr und sein Werk kann dadurch nicht mehr fortgeführt werden. Könnte man meinen. China hat sich dankenswerterweise dieser Rolle angenommen und als „Big Brother“ ein neues Kapitel aufgeschlagen. So sind jetzt muslimische Vornamen verboten worden. Neusprech 3.0. Das soll Terror und religiösen Fanatismus verhindern. Schleier und lange Bärte sind da schon länger verboten. Um Sachen aus Amerika zu übernehmen, braucht es ja gefühlt immer so circa zehn Jahre. Mal schauen, wann eine solche Forderung hier aufkommt und wer sich zuerst entblödet.

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April 27

Unvereinbarkeit

Die KNA hatte zum AfD-Parteitag folgendes gemeldet:

Ähnlich äußerte sich Bundesvorstandsmitglied Armin Paul Hampel. Er begründete dabei seinen Ruf nach Abschaffung der Kirchensteuer auch mit mangelnder Rechtstreue der Kirchen, was sich beispielsweise an der Gewährung von Kirchenasyl zeige. Unter dem Beifall der Delegierten rief er zum Kirchenaustritt auf: „In dem Verein sollte keiner von uns mehr Mitglied sein.“

Das ich mit der AfD mal einer Meinung sein sollte. Ja, wer bei der AfD Mitglied ist, hat bei den Kirchen nichts zu suchen. Ein menschenverachtendes Weltbild ist inkompatibel zum christlichen Glauben.

Ach und was die mangelnde Rechtstreue angeht – ja, die Kirchen entnehmen ihre Programmatik der Heiligen Schrift, nicht dem AfD-Parteipgrogramm. Führerhörigkeit ist halt nicht unser Ding.

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April 23

Was machst Du gegen diese Zukunft?

Ich schaue gerade den Film A World Beyond (gibt es auf Netflix). Netter Film, kann man schauen, mit Kindern sollte man ihn schauen. Da gibt es eine Szene, die mich faszinierte. Ein Lehrer stellt bekannte Dysoptien vor (1984, Fahrenheit 451, Schöne Neue Welt etc. – naja, inzwischen wohl teilweise eher Reportagen). „Früher reine Fiktionen, aber das Weltgeschehen holt diese ein.“ Eine Schülerin meldet sich und sagt„kriegen wir es wieder hin?“ „Was?“, fragt der Lehrer verständnislos. „Verstanden. Es wird alles ziehmlich beschissen. Aber was unternehmen wir dagegen?“ Der Lehrer ist sprachlos, ihn rettet das Klingelzeichen.

Das ist wirklich die spannende Frage. Was tun wir als Gesellschaft und vor allem wir als Einzelperson dafür, damit die Zukunft besser als die Gegenwart wird?

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April 21

Unverständliches Kloster

Auch in einem säkularisierten Kloster in Bayern würde ich erwarten, dass Ausstellungen nicht erklärten Gegnern der Kirche zur Verfügung gestellt werden. Es gibt ja nun wahrlich genug rein weltliche Ausstellungsräume, in denen ein Künstler wie Janosch präsentiert werden kann. Sprich – ich bin nicht gegen seine Ausstellung, aber bitte nicht an einem solchen Ort.

Wer um alles in der Welt hat die Ausstellung Janosch radiert in das Kloster Seeon, eine ehemalige Benediktinerabtei geholt? Janosch – ja genau, Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Ich muss das Fenster öffnen. Es riecht auf einmal so nach Schwefel..

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