Juni 14

Entfremdung

Es gibt eine neue Studie über die Frage, warum Menschen aus der Kirche austreten. Geld scheint ein Stein des Anstoßes zu sein, aber nicht die eigentliche Motivation. Nun gut, wem etwas an „seiner“ Kirche liegt, ist bereit, dafür einen Beitrag zu leisten. Im Zweifel bereinigt man so die Karteileichen mit. Das Problem sehe ich also nach wie vor nicht in der Kirchensteuer an sich. Das Problem ist vielmehr mangelnder Glaube und Entfremdung von der Kirche. Dabei will ich einen Absatz zitieren:

KNA: In welchem Alter beginnt denn die Entfremdung?

Riegel: Die meisten werden ja als Kind durch eine Entscheidung der Eltern Kirchenmitglied und erleben dann Erstkommunion und Firmung in den katholischen oder die Konfirmation in den evangelischen Gemeinden. Danach, also noch in der Teenager-Zeit, kommt dann oft der Bruch. Dieser wird befördert, wenn Firm- oder Konfirmationskurs dilettantisch abliefen. Viele Jugendlichen erleben sich in einem Club, der in der Gesellschaft ziemlich mies und antimodern rüberkommt – mit dem möchte man dann auch nichts mehr zu tun haben.

Wenn das mal keine Mahnung ist. Wir können gar nicht genug Hirnschmalz, Kraft und Gebet in diesen Punkt stecken. Wir brauchen da vielmehr Erfahrungsaustausch und ein klares Bekenntnis, dass dies einer der zentralen Punkte ist, an denen wir Menschen halten oder verlieren.

Scheinbar ist die Intention vieler Austritte auch noch nicht wirklich angekommen:

Riegel: Einige Befragten meinten, dass sie mit ihrem Austritt endlich mal ein Zeichen des Protestes setzen und die Kirchenverantwortlichen dazu bewegen, mit ihnen über die Gründe zu reden. Hier könnte sich eine Chance für die Kirche auftun, mit Ausgetretenen ins Gespräch zu kommen.

Das kann man ja mal so wirken lassen.

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Juni 4

Stammtisch

Es ist wieder der 4. – und damit wieder Zeit für den monatlichen Stammtisch. Wie immer im CafeJ und wie immer ab 19 Uhr. Aufgrund von Pfingsten sind viele weggefahren, so dass es sicherlich eine kleinere Runde wird. Aber das hat ja seinen eigenen Reiz.

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Mai 15

Marienandacht

Ich habe am Freitag meine erste Marienandacht gehalten. Vielen Dank an der Stelle an Markus Brandt für die vorherige Hilfe und seine Vorlage. Vielleicht habe ich bis heute meine Schwierigkeiten mit der Marienverehrung, da ich zur Hälfte protestantisch aufwuchs. Gerade überbordende Marienfrömmigkeit vermittelt mir aber bis heute immer wieder das Gefühl, dass es den Blick vom Herrn weg auf Maria richtet. Das ist so wie dieser Witz, wo ein Maler im Gerüst unter einer Kirchendecke hängt und sieht, wie eine Frau zum Beten niederkniet. Zum Spaß flüstert er: „Hier spricht Jesus.“ Die Frau reagiert nicht. Er spricht lautet: „Hier spricht Jesus.“ Da die Frau immer noch nicht reagiert sagt er unüberhörbar: „Hier spricht Jesus.“ Darauf erwidert die Frau: „Ruhe, ich spreche gerade mit Deiner Mutter.“

Nun könnte ich aber eine solche Andacht nicht halten, stünde ich nicht dahinter. Also ging ich in mich. Der Rosenkranz kam mir näher, als ich lernte, dass das Zentrum dieses Gebets der Herr ist.. „der Herr ist mit Dir“ „die Frucht Deines Leibes Jesu“ und die entsprechenden Geheimnisse. Und der Rest? Ja, sie ist ein Vorbild. Sie hat den Ruf gehört und gesagt – klar, mache ich. Wird unverheiratet nicht einfach und keine Ahnung wie das genau laufen soll, aber wenn der Herr ruft, folge ich. Dieses Nachfolgen, dieses Vertrauen, das setzt Maßstäbe. Wenn Jesus in der Bergpredigt quasi unmögliches fordert, kann man ja sagen – nun gut, der Sohn Gottes, der hat gut reden (klar ist und bleibt das der Maßstab). Maria war aber „nur“ Mensch. Ein Mensch, der den Weg ging. Da kann man sich mal eine Scheibe abschneiden. Und auch gerne mal eine Andacht für halten.

Update: Ursprünglich stand oben im Text „Marienanbetung“ statt „Marienverehrung“. P. Jacek machte mich dankenswerterweise auf diesen Fehler aufmerksam. Hinter dem Freudschen Versprecher steckt aber genau mein Problem – es kommt einem manchmal wie eine Anbetung statt wie eine Verehrung vor. Angebetet wird aber nur der Herr – gerne in Form der eucharistischen Anbetung.

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April 24

Die außerordentliche Form des römischen Ritus

Ich war gestern erstmals bei einer Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, also die sogenannte tridentinische oder „alte“ Messe. Ja, genau, die in Latein und bei der der Priester überwiegend in der gleichen Richtung wie die Gemeinde steht. Ich war dafür in St. Afra vom Institut Philipp Neri in Berlin.

Kurzum – ich kann jetzt gut verstehen, warum einige sagen, dass wir mit der Liturgiereform mit dem II. Vatikanum etwas verloren haben. Das haben wir. Gleichzeitig haben wir aber auch etwas gewonnen, dass ich nicht wieder hergeben möchte. Meine Empfehlung: Wer noch nicht in einer Messe im außerordentlichen Ritus war, sollte diese unbedingt mal besuchen und sich mit ihrer Liturgie beschäftigen. Und wer noch nicht in einer Messe im ordentlichen Ritus war, sollte diese unbedingt mal besuchen und sich mit ihrer Liturgie beschäftigen… kurzum, ich bin froh, dass wir beide haben und hoffentlich beide erhalten.

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April 22

Erstkommunion – neue Wege gehen

Der emeritierte Thüringer Professor für Religionspädagogik Albert Biesinger wirbt dafür, die Familien in die Erstkommunionsvorbereitung klar mit einzubeziehen. Gleichsam warnt er dafür, mit selbstgestrickten Materialien von vorgestern zu arbeiten.

IMHO hat Biesinger genau den Punkt getroffen. Wir müssen die Familien mehr in Boot holen. In der Erstkommunionsvorbereitung sieht man die Kinder ein bis zwei Stunden die Woche. Da kann man etwas anreisen, aber das Ruder nicht herumreißen. Im elterlichen Haushalt kann das tägliche Gebet stattfinden und der Besuch der Messe zur Gewohnheit werden lassen, auch wenn die Erstkommunion durch ist. Das kann nicht Aufgabe der Kinder sein, dafür sind sie zu jung. Wir müssen den Sakramentenunterricht aufgrund der veränderten Umwelt verändern. Da spricht mir Biesinger aus dem Herzen. Bis jetzt erklärte ich mir aber mit der veränderten „Umwelt“ das die traditierten Konzepte nicht in ein säkularisiertes Berlin passen. Insoweit bin ich ein wenig überrascht bis erschrocken, dass diese Ideen aus Thüringen kommen.

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März 28

Werbepause – die Jugend und das Kreuz

Ich muss die Gelegenheit für eine Werbepause nutzen… die Jugend der evangelischen Gemeinde am Weinberg und von der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde veranstalten gemeinsam den diesjährigen ökumenischen Jugendkreuzweg. Jugend heißt mit Videosequenzen und so. Sehenswert. Freitag, 31. März von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche, Fehrbelliner Straße 99. Für Jugendliche gibt es danach noch die Möglichkeit im CafeJ ein wenig zusammen zu sitzen.

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März 24

Werbepause

Es gibt Dinge, die dürfen, nein sollten breit getreten werden. Dazu gehört das Gebetshaus Augsburg. Heute Abend gibt es um 19 Uhr im CafeJ einen Erfahrungsbericht dazu. Lohnt sich bestimmt!

Das Gebetshaus Augsburg sagt Dir nichs? Let it google me for you:

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Februar 15

Perle gefunden – Berg zum Prophet oder Prophet zum Berg

Ich stimme ja auch gerne in das Lied mangelnder Gottesdienstbesucher ein. Hier hat ein evangelischer Pfarrer Konsequenzen gezogen – kommen die Menschen nicht zum ihm in die Kirche, geht er halt zu ihnen nach Hause. Verbunden mit dem Angebot „Leih Dir einen Pastor“ hilft er Einkaufen, Rasen mähen oder ähnlichem – wenn es danach ein Gespräch über Gott gibt. Nimm Dir die zwei Minuten für diesen Artikel. Herr Pastor Paar – you made my day.

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